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Ex-EZB-Präsident Trichet besorgt wegen hoher Inflation

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) -Die anhaltend hohe Inflation im Euroraum ist für den ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet Grund zur Sorge. "Ich bin besorgt. Die Inflation muss unbedingt wieder unter Kontrolle gebracht werden", sagte Trichet der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Wir haben in den 1970er Jahren eine Phase erlebt, in der wir die Kontrolle über die Inflation verloren haben. Wir wissen, was es kostet, die Kontrolle über die Inflation zu verlieren. Das müssen wir vermeiden."

Mit ihren jüngsten Entscheidungen hat die Europäische Zentralbank (EZB), deren Präsident Trichet von 1. November 2003 bis 31. Oktober 2011 war, nach Einschätzung des Franzosen die richtigen Weichen gestellt. "Die EZB hat getan, was getan werden musste, und meiner Meinung nach wird sie auch weiterhin tun, was nötig ist. Daher bin ich zuversichtlich, dass der Euroraum in drei Jahren zu seiner Definition von Preisstabilität zurückkehren wird."

Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Teuerung an. Im Oktober lagen die Verbraucherpreise im Währungsraum der 19 Länder um 10,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Nach langem Zögern stemmt sich die EZB seit Juli mit kräftigen Zinserhöhungen gegen die rekordhohe Teuerung. Der Leitzins im Euroraum, der jahrelang auf dem Rekordtief von null Prozent eingefroren war, liegt inzwischen bei 2,0 Prozent.

Führende Zentralbanker haben weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Der EZB-Rat kommt am 15. Dezember zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Trichet, der am 20. Dezember seinen 80. Geburtstag begeht, betonte: "Die Inflation ist nicht vorübergehend." Daher sei Wachsamkeit der Zentralbank notwendiger denn je.