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Euro steigt in Richtung 1,09 US-Dollar

Spekulationen um eine noch lockerere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed schwächen den US-Dollar. Auch der Euro wertet im Vergleich zur US-Währung auf.

In den beiden Währungen wird ein Großteil der weltweiten Transaktionen abgewickelt. Foto: dpa

Der Eurokurs hat am Dienstag zugelegt. Am Markt wurde vor allem auf den schwächeren US-Dollar als Grund verwiesen. Am Nachmittag kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer bis zu 1,0885 Dollar. Zuletzt war es etwas weniger. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0858 (Montag: 1,0824) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9210 (0,9239) Euro.

Der US-Dollar stand zu vielen Währungen unter Druck. Marktteilnehmer nannten als Grund Spekulationen auf eine noch lockerere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed.

Die Spekulationen gehen mittlerweile so weit, dass selbst negative Leitzinsen nicht mehr ausgeschlossen werden. Obwohl bereits mehrere Notenbanker dieser Möglichkeit eine Absage erteilt haben, wird der Dollar belastet. Negative Leitzinsen würden Anlagen in der US-Währung weniger lukrativ erscheinen lassen.

Neue Inflationsraten zeigten, dass sich die Fed trotz ihrer extrem lockeren Geldpolitik nicht wegen einer steigenden Inflation Sorgen machen muss. Im Gegenteil: Im April ging die Inflationsrate stark von 1,5 Prozent im Vormonat auf 0,3 Prozent zurück.

Ausschlaggebend waren vor allem massiv fallende Benzinpreise - eine Folge des Ölpreiseinbruchs. Lebensmittel waren dagegen teils deutlich teurer, weil die Nachfrage infolge der Corona-Pandemie hoch und das Angebot teils stark eingeschränkt war.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87773 (0,87875) britische Pfund, 116,56 (116,16) japanische Yen und 1,0520 (1,0519) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1707 Dollar gehandelt. Das waren gut neun Dollar mehr als am Vortag.