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Elon Musk sagt nach der Twitter-Übernahme, dass "Comedy jetzt legal ist", aber Witze über den neuen Eigentümer würden blockiert

Elon Musk setzt sich auf Twitter für die Meinungsfreiheit ein - und sperrt Accounts, die sich über ihn lustig machen. - Copyright: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Brendan Smialowski
Elon Musk setzt sich auf Twitter für die Meinungsfreiheit ein - und sperrt Accounts, die sich über ihn lustig machen. - Copyright: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Brendan Smialowski

Elon Musks großes Versprechen seit seiner Twitter-Übernahme ist die Einführung der totalen Meinungsfreiheit auf der Plattform. Comedy sei jetzt wieder "legal", so der Milliardär. Wie weit Meinungsfreiheit und Comedy tatsächlich gehen können, zeigt Musk in den vergangenen Tagen. So kündigte der neue Twitter-Chef an, dass Konten, die bestimmte Accounts parodieren, „ohne Vorwarnung“ „dauerhaft gesperrt“ würden. Die Reaktion erfolgt, nachdem mehrere Nutzer den Tesla-Chef auf der Plattform nachgeahmt haben.

„Es gibt nichts Besseres, als aufzuwachen und eine frische, dampfende Tasse meines eigenen Urins zu genießen“, twitterte der ehemalige NFL-Spieler Chris Kluwe von seinem verifizierten Konto, nachdem er seine Kontodaten – einschließlich Foto, Name und Biografie – geändert hatte, um mit Musks Profil übereinzustimmen. „So ein spritziger Start in den Tag", twitterte er dazu und meinte: "Wenn du so sein willst wie ich, dann trinke deine Pisse.“

„Die verbleibenden Mitarbeiter bei Twitter schikanieren mich jetzt aktiv“, twitterte auch der Karikaturist Jeph Jacques von seinem verifizierten Konto, das ein Profilfoto von Musk aus seiner PayPal-Ära vor einer mutmaßlichen Haartransplantation zeigt. Seit der Veröffentlichung der Scherz-Tweets wurde jedes der verifizierten Konten – sowie andere, einschließlich des Kontos der Komikerin Kathy Griffin – auf Twitter eingeschränkt oder vollständig entfernt.

Wie ernst meint es Musk mit der Meinungsfreiheit?

Musk bezeichnet sich selbst als „Absolutisten der Meinungsfreiheit“. Geht es um ihn persönlich, scheint es jedoch Grenze zu geben. „In Zukunft wird jeder Account, der jemand anderen imitiert, ohne eindeutig sich als 'Parodie' zu kennzeichnen, dauerhaft gesperrt“, twitterte Musk. „Früher haben wir vor der Sperrung eine Warnung ausgegeben, aber jetzt, da wir eine weitverbreitete Überprüfung einführen, wird es keine Warnung mehr geben.“ Musk fügte hinzu, dass in Zukunft jede Namensänderung von einem verifizierten Konto zu einem „vorübergehenden Verlust des verifizierten Häkchens“ führt.

„Das ist im Grunde wie der Versuch, ein Pflaster auf einen Waldbrand zu kleben“, sagte Kluwe zu uns. Er wolle darauf aufmerksam machen, wie einfach es sei, das verifizierte Häkchen zu missbrauchen, indem er sich als Musk ausgibt. Kluwe ermutigte andere verifizierte Benutzer, dasselbe zu tun.

Die Zukunft von Parodie-Konten auf Twitter

Die bestehende Twitter-Richtlinie zu Parodie-, Kommentar- und Fankonten verbietet Nutzern ausdrücklich die Verwendung von Ausdrücken wie „echt“ oder „offiziell“ auf Konten, die nicht mit der Person oder Organisation verbunden sind, die sie parodieren. Doch Konten, die angeben, dass es sich um Parodien handelt, verstoßen demnach nicht gegen die bestehende Identitätsrichtlinie von Twitter. „Ihr dürft euch nicht als Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen ausgeben, um andere irrezuführen, zu verwirren oder zu täuschen“, heißt es in der bestehenden Parodie-Kontorichtlinie.

In Gesprächen mit uns gaben Kluwe und Jacques jeweils deutlich an, dass sie wussten, dass ihre Posts gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter verstoßen. Sie wollten damit darauf aufmerksam machen, wie einfach es ist, verifizierte Konten auszunutzen. Vor allem mit Hinblick auf Musks Plan, das Häkchen zu monetarisieren. Vergangene Woche kündigte der Unternehmer geplante Änderungen am Verifizierungssystem an – darunter auch ein monatliches Abonnement für "Twitter Blue" im Wert von acht US-Dollar, um den verifizierten Status freizuschalten.

Kluwe fügte hinzu, dass Betrüger dann zum Beispiel auf ihren gekauften verifizierten Konten Links zu Malware oder Betrugsseiten posten könnten, weil sie sich als jemand anderes ausgeben. Als Malware wird Software bezeichnet, die beispielsweise schädliche Programme verbreitet. „Alles, was es braucht, ist eine Person, die auf diesen Link klickt und dann darauf reinfällt“, so Kluwe.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.