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DWS erreicht Kostenziel früher – und will sich nun auf Wachstum konzentrieren

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Die Deutsche-Bank-Fondstochter profitiert von der Unruhe an den Märkten. Vor allem hohe Zuflüsse in passive Fonds helfen dem Haus.

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS erreicht ihr bis 2021 gesetztes Kosten-Ertrags-Ziel ein Jahr früher und will nun weiter wachsen. Im dritten Quartal sammelte der Fondsanbieter von Kunden netto neues Kapital von 10,5 Milliarden Euro ein (Vorjahresquartal 6,2 Milliarden Euro). Damit flossen dem Fondshaus in den ersten neun Monaten Jahr netto 16,7 Milliarden Euro Kapital zu.

Anleger steckten auch im dritten Quartal vorrangig neues Kapital in die margenschwachen passiven Fonds, insgesamt flossen 6,3 Milliarden Euro in diese Produkte. Zudem parkten sie netto 4,3 Milliarden Euro in Geldmarktfonds und investierten 0,8 Milliarden in alternative Anlagen.

Aktive Fonds verbuchten per Salo dagegen Abflüsse von einer knappen Milliarde Euro. Zwar investierten vor allem Großinvestoren netto 2,5 Milliarden Euro neues Geld in Anleihefonds. Aber aus Aktienfonds flossen 1,1 Milliarden Euro ab, aus Mischfonds waren es netto 1,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich sammelten alle drei Vertriebsregionen Amerika, Asien-Pazifik und Europa in den ersten neun Monaten neues Geld ein, wie die DWS betonte.

Wie die Konkurrenz profitierte die DWS von den kräftigen Kursanstiegen an den Börsen im Sommer, die viele Anleger zum Wiedereinstieg an die Aktienmärkte bewegten. Das verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal um knapp zwei Prozent. DWS-Chef Asoka Wöhrmann spricht von einem „sehr guten dritten Quartal mit hohen Nettomittelzuflüssen, das die Stärke des diversifizierten Geschäftsmodells auch in der Pandemie unterstreicht.“

Die Erträge der DWS sanken indes gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 Millionen Euro auf 558 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten waren es insgesamt 1,63 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 1,7 Milliarden Euro). Die DWS erklärt den Rückgang von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit Sonderfaktoren wie dem Einfluss der negativen Zinsentwicklung.

DWS will sich auf Wachstumsziele konzentrieren

Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im Vorquartalsvergleich um 26 Prozent auf 215 Millionen Euro. Nach Steuern wies die DWS für das dritte Quartal ein um 30 Prozent höheres Konzernergebnis von 151 Millionen Euro aus. Die bereinigten Kosten sanken im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12 Prozent auf 342 Millionen Euro.

In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die bereinigten Kosten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zurück. Als Grund nennt die DWS einen Rückgang des Sach- und sonstigen Aufwands um 13 Prozent sowie ein um zehn Prozent gesunkener Personalaufwand. Das Fondshaus hat zuletzt seine Führungsstruktur verschlankt und Kernsparten neu geordnet. Im den vergangenen 12 Monaten sank die Zahl der Beschäftigen um 125 auf 3290.

Die bereinigte Kosten-Ertrags-Quote (CIR) sank in der Folge im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um deutliche 8,2 Prozentpunkte auf 61,4 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres verbesserte sich die bereinigte CIR im Jahresvergleich um 5,9 Prozentpunkte auf 64,3 Prozent.

Finanzvorstand Claire Peel erklärt dies mit den „fortgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz“. Dadurch habe das Haus vorzeitig das mittelfristige Ziel von unter 65 Prozent erreicht. Wöhrmann zeigt sich zuversichtlich, dass die DWS dies stabilisieren kann: „Wir erwarten, dass wir unser beim Börsengang ausgegebenes mittelfristiges Ziel für die Aufwand-Ertrags-Relation ein Jahr früher erreichen werden“, sagt er.

Die DWS will sich daher nun vorrangig auf Wachstumsziele konzentrieren: „Ab dem kommenden Jahr werden wir uns auf Wachstum und Transformation fokussieren, um auf die Megatrends zu reagieren, denen wir uns mit unseren Kunden gegenübersehen“, betont Wöhrmann.

Wichtig sind dabei nach Aussage der DWS strategische Partnerschaften, etwa mit der Zurich Versicherung, die um zehn Jahre bis zum Jahr 2032 verlängert wurde. Dort arbeiten die Häuser im Vertrieb und bei der Entwicklung fondsgebundener Versicherungsprodukte zusammen. Zudem zeigt sich die DWS weiterhin offen für Zukäufe. Wöhrmann betont regelmäßig, dass sich das Haus Kauf-Möglichkeiten anschaue.