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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 13.05.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP/Fed-Chef Powell: Weitere Corona-Konjunkturhilfen könnten nötig sein

WASHINGTON - Nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, könnten weitere Konjunkturhilfen als Reaktion auf die Corona-Krise nötig sein, um die Wirtschaft des Landes zu stützen. Der wirtschaftliche Schock durch die Pandemie scheine der größte in der Geschichte zu sein, und auch die finanzpolitische Antwort darauf sei die schnellste und größte in der Nachkriegsgeschichte, sagte Powell am Mittwoch bei einer Video-Schalte mit einem Thinktank in Washington. Die bisherigen Pakete seien aber womöglich nicht das letzte Kapitel. Weitere politische Maßnahmen könnten notwendig sein.

GESAMT-ROUNDUP/Lockerung der Grenzkontrollen: Urlaubsreisen wohl ab Mitte Juni

BERLIN/BRÜSSEL - Reisen in europäische Nachbarländer sollen von Mitte Juni an trotz der Corona-Pandemie wieder möglich sein - vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben unter Kontrolle. Die Überprüfungen an der deutschen Grenze werden schrittweise gelockert, Österreich macht zum 15. Juni die Grenze nach Deutschland auf. Auch die EU-Kommission plädiert dafür, die derzeit stark eingeschränkte Reisefreiheit schrittweise wiederherzustellen. Außenminister Heiko Maas kündigte eine Lockerung der weltweiten Reisewarnung an. Damit dürften Urlaubsreisen zumindest zu ausgewählten Zielen im Sommer wieder realistisch sein - zunächst wohl aber nicht auf das spanische Festland und nach Italien.

ROUNDUP/Coronavirus: China verhängt erneut Beschränkungen für Großstadt

PEKING - Im Kampf gegen das Coronavirus riegelt China erneut eine Millionenmetropole in Teilen ab. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete, wurden nach einem lokalen Virus-Ausbruch Zug- und Busverbindungen aus der nordostchinesischen Stadt Jilin gestoppt. Auch dürfen nur noch Menschen die Stadt verlassen, die negativ auf das Virus getestet wurden. Auslöser für die strikten Maßnahmen waren etwa zwei Dutzend neue Infektionen, die in den vergangenen Tagen in der Stadt Jilin und der gleichnamigen Provinz nachgewiesen wurden. Die Behörden sprachen von einer "sehr ernsten" Lage.

ROUNDUP: Britische Wirtschaft bricht wegen Corona-Krise ein

LONDON - Die britische Wirtschaft ist zu Beginn der Corona-Krise eingebrochen. Allerdings fiel der Rückschlag nicht ganz so stark aus, wie Analysten befürchtet hatten. Nach Angaben des britischen Statistikamts ONS lag das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2,0 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Analysten hatten im Mittel einen Einbruch um 2,6 Prozent erwartet.

ROUNDUP 2: Landwirte können auf längeren Erntehelfer-Einsatz zählen

BERLIN - Landwirte können nach Signalen der Bundesregierung auch über das Frühjahr hinaus auf den wichtigen Einsatz ausländischer Saisonkräfte zählen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Mittwoch in Berlin, er stehe einer Verlängerung von Sonderregeln zur Einreise wegen der Corona-Krise "positiv gegenüber". Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) betonte, es sei nach wie vor notwendig, diese Fachkräfte mit Auflagen zum Gesundheitsschutz in Deutschland zu haben. Im Juni stehe etwa der Beginn der Kirschenernte an. Von der Opposition kam scharfe Kritik an den Bedingungen für Erntehelfer.

Merkel nach EZB-Urteil für weitere Integration in Wirtschaftspolitik

BERLIN - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich angesichts des Karlsruher Urteils zur Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine weitergehende Integration ausgesprochen. Dies werde eher dazu anspornen müssen, im Bereich der Wirtschaftspolitik mehr zu tun, sagte sie am Mittwoch im Bundestag. Diese Frage stelle sich auch schon im Zusammenhang mit den EU-Plänen zur Ankurbelung der Wirtschaft nach der Corona-Krise. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich grundsätzlich auf einen solchen "Recovery Fund" geeinigt.

Voßkuhle über EZB-Urteil: 'Wir sind Gesetz und Recht verpflichtet'

KARLSRUHE - Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, steht trotz massiver Kritik hinter dem Urteil zu den milliardenschweren Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). "Wir sehen, dass unser Urteil viele bedrückt, und das freut uns nicht. Aber wir sind Gesetz und Recht verpflichtet", sagte Voßkuhle der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag). Das Urteil sei "für Europa eine gute Entscheidung", weil es "die Bindung an das Recht stärkt". Das werde sich mittel- und langfristig zeigen.

Biden gewinnt wie erwartet US-Vorwahl in Nebraska

WASHINGTON - Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat die Vorwahl im Bundesstaat Nebraska gewonnen. Das teilte die demokratische Partei in Nebraska am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge erhielt Biden nach Auszahlung fast aller Wahlzettel rund 77 Prozent der Stimmen. Der linke Senator Bernie Sanders, der Anfang April aus dem Rennen ausgestiegen war, kam demnach auf rund 13 Prozent der Stimmen.

USA: Erzeugerpreise fallen stark wegen Benzinpreis-Einbruch

WASHINGTON - In den USA sind die Produzentenpreise infolge einbrechender Benzinpreise massiv gefallen. Wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, lagen die Erzeugerpreise im April 1,2 Prozent unter dem Niveau im Vorjahresmonat. Das ist der stärkste Rückgang seit November 2015. Analysten hatten einen wesentlich geringeren Rückgang um 0,4 Prozent erwartet.

ROUNDUP 2/Corona-Resolution: Deutschland startet Rettungsversuch bei den UN

NEW YORK - Angesichts eines drohenden diplomatischen Debakels im zerstrittenen UN-Sicherheitsrat startet Deutschland den möglicherweise letzten Versuch zur Rettung einer Corona-Resolution. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr, machte Deutschland dem mächtigsten UN-Gremium am Dienstag zusammen mit Estland einen weiteren Kompromissvorschlag, der einen Weg aus der gegenwärtigen Blockade ebnen soll. Estland hat im Mai den Vorsitz im Rat inne.

ROUNDUP/Merkel: 'Keinerlei Erhöhungen von Abgaben und Steuern geplant'

BERLIN - Die Bundesregierung plant nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel bisher zur Finanzierung der Corona-Krise keine Steuererhöhung. "Stand heute sind keinerlei Erhöhungen von Abgaben und Steuern geplant", sagte Merkel (CDU) am Mittwoch in der Regierungsbefragung in Berlin im Bundestag. Es gehöre zu Politik, "dass wir zum jetzigen Zeitpunkt immer antworten, sonst wären wir ja Zukunfts-Vorherseher, und das maße ich mir nicht an", fügte sie hinzu.

ROUNDUP: Konzept für Corona-Warn-App nimmt Form an

BERLIN - Die geplante deutsche App zur Nachverfolgung von Infektionsketten in der Coronavirus-Pandemie nimmt Form an. Am Mittwoch veröffentlichten Europas größter Softwarekonzern SAP <DE0007164600> und die Deutsche Telekom <DE0005557508> auf der Plattform Github ein erstes Konzept. Github ist die weltweit größte Plattform für die Entwicklung von Open-Source-Software. Mit solchen Warn-Apps soll über die Smartphones der einzelnen Nutzer verhindert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet.

Verfassungsrichter verteidigt EZB-Urteil gegen Kritik

KARLSRUHE - Bundesverfassungsrichter Peter Huber hat das Urteil zu den milliardenschweren Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) verteidigt. "Wir haben Applaus von der falschen Seite bekommen, und die Kritiker haben entweder die Stoßrichtung nicht verstanden oder wollen sie nicht sehen", sagte der Richter der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Huber war für das Verfahren der zuständige Berichterstatter.

Eurozone: Industrieproduktion bricht ein

LUXEMBURG - Die Industrieunternehmen der Eurozone haben ihre Produktion infolge der Corona-Krise massiv eingeschränkt. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte, lag die gesamte Herstellung im März 11,3 Prozent niedriger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug der Einbruch in den 19 Euroländern 12,9 Prozent. Analysten hatten im Monatsvergleich ein Minus von 12,5 und im Jahresvergleich einen Rückgang um 13,6 Prozent erwartet.

Banken vergeben mehr Konsumentenkredite - Internet wichtiger Kanal

FRANKFURT/BERLIN - Autos, Möbel, Computer - Konsum auf Pump ist in Zeiten niedriger Kreditzinsen erst recht gefragt. Die auf Kreditgeschäft spezialisierten Banken in Deutschland vergaben im vergangenen Jahr allein an Privatleute neue Kredite im Gesamtwert von 55,3 Milliarden Euro, wie der Bankenfachverband am Mittwoch mitteilte. Das waren 5,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Britische Industrieproduktion bricht im März ein

LONDON - In Großbritannien ist die Industrieproduktion im März wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingebrochen. Der Rückschlag fiel aber nicht so stark wie befürchtet aus. Im Monatsvergleich sei die Fertigung in den Industrieunternehmen um 4,2 Prozent gefallen, teilte das nationale Statistikamt ONS am Mittwoch mit. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang um 5,6 Prozent erwartet.

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