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DIHK fordert weitere Hilfen für Unternehmen beim Neustart

BERLIN (dpa-AFX) - Zur Unterstützung beim Neustart nach der Corona-Zwangspause fordert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) weitere Hilfen für Unternehmen. Die Betriebe müssten ihr Geschäft wieder hochfahren - und das koste Geld, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer einer Mitteilung vom Freitag zufolge. "Wir müssen deshalb auch bei den Überbrückungshilfen dringend mit einem Zuschussfonds für kleine und mittlere Unternehmen dazu beitragen, dass in dieser fragilen Phase eine Pleitewelle vermieden wird." Vor allem in der Gastronomie sowie in der Reisewirtschaft ist laut DIHK die Angst vor einer Insolvenz groß.

Schweitzer betonte, die Auflagen zum Gesundheitsschutz bedeuteten für die Unternehmen großen Aufwand und hohe Kosten bei geringem Umsatz. "Deshalb ist es wichtig, dass sie an anderer Stelle entlastet werden." Der DIHK-Präsident warb für Solidarität beim Neustart der Wirtschaft. "Wir können die Schockstarre des Shutdowns überwinden, wenn wir jetzt gemeinsam eine neue Kultur des Zutrauens entwickeln. Da sind wir alle gefordert - auch die Politik", sagte Schweitzer. "Denn der Weg raus aus der Krise bleibt holprig, und die Pandemie-Krise wird tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen."

Einer DIHK-Schnellumfrage unter 10 000 Unternehmen zufolge leiden viele Betriebe weiter unter den Folgen der Corona-Pandemie. 60 Prozent verzeichneten eine gesunkene Nachfrage, 43 Prozent müssten stornierte Aufträge verkraften. Bei fast der Hälfte aller deutschen Unternehmen hätten die Geschäfte während des Shutdowns ganz oder teilweise stillgestanden.

Kritisch sind die Betriebe auch beim Blick auf das Gesamtjahr - und in die Zukunft: Mehr als ein Drittel der Unternehmen erwarte frühestens 2021 eine Rückkehr zur bisherigen Geschäftslage, jedes 20. Unternehmen sogar nie. "Das zeigt, vor welch enormen Herausforderungen wir jetzt stehen", sagte Schweitzer. "Bis zur Gesundung unserer Wirtschaft ist es noch ein weiter Weg."