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Dieses Foto wurde einer Lehrerin zum Verhängnis – und brachte ihr gleichzeitig einen neuen Job

Antonia Wallner
Freie Autorin

Tatjana Kuwschinnikowa schwimmt in ihrer sibirischen Heimat gerne in den eiskalten Gewässern. Ihre Leidenschaft zeigt sie, wie viele Menschen, auch öffentlich im Netz. Doch mit den ernsten Folgen hatte sie nicht gerechnet: Ein sexy Foto der Russischlehrerin brachte sie bei der Schule in enorme Schwierigkeiten.

Ein harmloses Bild im kurzen Kleid hatte für die 38-jährige Lehrerin Tatjana Kuwschinnikowa ernste Folgen. (Bild: Tatjana Kuwschinnikowa / vk.com)

Das “anstößige“ Bild zeigte Kuwschinnikowa in kurzem Kleid und hohen Schuhen während einer Sportveranstaltung. Die 38-Jährige dachte sich nichts dabei, als sie es auf einem russischen Internetportal veröffentlichte. Doch dann beschwerten sich Eltern ihrer Schützlinge bei der Schule über das Foto. Die Lehrerin wurde zu ihren Vorgesetzten zitiert.

Verhalten einer “Prostituierten“

Was dann kam, verschlug der Eisschwimmerin glatt den Atem: Ihr Verhalten sei das einer “Prostituierten“ und sie würde so zur Pädophilie ermutigen. Nach eigenen Angaben habe man ihr nahegelegt, zu kündigen.

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Der Fall löste in Russlands sozialen Netzwerken eine Welle an Solidarität aus. Unter dem Motto “Lehrerinnen sind auch Menschen” schlagen sich viele Russinnen und Russen klar auf die Seite von Tatjana Kuwschinnikowa. Besonders andere Lehrerinnen fühlen sich in der erzwungenen Kündigung in ihren Freiheitsrechten verletzt. Viele posten Bilder von sich im Badeanzug, um ihre Unterstützung zu illustrieren.

Diese Lehrerin schreibt: “Nein, Freunde, ich bin jetzt nicht auf See, dies ist ein Bikini-Foto zur Unterstützung von Tatjana Kuwschinnikowa, die wegen eines Fotos in einem Badeanzug von der Schule entlassen wurde.“


“Wir leben im 21. Jahrhundert, im Jahrhundert des Internets, sozialer Netzwerke und Technologien. Und gleichzeitig im Jahrhundert der Absurditäten und seltsamer Verbote”, postete diese Instagram-Userin zur Unterstützung der Lehrerin:


Dieser Instagram-User schreibt: “Ich unterstütze die entlassene Kuwschinnikowa. Am besten gleich vor dem Einstellen eines Lehrers nicht nur einen Strafregisterauszug einfordern, sondern auch eine Bestätigung darüber, dass er keine Bilder von sich im Badeanzug hat.”


Die Debatte brachte der Lehrerin einen neuen Job

Die Debatte nahm solche Ausmaße an, dass die Schule schließlich zurückruderte. Kuwschinnikowa wurde ihr alter Job wieder angeboten. Doch die 38-Jährige ging nicht darauf ein und lehnte ab. Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellte. Denn der Bildungsminister der Altai-Region in Sibirien, Maxim Kostenko, bot der ehemaligen Lehrerin eine viel attraktivere Stelle an: Sie soll anderen Lehrern Kurse über den “sicheren Umgang” mit sozialen Netzwerken geben.

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