Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 45 Minuten
  • Nikkei 225

    28.008,09
    -398,75 (-1,40%)
     
  • Dow Jones 30

    34.060,66
    -267,13 (-0,78%)
     
  • BTC-EUR

    33.254,06
    -3.661,58 (-9,92%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.120,19
    -132,95 (-10,61%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.303,64
    -75,41 (-0,56%)
     
  • S&P 500

    4.127,83
    -35,46 (-0,85%)
     

In diesen Branchen verdienen Frauen mehr als Männer

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

In Deutschland verdienen Frauen rund 20 Prozent weniger als Männer. In Deutschland ist diese Lohnlücke, international „Gender Pay Gap“ genannt, damit sogar noch größer als in den meisten anderen europäischen Ländern. Und: Sie hat sich seit 1995 kaum verändert.

Der Gender Pay Gap hat viele Ursachen. So arbeiten Frauen deutlich häufiger in Minijobs und in Teilzeit als Männer, kommen seltener in Führungspositionen und erledigen mehr unbezahlte Tätigkeiten wie Hausarbeit, die Betreuung der eigenen Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Zudem arbeiten Frauen seltener in Branchen mit besonders hohen Gehältern wie der Automobilindustrie, bei Banken und Versicherungen oder im IT-Bereich, sondern stattdessen eher in schlecht bezahlten Berufen — wie als Friseurin oder Sprechstundenhelferin.

Mehr als ein Viertel der Lohnlücke kann jedoch nicht auf diese Faktoren zurückgeführt werden. Eine Frau wird in diesen Fällen nur deshalb schlechter bezahlt, weil sie eine Frau ist — trotz gleicher Qualifikation wie ein Mann. Und diese Lücke macht sich bemerkbar: Verdient ein Mann ein Brutto-Monatsgehalt von rund 3.200 Euro und eine Frau in gleicher Position nur knapp 3.000 Euro, macht der Unterschied im Jahr 2.400 Euro aus — und in zehn Jahren 24.000 Euro.

Im Baugewerbe verdienen Frauen mehr als Männer

Allerdings sind Frauen nicht überall benachteiligt. Weibliche Vorstände aller Dax-Indizes bekommen laut einer Studie der Unternehmensberatung EY vom November sogar eine höhere Vergütung als ihre männlichen Kollegen. Allerdings wurden dabei die Gehälter der besonders gut verdienenden Vorstandsvorsitzenden nicht berücksichtigt, da hier die Männer deutlich dominieren. Unter den Dax-30-Unternehmen findet sich keine einzige Frau an der Spitze.

Auch im Baugewerbe verdienen Frauen mehr als Männer, obwohl sie viel seltener in dieser Branche arbeiten. Im Median verdienen Männer hier laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.123 Euro, Frauen dagegen 3.522 Euro. Median bedeutet, dass die Hälfte der Beschäftigten mehr als den genannten Betrag verdient, die andere Hälfte weniger. Ganz anders sieht es dagegen in „typischen“ Frauenberufen im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung aus. Hier verdienen Männer im Median 4.031 Euro, Frauen dagegen nur 3.188 Euro — und das, obwohl bei beiden Geschlechtern nur Vollzeitbeschäftigte gezählt werden.

Auch in einer anderen Männerdomäne verdienen die wenigen dort arbeitenden Frauen etwas mehr als Männer: in der Fahrzeug-, Luft-, Raum- und Schiffsbautechnik. Genauso ist es in den Branchen Veranstaltungsservice und -management, Gewerbe- und Gesundheitsaufsicht und Umweltschutztechnik. Die Unterschiede betragen allerdings jeweils nur wenige Prozentpunkte.

Auch in Ostdeutschland ist das Problem deutlich kleiner. Hier beträgt der Gender Pay Gap insgesamt sogar nur sieben Prozent. Das liegt daran, dass die Frauen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR häufiger in Vollzeit und auch öfter in höher bezahlten Berufen der Industrie arbeiten. Zudem kommen sie dort häufiger in Führungspositionen. Allerdings sind die Löhne im Osten auch insgesamt niedriger, vor allem weil große Konzerne mit hohen Gehältern fehlen. Am größten ist der Gender Pay Gap daher auch in den wirtschaftlich stärksten Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen: Hier liegt er etwa bei 25 Prozent.

cm