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Diese Gründer bekommen 5 Millionen Euro, um Banking für die Generation Z zu bauen

·Lesedauer: 4 Min.
Wajve-Gründer Bastian Krautwald und David Meyer.
Wajve-Gründer Bastian Krautwald und David Meyer.

Was will die Generation Z? Diese Frage stellen sich derzeit viele Firmen, die Produkte für diese Zielgruppe der 18 bis 25-Jährigen entwerfen - auch beim Thema Finanzen.

Bastian Krautwald will sie für sein Unternehmen beantworten können. Mit der Plattform "deine Studienfinanzierung", die er 2018 mit Co-Gründer David Meyer aus der Taufe hob, standen die beiden nur ein Jahr später in der TV-Show "Die Höhle der Löwen". Investor Frank Thelen machte damals eine Zusage, nach der Show platzte der Deal allerdings. Krautwald und Meyer machten auch ohne Star-Investor weiter.

DeineStudienfinanzierung auch ohne Investor Thelen erfolgreich

"DeineStudienfinanzierung" ist eine Plattform, über die Studenten digital eine Finanzierung ihres Studiums finden und beantragen können. Laut eigenen Angaben des Unternehmens nutzen dieses Angebot mittlerweile über 100.000 Kunden, man habe ein 6-stelliges monatliches EBITDA erwirtschaftet und sei seit 2020 profitabel.

Vor kurzem machte Krautwald, wieder zusammen mit seinem Mitgründer Meyer, seine zweite Marke, die neben "deineStudienfinanzierung" existieren soll, öffentlich: Wajve, eine Banking-App für die Generation Z, soll noch in diesem Jahr in der Betaphase an den Start gehen.

Für diese erhielten die beiden Gründer und das 20-köpfige Team in Berlin nun 5 Millionen Euro Seed-Kapital, von EQT Ventures sowie auch von 468 Capital. Auch der Berliner Company Builder Finleap, unter dessen Dach die Gründer bereits mit "deineStudienfinanzierung" geschlüpft sind, sowie Business Angels wie Lucas von Cranach (CEO von OneFootball) und Roland Grenke (Mitgründer von Dubsmash und Acapela Group) investierten. Mit der Finanzierung soll das Roll-out der Plattform für die ersten Kunden in Deutschland beschleunigt werden, bevor sie in andere europäische Märkte expandiert.

"Diese Generation sehnt sich nach Stabilität und Sicherheit."

Für Wajve verfügen die Gründer über keine eigene Banklizenz, man sei aber in Gesprächen mit einem Lizenzgeber wie der Solarisbank, einer White-Label-Banking-Plattform aus dem Finleap-Universum, das unter anderem den Online-Broker Trade Republic und die Neo-Bank Tomorrow zu seinen Kunden zählt. Die Selbstbeschreibung von Wajve lautet noch etwas ominös an: Banking, Beratung und Bildung sollen in der App gebündelt sein, Banking Services gepaart mit Tipps sollen dem Nutzer helfen, sein Geld zu vermehren und immer liquide zu sein. "Wir haben den Ehrgeiz, mit Wajve der starke Finanzpartner für die Gen Z in ganz Europa zu werden", gibt Krautwald das Ziel vor.

Erster Blick auf das Design von Wajve-Karte und App.
Erster Blick auf das Design von Wajve-Karte und App.

Doch wie sieht Banking für die junge Generation überhaupt aus? Bastian Krautwald im Gespräch mit Business Insider: "Anders als die Generation der Millennials ist die Generation Z mit der Wirtschafts- und Finanzkrise groß geworden. Wir sehen das sehr gut bei unseren Kunden von deineStudienfinanzierung." In der Corona-Krise verloren rund 80 Prozent der Studierenden ihre Jobs, die Seite sei daraufhin mit Anfragen geflutet worden. Für Krautwald ein klares Signal: "Diese Generation sehnt sich nach Stabilität und Sicherheit. Das wollen wir bieten - mit den richtigen Produkten."

"So, als ob man Schokolade für eine bestimmte Generation entwickelt."

Wie diese genau aussehen könnten, will Krautwald noch nicht verraten. Ein gutes internationales Beispiel für eine Neo-Bank der Gen Z sei aber seiner Meinung nach das Fintech Current aus den USA. Ein Produkt, das Current besonders hervorhebt: "Get Paid Faster", die Auszahlung eines Gehalts noch vor dem eigentlichen Eingangs-Datum auf dem Konto. Wünscht sich die Generation Z also nur schnelles Geld? "Nein", sagt Krautwald. Aber wer als Student finanziell auf Kante nähe, solle die Möglichkeit haben, schnell und unkompliziert auf Geld zurückgreifen zu können, wenn er es brauche. Dabei ginge es nicht um mehr Konsum, sondern darum, zu konsumieren, wann der Nutzer es wolle.

Für die neue Geschäftsidee gab es in den sozialen Medien nicht nur Lob. Maik Klotz, Autor beim Branchen-Blog "Payment and Banking" kommentierte auf LinkedIn: "So, als ob man Schokolade für eine bestimmte Generation entwickelt. Oder ein iPhone. Wann erkennt man, das gutes #banking nichts mit dem Alter zu tun hat?" Krautwald lässt sich von solchen Äußerungen nicht einschüchtern. "Ich glaube grundsätzlich nicht an eine One-fits-all-Lösung. Ein Produkt, das allen gefällt, ist in der Regel schlechter als etwas, das gezielt auf die Bedürfnisse seiner Zielgruppe eingeht." Die Gen Z reize keine hübsche Karte mit einem Konto, wie es die meisten Neo-Banken derzeit anbieten würden, sondern benötige spezifischere Lösungen.