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Lockdown-Gefahr in England steigt; Spahn will ‘Welle brechen’

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Die Deutschen müssen sich auf massive Einschränkungen im November einstellen, Frankreich bereitet neue Pandemie-Maßnahmen vor, und in England rückt ein flächendeckender Lockdown näher: Der Corona-Überblick.

Die Bundesregierung plant massive Einschränkungen, wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten bespricht. Vorgesehen ist unter anderem, dass Treffen nur noch zwischen Angehörigen zweier Haushalte erlaubt sind und dass Restaurants Speisen nur noch außer Haus verkaufen dürfen. Schulen und Kindergärten sollen offen bleiben. Die Maßnahmen sollen für einen Monat gelten. Ziel ist, dass sich Familien und Freunde “auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können”, heißt es in dem Papier, das Bloomberg vorliegt. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen die Maßnahmen am 2. November in Kraft treten.

Mit Blick auf die Lage der Krankenhäuser verteidigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. “Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät”, sagte er in einem Interview mit dem SWR. Es sei besser, jetzt “die Welle zu brechen”, um die Lage bis Weihnachten wieder unter Kontrolle zu bringen. Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit und es kämen auch wieder Hilfsanfragen.

In England könnte bald ein neuer flächendeckender Lockdown notwendig werden - eine Maßnahme, die Premierminister Boris Johnson bislang vermeiden wollte. Nach Berechnungen seines wissenschaftlichen Beratergremiums droht im Winter ein neues Hoch im Pandemiegeschehen, mit höheren Todeszahlen als während der ersten Welle im Frühjahr. Der Zeitung Sun zufolge erwarten die Wissenschaftler, dass bis Ende November rund 25.000 Corona-Patienten in die Krankenhäuser eingeliefert werden.

Die Regierung habe die Chance verpasst, mit einem kurzen Lockdown während der Herbstferien das Infektionsgeschehen zu bremsen, wie es Wales getan habe, sagte Jonathan Ashworth, der gesundheitspolitische Sprecher der Labour-Partei. “Ich habe jetzt Sorgen, dass wir im November und Dezember viel tiefergehende, drastischere Maßnahmen erleben werden”, sagte Ahworth dem Sender Times Radio.

In Frankreich, das zuletzt die meisten Neuinfektionen seit April meldete, bereitet Präsident Emmanuel Macron neue Maßnahmen vor, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Medienberichten zufolge ist ein einmonatiger Lockdown vorgesehen. Macron wird sich am Abend per Fernsehen an die Bevölkerung wenden.

In Belgien sind die Einweisungen von Covid-19-Patienten inzwischen höher als während der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Mittlerweile werden über 5.000 an Covid Erkrankte in belgischen Kliniken behandelt, davon 911 auf Intensivstationen.

Tschechien, nach Belgien das am zweitstärksten betroffene Land in Europa, hat mit über 15.000 Fällen einen neuen Rekord bei den täglichen Neuinfektionen gemeldet. Nach Verhängung einer Ausgangssperre hat die Regierung nun die Öffnungszeiten im Einzelhandel weiter eingeschränkt und Arbeitnehmer angewiesen, diese Woche zu Hause zu arbeiten. Sollten die Zahlen weiter steigen, würden weitere Verschärfungen notwendig, hieß es. Auch Bulgarien meldete einen neuen Höchststand bei den Neuansteckungen.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 7.890 Personen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert. Am Vortag waren es 12.340. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 463.419 Personen festgestellt.

Im Zusammenhang mit Corona gab es 18 weitere Todesfälle, nach 41 am Vortag Die Gesamtzahl stieg damit auf 10.121.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,17, nach 1,37 am Vortag. Der 7-Tage-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 1,21 angegeben

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Großbritannien)

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