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Deutsche Produktion bricht wegen Coronakrise ein: minus 17,9 Prozent

·Lesedauer: 3 Min.

Die deutsche Industrie rechnet auch in den kommenden drei Monaten mit einem Produktionsrückgang. Allerdings dürfte sich der Einbruch verlangsamen.

Die deutsche Industrie leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise. Foto: dpa
Die deutsche Industrie leidet unter den Auswirkungen der Coronakrise. Foto: dpa

Deutsche Unternehmen haben ihre Produktion im April angesichts der Coronakrise stark gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statische Bundesamt am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten nur mit einem Rückgang von 16,0 Prozent gerechnet, nachdem es schon im Vormonat um 8,9 Prozent nach unten gegangen war. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es sogar einen Einbruch von 25,3 Prozent. „Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991“, hieß es.

„Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu. „Mit der schrittweisen Lockerung der Schutzmaßnahmen und der Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie setzt nun die wirtschaftliche Erholung ein.“ Der Weg dürfte aber steinig werden: Der exportabhängigen Industrie brachen die Aufträge im April in Rekordtempo weg. Sie fielen um 25,8 Prozent niedriger aus als im März.

Die Industriebetriebe erwarten daher für die kommenden drei Monate einen weiteren Rückgang ihrer Produktion, der allerdings nicht mehr so stark ausfallen dürfte. Der Ifo-Index zu den Produktionserwartungen stieg im Mai auf minus 20,4 nach minus 51,0 Punkten im April, wie das Ifo-Institut unter Berufung auf eine Umfrage unter Unternehmen mitteilte. Das sei zwar der größte Anstieg seit der Wiedervereinigung. „Aber das bedeutet nur, dass der Sturzflug nun flacher wird“, erläuterte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Wie die Umfrage weiter zeigt, erwarten die Hersteller pharmazeutischer Erzeugnisse mittlerweile einen schwachen Rückgang ihrer Produktion. Der Index für die Pharma-Branche fiel im Mai auf minus drei Punkte nach plus 14 Zählern im April. In der Bekleidungsindustrie bleibt die Stimmung extrem pessimistisch. Der Index fiel im Mai auf minus 88 Punkte nach minus 72 im April.

In der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie bei der Herstellung von Metall-Erzeugnissen stiegen die Erwartungen, signalisieren aber weiter einen Produktionsrückgang. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen, im Maschinenbau, in der Chemie und bei Herstellern von Druckerzeugnissen. Bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln verbesserte sich der Indexwert auf minus 5 Punkte.

Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen erklärte zum Einbruch der Produktion: „Zu einem beträchtlichen Teil ist dies auf den weitgehenden Fertigungsstopp in der Automobilindustrie zurückzuführen. Da diese im Mai wieder angefahren wurde, dürfte die Produktion im April den Tiefpunkt erreicht und bereits im Mai wieder merklich zugelegt haben. Dies würde aber kaum etwas daran ändern, dass das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal mit einer zweistelligen Rate sinken wird.“

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, sagte: „Die ganze Dramatik der Corona-Pandemie tritt jetzt zutage. Das künstliche Koma der deutschen Volkswirtschaft macht sich nun massiv negativ in den Wirtschaftsdaten für den April bemerkbar. Dies zeigt, wie heftig der Konjunktureinbruch in den Frühjahrsmonaten ausfällt. Das ist der stärkste jemals gemessene Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird im zweiten Quartal vermutlich um mehr als zehn Prozent schrumpfen. Für Friedenszeiten ein zuvor noch nie gemessener Wert.“

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