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Deutsche Industrie für internationale Klima-Zusammenarbeit

·Lesedauer: 2 Min.
Siegfried Russwurm, neuer Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), im Rahmen eines dpa-Interviews.
Siegfried Russwurm, neuer Präsident vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), im Rahmen eines dpa-Interviews.

Allein wird sich Deutschland nicht erfolgreich gegen den Klimawandel stemmen können. BDI-Präsident Russwurm regt deshalb mehr internationale Zusammenarbeit an. Wäre ein Klimaclub die Lösung?

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie plädiert für eine stärkere internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels.

Nur so sei eine substanzielle Wirkung zu erzielen, die deutschen Emissionen allein hätten keinen größeren Einfluss auf das Weltklima, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, der Deutschen Presse-Agentur. «Im Kampf gegen die Erderwärmung müssen Deutschland und Europa es schaffen, Klimaschutz so global wie möglich zu vereinbaren», forderte er.

Die Bundesregierung will auf Initiative von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) einen internationalen Klimaclub ins Leben rufen. Eine Staatenallianz soll beim Klimaschutz vorangehen. Ziel ist es, die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens zu beschleunigen und gleichzeitig jene Länder vor wirtschaftlichen Nachteilen zu schützen, die ihre Unternehmen zu Klimaschutzauflagen verpflichten. Deutschland will den Plan zunächst mit Frankreich und anschließend mit der EU-Kommission diskutieren.

Die Mitglieder des Klimaclubs sollen sich dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichten und Klimaneutralität bis spätestens 2050 anstreben. Mit dem 1,5-Grad-Ziel ist die Absicht gemeint, den globalen Temperaturanstieg durch den Treibhauseffekt seit Beginn der Industrialisierung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Als klimaneutral gelten Prozesse, die unterm Strich die Atmosphäre nicht mit zusätzlichen Treibhausgasen belasten.

Auf dem Weg zu diesen Zielen sollen die Clubmitglieder ambitionierte Zwischenziele festlegen. Die Teilnahme steht laut Kabinettsbeschluss grundsätzlich allen Ländern offen.

Russwurm betonte, nationaler Ehrgeiz im Alleingang koste Wohlstand - «und das schreckt andere davon ab, unserem Vorbild nachzueifern». Unter anderem müsse man versuchen, die G20 - und damit auch China - für den Klimaschutz zu gewinnen. «Das ist eine schwierige Diskussion, aber trotzdem die richtige Diskussion», betonte er. Außenwirtschaftspolitik sei ein wichtiges Feld für den Klimaschutz. «Da ist noch Luft nach oben, da muss die EU aktiver werden.»

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