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Deutsche Anleihen: Deutliche Kursgewinne nach schwachen US-Konjunkturdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Donnerstag nach schwachen US-Konjunkturdaten zugelegt. Zuletzt stieg der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> um 1,12 Prozent auf 157,88 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 0,80 Prozent.

Die US-Wirtschaft ist im Frühling überraschend in eine technische Rezession gerutscht. Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal laut einer ersten Schätzung auf das Jahr hochgerechnet um 0,9 Prozent. Da die US-Wirtschaft schon im ersten Quartal um annualisiert 1,6 Prozent geschrumpft ist, ist die Definition einer technischen Rezession erfüllt.

Die als sicher geltenden Anleihen waren daher gefragt. Die Erwartungen an weitere deutliche Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed wurden so etwas gedämpft. "Die US-Notenbank wird sich derweil nicht aus der Ruhe bringen lassen", erwartet allerdings Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Wirtschaft schrumpfe vor allem aufgrund eines kräftigen Lagerabbaus. Gitzel rechnet mit weiteren spürbaren Zinserhöhungen. "Allerdings dürfte aufgrund des Rückgangs der Bauinvestitionen eine neuerliche Zinsanhebung um 0,75 Prozentpunkte im September vom Tisch sein." Die Fed hatte zuletzt am Mittwoch den Leitzins um 0,75 Punkte angehoben.

Die Inflation in Deutschland hält sich trotz einer weiteren leichten Abschwächung hartnäckig über der Marke von sieben Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent. Im Juni lag die Jahresteuerungsrate noch bei 7,6 Prozent und im Mai sogar bei 7,9 Prozent. Der Druck auf die EZB, die Leitzinsen anzuheben, dürfte anhalten. Schließlich ist der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI im Juli sogar um 8,5 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Die EZB strebt für gesamten Währungsraum eine Rate von zwei Prozent an.

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