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Dax leicht im Plus – Bessere Stimmung in Chefetagen

Ob die Jahresendrally noch aussteht oder schon vorüber ist, bleibt ungewiss. Am heutigen Montag geht der Dax mit einem deutlichen Plus in den Handel.

Der deutsche Leitindex startet mit einem Plus von 0,63 Prozent bei 13.247 Punkten in die neue Woche. Im Tagesverlauf verliert der Dax Punkte und liegt derzeit noch 0,39 Prozent im Plus. Am Freitag ging der Dax 0,2 Prozent höher bei 13.163 Punkten aus dem Handel. Damit näherte er sich wieder seinem erst kürzlich markierten Jahreshoch von 13.374 Zählern an, das er vergangenen Dienstag erreicht hatte.

Der wichtigste Termin für Anleger ist am heutigen Montag die Veröffentlichung des Ifo-Index. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im November aufgehellt.

Das Barometer für das Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 0,3 auf 95,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten genau damit gerechnet.

„Die deutsche Konjunktur zeigt sich widerstandsfähig“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage und ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas besser als zuletzt.

Europas größte Volkswirtschaft war im Sommer einer Rezession nur knapp entronnen: Sie wuchs wegen der guten Kauflaune der Verbraucher, des anhaltenden Baubooms und wieder anziehenden Exporten um 0,1 Prozent, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr noch um 0,2 Prozent geschrumpft war. Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft aber noch keine Trendwende zum Besseren zu. Derzeit zeichne sich für das vierte Quartal eine Stagnation ab.

Die Talfahrt von Bitcoin geht unterdessen weiter. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verliert am Montag gut zwölf Prozent und ist mit 6441,77 Dollar so billig wie zuletzt vor sechseinhalb Monaten. Auslöser des jüngsten Ausverkaufs ist der verstärkte Druck der chinesischen Regierung auf den Handel mit Kryptowährungen.

Staatspräsident Xi Jinping hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, die Entwicklung der Blockchain-Technik zu intensivieren und damit unter anderem eine Rally beim Bitcoin-Kurs ausgelöst. Investoren hatten Xis Worte als Signal einer Lockerung der restriktiven chinesischen Haltung gegenüber Kryptowährungen interpretiert. Dies entpuppe sich nun als Irrtum, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research: „Die Enttäuschung dürfte bei Anlegern noch eine Weile mitschwingen.“

Die italienische Großbank Unicredit hat Gespräche mit der Koc Holding über das gemeinsam gehaltene Joint Venture, die türkische Koc Finanical Services, bestätigt. Es gebe aber noch keine endgültige Entscheidung, teilte Unicredit mit. Reuters hatte am Wochenende unter Berufung auf Insider berichtet, Unicredit starte ihren Rückzug aus der Türkei.

Dazu fahre die Hypovereinsbank-Mutter das Engagement bei dem türkischen Institut Yapi Kredi zurück. Beide Seiten hätten eine entsprechende Vereinbarung erzielt. Dies gilt als erster Schritt eines Unicredit-Ausstiegs aus der rezessionsgebeutelten Türkei. Demnach will das größte italienische Geldhaus seinen 50-Prozent-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen, das Yapi Kredi kontrolliert, an den Joint-Venture-Partner Koc verkaufen.

Blick auf die Einzelwerte

Siemens Gamesa: Die Aktien von Siemens Gamesa legen mehr als neun Prozent zu. Händler begründen das mit einem Bericht, wonach Siemens erwäge, seinen Anteil an dem Windanlagenbauer auszubauen. Die Siemens AG erwägt unterrichteten Kreisen zufolge, den acht-Prozent-Anteil von Iberdrola SA am Windkraftanlagen-Hersteller Siemens Gamesa Renewable Energy SA zu kaufen, um die Energiesparte zu stärken.

Encavis: Der Produzent von Strom aus erneuerbaren Energien hat von den vorteilhaften Wetterbedingungen profitiert und in den ersten neun Monaten seinen Gewinn kräftig gesteigert. Bei einem Umsatzplus von elf Prozent auf 223,4 Millionen Euro kletterte das operative Ergebnis (Ebit) um 21 Prozent auf 121,8 Millionen Euro. „Eine bemerkenswerte Leistung angesichts der außergewöhnlich starken Vergleichperiode 2018, dem sogenannten 'Jahrhundertsommer' des Jahres 2018“, teilte der Vorstand mit. Er bekräftigte die bereits angehobene Prognose. Die Aktie des Konzerns notiert bei minus 1,24 Prozent.

Swiss Re: Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hält an seinen seit 2016 geltenden Finanzzielen fest. „Swiss Re bestätigt Strategie und Geschäftsziele und stellt Pläne für weiteres profitables Wachstum im Reinsurance-Bereich vor“, erklärte der Konzern aus Zürich am Montag vor einer Investorenveranstaltung in London. „Die Kapitalausstattung von Swiss Re ist nach wie vor sehr stark und bildet die Grundlage für attraktive Wachstumsmöglichkeiten und Aktionärsrenditen.“

Swiss Re hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, dass das Eigenkapital im Schnitt sieben Prozent mehr Ertrag abwerfen soll als zehnjährige US-Staatsanleihen. Aktuell entspräche das einer Eigenkapitalrendite von rund 8,8 Prozent. 2018 waren es wegen Milliardenzahlungen für Naturkatastrophen lediglich 1,4 Prozent. Das ökonomische Eigenkapital je Aktie - basierend auf den unternehmensinternen Modellen - soll jährlich um zehn Prozent steigen. Zudem stellt der Konzern seinen Aktionären weiterhin attraktive Dividenden in Aussicht. Die Aktie des Unternehmens notiert derzeit 0,09 Prozent im Minus.

Borussia Dortmund: Unmittelbar vor Beginn der Hauptversammlung steigen Anleger bei Borussia Dortmund (BVB) aus. Die Aktien des Fußball-Bundesligisten fallen nach dem 3:3 gegen Tabellen-Schlusslicht Paderborn um 1,47 Prozent.

Handelsblatt-Analystencheck: Jefferies belässt Unicredit auf „buy“

Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Unicredit nach einem Medienbericht über den geplanten Rückzug aus dem Türkei-Geschäft auf „Buy“ mit einem Kursziel von 14 Euro belassen. Die Trennung von der Beteiligung an der türkischen Yapi Kredi wäre sinnvoll, schrieb Analyst Benjie Creelan-Sandford in einer am Sonntag vorliegenden Studie. Zwar würden Gewinne in kleinerem Umfang verloren gehen, die Maßnahme würde aber viel ansonsten gebundenes Kapital freisetzen. Grundsätzlich sei eine Reduktion der Bilanzkomplexität der Unicredit ein potenzieller Kurstreiber.

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