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Corona-Wirrwarr um Booster-Zeit, Schulöffnungen und Quarantäne: Was in den Bundesländern gilt

·Lesedauer: 4 Min.
Im Einzelhandel erhalten in den meisten Ländern nur Geimpfte und Genesene Zutritt, Kunden müssen außerdem Maske tragen. Bundesweit einheitlich ist die Regel nicht.
Im Einzelhandel erhalten in den meisten Ländern nur Geimpfte und Genesene Zutritt, Kunden müssen außerdem Maske tragen. Bundesweit einheitlich ist die Regel nicht.

Man kennt es nach zwei Jahren Corona-Pandemie: die Vorteile und Tücken des Föderalismus. Was in einem Bundesland erlaubt ist, kann zehn Kilometer weiter längst verboten sein. Wer über den Jahreswechsel Freunde und Familie besuchen fährt, sollte also vor der Abreise noch einmal die Corona-Verordnungen des Zielorts durchlesen. Wir geben einen Überblick, wo die Unterschiede liegen.

Booster-Impfungen: Wer bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, ist in einigen Bundesländern von der Testpflicht ausgenommen, wenn in Fitnessstudios oder Restaurants ein negativer Schnelltest erwartet wird. Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hatten bereits umgesetzt, worauf sich die Gesundheitsministerkonferenz Mitte Dezember geeinigt hat. Doch wieder kochen einige Bundesländer ihr eigenes Süppchen: In Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt sind Geboosterte nicht von der Testpflicht ausgenommen – auch Hamburg bleibt streng.

Die nächste Falle lauert bei der Frage, ab wann die Auffrischungsimpfung gültig ist. Wer sich die dritte Corona-Spritze setzen lässt, bekommt das digitale Zertifikat in der Regel sofort ausgestellt. Studien gehen davon aus, dass der Booster-Schutz fünf bis zwölf Tage nach der Drittimpfung wirkt. Ungeachtet dessen unterscheiden die Bundesländer: In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist man sofort von 2G-plus befreit, in Thüringen und Bayern müssen erst 14 Tage vergehen, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek.

In ganz Deutschland gibt es zudem Unterschiede, wer zur Auffrischungsimpfung zugelassen ist – von vier Wochen (Nordrhein-Westfalen) bis fünf Monate ist alles möglich.

Während Lauterbach verkürzen will, sitzt man im Süden jetzt noch länger in Quarantäne

Quarantäne: In den meisten Bundesländern sind Geimpfte und Genesene, die mit einem Infizierten Kontakt hatten, von der Quarantänepflicht ausgenommen. Ausnahmen gelten nur für Reisende, die aus Virusvariantengebieten kommen. Unterschiede gibt es bei der Länge der Absonderungszeit und dabei, ob man sich freitesten kann.

Obwohl auf der ganzen Welt gerade über eine verkürzte Quarantäne diskutiert wird, hat zum Beispiel Baden-Württemberg diese Zeitspanne erst kürzlich verlängert. Kontaktpersonen müssen 14 Tage in Absonderung, Coronakranke zehn Tage. Freitesten ist erst ab dem siebten Tag erlaubt. Allerdings reicht dafür dann ein Schnelltest aus. Und in Bayern hält man es wieder genau andersherum, hier wurde zum 28. Dezember die Quarantänezeit verkürzt, nämlich auf zehn Tage statt bisher 14 Tagen bei Kontaktpersonen und der Verkürzungsmöglichkeit durch einen negativen PCR-Test auf sieben Tage.

Ferienende: Die Unterschiede fingen schon vor Weihnachten an. Während in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen und sechs weiteren Bundesländern die Kinder bis zum 23. Dezember in den Klassenzimmern saßen, machten Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt eine Ausnahme und zogen den Beginn der Weihnachtsferien vor. Im Januar startet voraussichtlich in allen Bundesländern die Schule wieder wie gewohnt – in manchen Ländern eben nach dem Feiertag Heilige Drei Könige und in anderen schon zum Montag, 3. Januar.

Nur Thüringen setzt Corona-bedingt auf Lernen von zu Hause aus. Erster Schultag ist zwar der 3. Januar. Allerdings sollen die Kinder und Jugendlichen die ersten beiden Schultage zu Hause bleiben, so sieht es der aktuelle Plan des Bildungsministeriums vor. Die Schulleitungen und Lehrer sollen sich bis Mittwoch einen Überblick verschaffen darüber, wer infiziert, wer in Quarantäne oder sogar erkrankt ist.

Doch der Plan ist nicht wasserdicht: Beim Oberverwaltungsgericht in Weimar liegen mehrere Anträge vor, die sich gegen flächendeckenden Distanzunterricht und auch gegen die Pläne richten, die ersten beiden Tage ohne Präsenzunterricht zu organisieren. Je nachdem wie das Gericht entscheidet, kann es also noch Änderungen geben, auch kurzfristig.

Der Einzelhandel wehrt sich gegen 2G – allerdings nur zweimal mit Erfolg

Einzelhandel: In Niedersachsen darf schon seit dem 19. Dezember wieder jeder ohne Impfpass oder Armbändchen einkaufen: Die 2G-Regel im Einzelhandel wurde vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg vorläufig aufgehoben. Die Maßnahme sei zur weiteren Eindämmung des Coronavirus nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar, entschied das Gericht. Auch in Thüringen liegt dem Oberverwaltungsgericht bereits eine Klage gegen die 2G-Regel vor.

In Bayern wird es richtig kompliziert: Schmuckgeschäfte oder Handyläden müssen den 2G-Nachweis ihrer Kunden kontrollieren, wer dagegen Jacken verkauft, der braucht keine Kontrolle mehr am Eingang. Grund: Bekleidungsgeschäfte in Bayern dienen genauso wie Buchhandlungen oder Blumenläden der "Deckung des täglichen Bedarfs" und unterliegen somit nicht der 2G-Regel. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. In allen anderen Bundesländern bleibt es dabei: Zutritt zu Geschäften, die nicht den täglichen Bedarf abdecken – wie Apotheken oder Supermärkte –, bekommen nur Geimpfte oder Genesene.

Zwar ist das Infektionsgeschehen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, was auch der Grund für die mannigfaltigen Regeln in ganz Deutschland sind. Allerdings machen die Ministerpräsidentinnen und Länderchefs damit den Bürgern auch das Leben schwer. Wer nahe zum Nachbarstaat wohnt oder Freunde besucht, dem helfen vielleicht Smartphone-Apps wie "Darf ich das?" von der Björn-Steiger-Stiftung.

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