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Corona-Maßnahmen: Die meisten halten sich an die Kontaktbeschränkungen

Die Regeln unterscheiden sich ein wenig in jedem Bundesland, auch die Strafen sind unterschiedlich. Aber halten sich die Menschen in Deutschland auch an die neuen Verhaltensmaßnahmen in der Coronakrise?

Nüscht los aufm Alex. Der Alexanderplatz in Berlin bleibt wie viele öffentliche Orte derzeit wegen der Coronakrise meist verwaist. (Bild: REUTERS/Fabrizio Bensch)

Vor allem in den deutschen Großstädten lässt sich eine erste Bilanz ziehen, ob sich die Menschen an die Vorgaben zur Eindämmung des Covid-19-Virus halten. Denn in Ballungsräumen ist es am schwierigsten, Gruppen zu vermeiden und den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dabei hatte die Bundesregierung bei der Erklärung zu den Kontaktbeschränkungen sehr deutlich gemacht, dass es sich um Regeln handelt, bei denen Verstöße durchaus mit Strafen geahndet werden können.

Nur einige hundert Verstöße

Allein in Berlin, Hamburg, Köln und München wohnt fast ein Zehntel aller Deutschen, wie also sieht es in den Metropolen des Landes in der ersten Woche der Kontaktbeschränkungen aus? In der Hauptstadt, mit ihren 3,6 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste des Landes, führt die Polizei mehrfach täglich Kontrollen durch. Mit mehreren hunderten Beamten wird versucht, die Einhaltung der Maßnahmen durchzusetzen. Bisher seien die meisten Verstöße in der Gastronomie vorgekommen, so die Berliner Polizei. Rund 180 insgesamt, meistens waren es Restaurants oder Cafés, die noch geöffnet hatten und dann von den Beamten dichtgemacht wurden. Insgesamt schrieben die Polizisten über 100 Strafanzeigen wegen “Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkung".

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Auch in Deutschlands zweitgrößter Stadt führt die Polizei regelmäßige Kontrollen durch. Hier stellte ein Polizeisprecher den 1,8 Millionen Hanseaten ein gutes Zeugnis aus. "Die Leute halten sich zum überwiegenden Teil an die Allgemeinverfügung des Senats", sagte er gegenüber dem Stern. Zwar seien in der vergangenen Woche insgesamt etwa 600 Verstöße festgestellt worden, aber dabei sei nicht immer von Vorsatz auszugehen. "Die Polizei Hamburg will Augenmaß walten lassen", so der Sprecher weiter, deshalb sei es in den meisten Fällen auch nicht zu einer Anzeige gekommen. Die Hamburger Polizei kontrolliert schon seit der vergangenen Woche, bevor also die bundesweiten Einschränkungen in Kraft traten.

Durch die weitestgehend leeren Straßen seien andere Formen der Kriminalität zurück gegangen. Dafür hat die Polizei in Hamburg mit einer neuen, perfiden Form des Enkeltricks zu kämpfen. Älteren Bürgern werde vorgetäuscht, Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zu sein, um sich Zutritt zu deren Wohnungen zu verschaffen.

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Auch in Köln scheinen die Rheinländer sich an die Maßnahmen zu halten. Dem Stern sagte ein Polizeisprecher: "Unser Eindruck ist, dass die Menschen sehr diszipliniert sind." Eine Statistik zu den Verstößen gebe es aber bislang noch nicht. Doch auch hier nehmen dafür die klassischen Straftaten wie Taschendiebstahl oder Wohnungseinbrüche deutlich ab. In Nordrhein-Westfalen haben die Behörden einen Strafenkatalog veröffentlicht, womit Menschen bei Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen zu rechnen haben. Ein Picknick im Park zum Beispiel kann die Teilnehmenden 250 Euro kosten. Lässt jemand sein Restaurant oder Fitness-Studio unerlaubt geöffnet, hat er mit Bußgeldern zwischen 4000 und 5000 Euro zu rechnen.

Weiter südlich kontrolliert die Münchener Polizei ebenfalls mit großem Aufwand die Einhaltung der Regeln. Seit Montag habe es mehr als 5000 Kontrollen in der bayerischen Landeshauptstadt gegeben, schrieb sie auf Twitter. Dabei seien lediglich 200 Verstöße festgestellt worden. Etwas mehr als die Hälfte führte zu einer Anzeige.

Ob dies eine gute oder schlechte Quote ist, wollte die Polizei München so schnell nicht festlegen. Gemessen an den acht Millionen Einwohnern der vier größten deutschen Städte muss man aber bilanzieren, dass sich die meisten Menschen bisher recht gut an die Allgemeinverordnung der Bundesregierung halten.

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