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Apple-Keynote: Der iKonzern überholt die Apple Watch und das iPad

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 5 Min.
Apple-CEO Tim Cook: Keynote in Corona-Zeiten im Apple Park (Foto: © Apple)
Apple-CEO Tim Cook: Keynote in Corona-Zeiten im Apple Park (Foto: © Apple)

Alles wie erwartet: Auf seinem virtuellen Presse-Event hat Apple neue Smartwatches, Tablets und ein neues Abonnement-Bundle vorgestellt. Neue iPhones werden unterdessen erst im Oktober erwartet.

Vorgang auf zur zweiten virtuellen Apple-Keynote: Unter dem Motto "Time flies" hatte der Kultkonzern aus Cupertino zum traditionellen September-Event eingeladen, das Corona-bedingt jedoch ohne Publikum abgehalten wurde. Stattdessen präsentierte Apple Nutzern rund um den Erdball seine Produktneuheiten aus dem Apple Park virtuell wie in einem einstündigen Produktvideo.

Im Zentrum der Apple-Veranstaltung standen erwartungsgemäß zwei Bestseller-Produkte, die eine Generalüberholung erhielten: die Apple Watch und das iPad. Die vor fünfeinhalb Jahren gelaunchte neue Smartwatch verortete CEO Tim Cook immer wieder als Produkt für den gesundheitlichen Nutzen. “Eines Tages werden die Leute zurückblicken und erkennen, dass Apples größte Errungenschaft darin besteht, zur Gesundheit der Menschen beigetragen zu haben”, stellte Cook vor einem Jahr noch mal klar.

Apple Watch Series 6: Neue Features für Corona-Zeit

Die Apple Watch wurde dazu mit immer neuen Features ausgestattet. Nachdem die Apple Watch im vergangenen Jahr erstmals mit EKG-Funktion und Sturzerkennung daherkam, hat der wertvollste Konzern der Welt die meistverkaufte Uhr der Welt in der sechsten Generation nunmehr mit zahlreichen neuen Anwendungen versehen, die sich in der Corona-Zeit als nützlich erweisen.

So kommt die Apple Watch Series 6, die hierzulande ab 418 Euro zu haben ist, endlich mit der lang erwarteten Schlafaufzeichnung daher und erkennt zudem automatisch, ob sich der Träger regelmäßig und ausreichend lange die Hand wäscht. Am meisten Beachtung dürfte jedoch der Blutsauerstoff-Sensor und die dazugehörige App finden, mit der Nutzer die Sauerstoffsättigung des Blutes messen und so den allgemeinen Fitnesszustand und das Wohlbefinden einschätzen können. (Bei Corona-Infizierten etwa sinkt die Sauerstoffsättigung deutlich ab, ohne dass Patienten eine Luftnot bemerken.)

Apple entkoppelt die Apple Watch für Familienmitglieder vom iPhone

Mit der neuen Apple Watch SE macht der Techpionier zudem Interessenten, die schon länger mit einer Smartwatch aus Cupertino liebäugelten, ein erschwingliches Angebot: 291 Euro kostet das Einstiegsmodell mit Retina Display und S5-Chip. Die beiden neuen Apple Watch-Modelle sind in individueller Konfiguration bereits ab Freitag im Handel erhältlich.

Mit watchOS 7 führt Apple zudem erstmals die Familiennutzung einer Apple Watch ein: Kinder oder ältere Familienmitglieder eines Haushalts, die kein eigenes iPhone besitzen, können auf diesem Weg die wichtigsten Kommunikations-, Gesundheits-, Fitness- und Sicherheitsfunktionen nutzen. In anderen Worten: Apples Smartwatch wird erstmals vom iPhone entkoppelt – und damit für eine neue Käuferschicht interessant, wie der Finanzinformationsdienst CNBC herausarbeitet.

Original-iPad und iPad Air erhalten Updates

Fünf Jahre bevor die Apple Watch als neuer Hoffnungsträger gelauncht wurde, hatte Apple das iPad als neue Produktkategorie vorgestellt. Das Tablet aus Cupertino entwickelte sich schnell zum Kassenschlager – die Hoffnung, dass es zum mutmaßlichen iPhone-Nachfolger avancieren könnte, erfüllte sich indes nie. Bereits dreieinhalb Jahre nach dem Launch gingen die Verkäufe bereits wieder zurück.

Seitdem hat Tim Cook viel mit einer Diversifikation des Angebots in Form des iPad mini, iPad Air und iPad Pro unternommen, um seiner Tabletsparte wieder zum Wachstum zu verhelfen – mit bestenfalls kurzfristigem Erfolg. Ob die gestern vorgestellten neuen Modelle daran etwas ändern dürften, erscheint zumindest fraglich.

Bereits in der achten Generation wurde das Original-iPad aufgefrischt – wenn auch nur unter der Oberfläche mit einem deutlich schnelleren A12-Bionic-Prozessor. Einsteiger kommen bereits ab 369 Euro zum Zuge – ein erschwingliches Angebot, das in Zeiten der Pandemie für “Stay-at-Home”-Nutzer attraktiv erscheinen dürfte.

70 Prozent mehr (632 Euro) müssen Kunden berappen, die sich für das mittlere Modell entscheiden. Das generalüberholte iPad Air erscheint dafür ab Oktober in einem All-Screen-Design, das an das iPad Pro erinnert, in einer Bilddiagonalen von 10,9 Zoll.

Apple One: Lang erwarteter Abo-Dienst wird Realität

Mit Apple One stellte CEO Tim Cook zudem das von der Wall Street sehnlich erwartete Abo-Bundle vor, das zahlreiche Apple-Dienste vereint. In Deutschland können im Herbst zunächst Apple Music, Apple TV+, Apple Aracade und iCloud gebündelt abonniert werden – als Individualnutzer oder für bis zu sechs Familienmitglieder.

Kunden im englischsprachigen Raum (USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien und Irland) können zudem die Variante „Apple One Premier“ abonnieren, die zusätzlich das journalistische Angebot Apple News+ und den neuen Dienst Apple Fitness+ umfasst, der virtuelle Fitnesskurse anbietet und dabei Daten der Apple Watch verarbeitet.

Auf eine Ankündigung neuer iPhones, die der IT-Pionier traditionell im September vorstellt, mussten Apple-Fans gestern allerdings warten. Apple-CEO Tim Cook hatte auf die Verzögerung in der letzten Analystenkonferenz indes bereits hingewiesen. Die Keynote, in der Apple das iPhone 12 in verschiedenen Modellen vorstellt, wird im Oktober erwartet.