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Corona-Gewinner: Amazon verbucht in Pandemie Rekordquartal

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 3 Min.
Amazon Geschäft boomt – besonders mitten in der Corona-Krise (Foto: © Amazon)
Amazon Geschäft boomt – besonders mitten in der Corona-Krise (Foto: © Amazon)

Konzernchef Jeff Bezos nennt es ein „höchst ungewöhnliches Quartal“: Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise verbuchte Online-Pionier Amazon den erfolgreichsten Dreimonatszeitraum seiner Unternehmenshistorie und übertrifft alle Erwartungen der Wall Street.

Wirklich neu ist die Erkenntnis nicht: Amazon ist als sogenanntes „Stay-at-Home“-Unternehmem einer der ganz großen Gewinner der COVID-19-Pandemie. Das reflektiert bereits der beachtliche Kursverlauf der Amazon-Aktie, die seit Jahresbeginn um enorme 73 Prozent vorne liegt und sich seit den Jahrestiefs im Zuge des Corona-Crashs verdoppelt hat.

Die fundamentale Bestätigung für die Ausnahmestellung an der Wall Street lieferte der wertvollste Internetkonzern der Welt nach Handelsschluss bei Vorlage seiner jüngsten Geschäftsbilanz für das abgelaufene Juni-Quartal.

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Gewinn mehr als verdoppelt

Das inzwischen 26 Jahre alte US-Unternehmen konnte die Erwartungen der Analysten nach jeder Lesart pulverisieren. Der Umsatz zog um bemerkenswerte 40 Prozent auf nunmehr bereits 88,9 Milliarden Dollar an. Konzernchef Bezos verzeichnete damit mitten in der Corona-Krise die höchsten Erlöse der Firmengeschichte und übertraf die Konsensschätzungen der Analysten spielend. Die Wall Street hatte nämlich lediglich mit Umsätzen in Höhe von 81,56 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Amazon noch 63,4 Milliarden Dollar erlöst.

Auch die Gewinne explodierten förmlich. Unter dem Strich hat der E-Commerce-Gigant in den 91 Tagen von Anfang April bis Ende Juni nämlich netto 5,2 Milliarden Dollar verdient – und damit das Konzernergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als Amazon noch 2,6 Milliarden Dollar Profit eingefahren hatte, verdoppelt.

Wie deutlich der Online-Pionier die Erwartungen der Wall Street pulverisierte, wurde beim Blick auf die Entwicklung des Gewinns je Aktie deutlich, der von 5,22 Dollar je Aktie auf 10,30 je Anteilsschein anzog. Die Konsenschätzungen der Analysten hatten lediglich bei 1,46 Dollar je Aktie gelegen.

“Super Thursday” an der Wall Street: Totaler GAFA-Triumph

“Sie haben nicht mal versucht, ein enorm profitables Quartal zu erzielen”, ordnete CNBC-Marktkommentator James Cramer (“Mad Money”) das Zahlenwerk ein. “Sie haben aggressiv investiert, um Kapazitäten für die ‘Stay-at-Home’-Wirtschaft zu schaffen und um ihre Angestellten zu schützen”, analysierte Cramer.

Allein zwischen April und Juni hat Amazon 175.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. “Dies war ein höchst ungewöhnliches Quartal, und ich könnte nicht stolzer auf und unseren Mitarbeitern rund um die Welt nicht dankbarer sein”, erklärte CEO Bezos in einem begleitenden Statement zur Quartalsbilanz.

Cloudsparte AWS leicht unter Erwartungen

Der Konzerngewinn wurde erneut zum Großteil von der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) bestritten, die im zweiten Quartal bei Umsätzen von 10,8 Milliarden Dollar (ein Zuwachs von 29 Prozent) allein einen operativen Gewinn von 3,26 Milliarden Dollar verbuchte. Allein: Die Wall Street hatte mit Umsätzen von 11 Milliarden Dollar, aber auch mit einem geringeren operativen Gewinn – nämlich von 3,01 Milliarden Dollar – gerechnet.

Anleger hielten sich mit der AWS-Entwicklung indes nicht lange auf und schickten die Amazon-Aktie nachbörslich um weitere fünf Prozent auf 3200 Dollar nach oben. “Die großen Tech-Aktien stürmen höher, weil sie entweder direkt von der Pandemie profitieren oder einen Weg gefunden haben, trotzdem Erfolg zu haben”, erklärte Börsenveteran James Cramer mit Blick auf die Kurszuwächse der anderen GAFA-Unternehmen nach Bilanzvorlage.

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Neben Amazon legten auch die Anteilscheine von Apple und Facebook nachbörslich um sechs Prozent deutlich zu, während sich Alphabet-Aktien um ein Prozent verteuerten.

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