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Cornflakes und Videospiele: Welche Firmen als die Börsengewinner von morgen gelten

·Lesedauer: 5 Min.

Digitalisierung und Homeoffice bringen neue Börsen-Stars hervor – auch nach dem Abflauen der Virus-Pandemie. Einige Klassiker bekommen zusätzlich Auftrieb.

Auf der Suche nach den Börsen-Stars von morgen. Foto: dpa
Auf der Suche nach den Börsen-Stars von morgen. Foto: dpa

In der Coronakrise brauchen Anleger starke Nerven. Zunächst ging es für fast alle Asset-Klassen abwärts, die Börsenturbulenzen taten ihr Übriges. Angesichts der anstehenden Lockerungen in zahlreichen Staaten stellen sich viele Investoren jedoch die Frage: wie profitieren von der möglichen Erholung?

Klar ist: Ein möglicher Aufschwung am Ende der Coronakrise wird sich wahrscheinlich nicht auf alle Unternehmen positiv auswirken. Vielmehr wird es einige strukturelle Gewinner geben, die aus der Coronakrise gestärkt hervorgehen. Andere Unternehmen dürfen dagegen dauerhaft an Attraktivität einbüßen – man denke nur an die Aktien der Airlines.

Einige Fondsmanager und Vermögensverwalter haben sich schon positioniert für die Zeit nach dem Einbruch an den Börsen, um von den neuen „Hidden Champions“ zu profitieren. „Trotz der Kursverluste auf breiter Front haben einige Titel auch Boden gutmachen können. Dazu zählt der Softwarespezialist Teamviewer und das IT-Unternehmen Bechtle. Sie profitieren von der beschleunigten Digitalisierung“, sagt Analyst und Fondsmanager René Kerkhoff von der DJE Kapital AG, einer Vermögensverwaltung, die von Dr. Jens Ehrhardt gegründet wurde.

Kerkhoff betreut den Fonds DJE Mittelstand & Innovation und setzt stark auf digitale Zukunftstechnologien. „Der Technologiesektor macht rund 40 Prozent des Fonds aus, 15 Prozent entfallen auf Healthcare, Biotech und Medizintechnik und zehn Prozent auf E-Commerce“, erläutert Kerkhoff.

Die meisten Analysten sind sich einig, dass die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 dafür sorgen wird, dass die Digitalisierung deutlich schneller als erwartet alle Lebensbereiche durchdringt. Homeoffice, E-Learning und Videokonferenzen gehören mittlerweile zur „neuen Normalität“, auch Internet-Apotheken erfreuen sich reger Nachfrage. Zwar sind viele der „Krisengewinnler“ an den Börsen inzwischen recht hoch bewertet, aber Kerkhoff sieht hier noch weiteres Potenzial.

Kundenbindung wird nach der Krise entscheidend sein

„Trotz der Kursgewinne von Aktien aus den Bereichen E-Health, Telemedizin, Fernsoftware und E-Commerce stehen wir meiner Meinung nach erst am Anfang. Auf Sicht der nächsten drei Jahre sehe ich hier große Spielräume für weitere Kursgewinne.“ Unternehmen mit strukturell starkem Wachstum würden zwar schnell überhöht bewertet. Nichtsdestotrotz könnten sie mit ihrem überproportionalen Wachstum in die Bewertung hineinwachsen.

Es gebe immer wieder „Hidden Champions“, er denke da beispielsweise an Medios, einen spezialisierten Großhändler und Produzenten individualisierter Medikamente, sagt DJE-Vermögensverwalter Kerkhoff. Auch Hypoport, ein Unternehmen, das als Netzwerk von Technologieplattformen die Digitalisierung in die Kredit-, Immobilien- und Versicherungsbranche bringt, gehöre zu den strukturellen Gewinnern. Ebenso Versandapotheken, die mit der Einführung des E-Rezepts in Deutschland wachsen.

Allerdings sind die Erfolge keine Selbstgänger, vor allem dann nicht, wenn die Ausgeh- und Reisebeschränkungen schrittweise aufgehoben werden, wie es im Mai geschieht. Dann müssen die Kunden bei der Stange gehalten werden, es beginnen die Mühen der Ebene. „Lieferdienste sind auch nach der Krise gefragt, das Konsumverhalten wird sich nachhaltig verändern. Trotzdem müssen Hellofresh und ähnliche Unternehmen investieren, damit sie die Kunden auch langfristig halten können“, erläutert Kerkhoff. Allerdings hofft er dann auf Impulse aus der Konsolidierung unter den strukturellen Gewinnern. Übernahmen würden nach der Krise zusätzliche Kursfantasie in die Tech-Aktien bringen.

Die Analysten der DWS zeigen sich aktuell vorsichtig optimistisch, was die Eindämmung der Pandemie angeht, warnen aber vor neuen geopolitischen Spannungen. Für den deutschen Leitindex Dax erwarten sie bis März 2021 einen Stand von 12.000 Punkten, momentan steht er bei gut 10.700 Zählern. Damit wäre der Spielraum nach oben relativ begrenzt, ein Argument mehr, eine gezielte Auswahl zu treffen.

E-Games-Hersteller sind gefragt

Ein weiteres Beispiel für ein Segment, das nach der Coronakrise dauerhaft profitieren könnte, sind die E-Games. „Die Branche der Elektronikspiele rückt jetzt mit der Krankheit Covid-19 noch stärker in den Anlagefokus. Dieses Marktsegment profitiert klar vom Lockdown in vielen Ländern. Das gilt auch für Streamingdienste, die von gestiegenen Abonnentenzahlen berichten“, sagt Moritz Rehmann, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Gamax.

Unter Experten gelten beispielsweise Activision, Electronic Arts sowie Embracer als aussichtsreiche Titel, wenngleich die Werte meistens schon einen guten Lauf hatten in den vergangenen Wochen. Auch beim bargeldlosen Bezahlen glaubt Rehmann, dass sich die Digitalisierung beschleunigen wird. „Elektronische Zahlungssysteme setzen sich jetzt schneller durch. Auch kleinere Beträge werden zukünftig von vielen Konsumenten nicht mehr bar bezahlt.“

Aber auch klassische Konsumwerte erhalten einen zusätzlichen Schub, weil es neben den Lieferdiensten auch wieder eine Rückbesinnung auf gemeinsame Mahlzeiten zu Hause gibt. So dürften etwa die Snackhersteller dieses Jahr im Mittel mehr Umsatz machen. „Auch abseits der Elektronik gibt es Verhaltensänderungen.

Mit dem Siegeszug des Homeoffice wurde auch das gemeinsame Frühstück zu Hause aufgewertet. Das spielt beispielsweise klassischen Nahrungsmittelkonzernen und Müsli-Herstellern in die Hände“, sagt Anlageexperte Rehmann. Er nennt keine Favoriten, aber Nestlé, General Mills und Kellog sollten hier laut Branchenexperten ihren Vorteil ziehen können.

Bob Baur, Chefvolkswirt des US-Investmenthauses Principal Global Investors, rät daher zur Auswahl bestimmter Segmente, weil er davon ausgeht, dass die Aktienmarktrenditen in der Breite trotz der jüngsten Erholung für längere Zeit nicht sehr lohnend sein werden. Auf Sicht von ein bis zwei Monaten bevorzugt er Wachstums- und Technologieaktien mit hoher Marktkapitalisierung; diese bisherigen Spitzenreiter sollten weiterhin eine Outperformance erzielen, während sich die Märkte konsolidieren, bevor sie den nächsten Schritt nach oben tun. Wenn das Wachstum zurückkehrt, sollte sich der Aufwärtstrend ausweiten und eine breitere Gruppe von Gewinnern einschließen.

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