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Chinesische Firma erklärt Künstliche Intelligenz zum Mitarbeiter des Jahres

·Freie Autorin
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Erst seit Februar 2021 arbeitet Cui Xiaopan bei dem chinesischen Immobilien-Konzern Vanke als Schuldeneintreiberin. Doch das Unternehmen war so begeistert von ihrer Arbeit, dass sie es zur Mitarbeiterin des Jahres schaffte. Das Besondere daran: Bei Cui handelt es sich nicht etwa um eine Frau, sondern eine Künstliche Intelligenz.

Kein Mensch, sondern eine virtuelle KI wurde in einem chinesischen Unternehmen zum Mitarbeiter des Monats gekürt (Symbolbild: Getty Images)
Kein Mensch, sondern eine virtuelle KI wurde in einem chinesischen Unternehmen zur Mitarbeiterin des Jahres gekürt. (Symbolbild: Getty Images)

Das Mitarbeiterfoto von Cui Xiaopan mag auf eine junge Frau in ihren 20ern hindeuten, die perfekt geschminkt und selbstsicher in die Kamera blickt. Doch das Foto wurde - ebenso wie Cui Xiaopan selbst - am Computer geschaffen. Bei der Schuldeneintreiberin, die seit einem Jahr bei Vanke tätig ist, handelt es sich um eine KI-betriebene Angestellte.

Wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtet, wurde Cui Xiaopan intern mithilfe des KI-Systems Xiaoice, das Microsoft gehört, erstellt und der Buchhaltung zugeteilt. Dort leistete sie so gute Arbeit, dass sie zur Mitarbeiterin des Jahres 2021 ernannt wurde.

In einem Post auf der Social-Media-Plattform WeChat erläuterte der Aufsichtsratsvorsitzende Yu Liang die Entscheidung. Cui Xiaopan habe dank systematischer Algorithmen nicht nur innerhalb kürzester Zeit die Arbeitsweisen ihrer menschlichen Kolleg*innen erlernt, sondern auch die Fehler in deren Abläufen und Datenverarbeitung entdeckt. Sie habe Fähigkeiten bewiesen, die jene der Menschen um das Hunderttausendfache übersteigen würden. Ihre Erfolgsrate beim Eintreiben von überfälligen Zahlungen würden für sich sprechen: Diese liege bei 91,44 Prozent.

KI-Mitarbeiter sollen in chinesischen Unternehmen zunehmen

Für die restlichen 140.000 Mitarbeiter*innen der Vanke Group dürfte die Nachricht kein Grund zur Freude sein, und auch in den sozialen Medien in China schlug die Entscheidung hohe Wellen, wie die "South China Morning Post" schreibt. Überraschend dürfte sie allerdings nicht sein. China hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 Weltmarktführer in Sachen Künstliche Intelligenz zu sein.

Dazu gehört auch, in der Arbeitswelt zunehmend auf KI-basierte Systeme zu setzen. Einem Bericht der Unternehmensberatungsagentur Analysys zufolge werden in chinesischen Firmen noch in diesem Jahr viele weitere virtuelle Angestellte in Betrieb genommen werden. Analysys formulierte es positiv: "Mit diesen künstlichen Mitarbeitern, die mit ihrer hohen Leistung mit gutem Beispiel vorangehen, werden andere Angestellte dazu angetrieben, ihre eigenen Fähigkeiten zu verbessern, was den digitalen Wandel in diesen Unternehmen vorantreiben wird", zitiert die "South China Morning Post" aus dem Bericht.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass ein virtueller Mitarbeiter für Medienrummel sorgt. Vor wenigen Jahren wurden die Nachrichten im chinesischen Staatsfernsehen erstmals von KI-Moderatoren verlesen.

Video: Projekt Botto - Künstliche Intelligenz schafft Kunst

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