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CDU-Bundesvorstand stimmt in Nachtsitzung für Laschet als Kanzlerkandidaten: Söder will in Machtpoker einlenken

Lars Petersen
·Lesedauer: 2 Min.
CDU-Parteivorsitzender Armin Laschet
CDU-Parteivorsitzender Armin Laschet

Der Bundesvorstand der CDU hat sich auf einer mehr als sechsstündigen Krisensitzung am Montagabend erneut für ihren Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen.

Vorausgegangen war eine turbulente Sitzung des Gremiums, auf der stundenlang Laschet- und Söder-Befürworter sich zur Wort meldeten. Im Kern kritisierte vor allem das Söder-Lager, dass die Basis für den Bayer sei und ein Beschluss des Vorstandes zugunsten Laschets damit nicht repräsentativ sei. Aus dem Laschet-Lager wurde bemängelt, dass man nicht nur auf Umfrage (positiv für Söder) achten dürfe. Insgesamt war das Stimmungsbild im Vorstand sehr gemischt.

Doch am Ende wurde dann doch in geheimer Wahl zugunsten Laschets abgestimmt. 31 Stimmen fielen auf Laschet, 9 auf Söder. 6 Personen enthielten sich. Ob damit auch der Machtkampf mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder vorbei ist?

Söder will Votum der CDU akzeptieren

Vor der Sitzung jedenfalls hatte Söder erklärt, die Entscheidung über die Kandidatur obliege allein der CDU. Er stehe zwar bereit, trage aber jedwede Entscheidung des Bundesvorstandes mit. Hält er sich an die Worte, dürfte nun auch die CSU Laschet als Unions-Kanzlerkandidaten mittragen. Am Dienstagvormittag heiß es, Söder wolle das Votum in der Tat akzeptieren. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Parteikreisen - auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. Die CSU hat für Dienstag, 12 Uhr, zu einem Pressestatement in die Parteizentrale in München eingeladen.

Vorangegangen war ein tagelanger offener Machtkampf der beiden Parteichefs. Vorigen Montag hatte sich zunächst der CDU-Parteivorstand bereits für Laschet ausgesprochen, am selben Tag zog die CSU mit Söder nach. Im Verlauf der Tage sprachen sich jedoch immer mehr Landesverbände, Politiker der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag sowie die Junge Union für Söder aus. Der wiederholte an diesem Montag abermals seine Bereitschaft, erklärte aber, dass die Entscheidung letztlich allein bei der CDU liege und er das Votum der Spitzengremien akzeptiere.

Auf der Krisensitzung am Montagabend bei der CDU bekräftigte auch Laschet, dass er Kanzlerkandidat werden wolle – und dass auf der Sitzung darüber eine endgültige Entscheidung gefällt werden solle. “Heute ist der Tag, dies zu entscheiden", so Laschet laut Teilnehmern. "Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen."

Ob die Entscheidung aber auch von der Unionsfraktion im Bundestag und den Laschet-Kritiker an der CDU-Basis akzeptiert wird, muss sich erst noch zeigen. Die Sitzung der Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU am Nachmittag dürfte Klarheit bringen. Hier hatten sich vor einer Woche mehrheitlich Befürworter einer Kandidatur von Söder zu Wort gemeldet.

mit dpa