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Capital Group stockt bei Deutscher Bank auf

·Lesedauer: 3 Min.

Die US-Fondsgesellschaft hat über einen zweiten Fonds ihre Anteile an der Deutschen Bank erhöht. Die Aktie kann davon diesmal aber nicht profitieren.

Der Deutsche-Bank-Großaktionär Capital Group hat seine Beteiligung an Deutschlands größtem Kreditinstitut aufgestockt. Die amerikanische Fondsgesellschaft, die bereits zu Jahresbeginn bei dem Institut eingestiegen war, kaufte über einen zweiten Fonds, den Euro Pacific Growth Fund, 3,61 Prozent der Anteile der Bank. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung von Dienstag hervor.

Die knapp 75 Millionen Aktien, die der Euro Pacific Growth Funds damit gekauft hat, sind an der Börse derzeit rund 580 Millionen Euro wert. Die Deutsche Bank zeigte sich über die Aufstockung erfreut: „Wir begrüßen, dass Capital Group seine Anteile an der Deutschen Bank aufgestockt hat“, sagte ein Sprecher des Instituts. „Wir sehen das als einen klaren Beweis des Vertrauens in unsere strategische Transformation.“

Die Anleger zeigten sich weniger beeindruckt: Die Aktie der Bank notierte ähnlich wie der Deutsche Aktienindex Dax insgesamt am Vormittag leicht im Minus. Der Ersteinstieg der Capital Group im Februar hatte noch einen veritablen Kurssprung ausgelöst.

Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie der Deutschen Bank mit einem Kurszuwachs von mehr als 13 Prozent allerdings deutlich besser geschlagen als der Dax, der praktisch stabil blieb. Noch besser fällt der Vergleich mit dem europäischen Bankenindex Stoxx 600 Banks aus, der rund 40 Prozent an Wert verlor.

Die Deutsche Bank stellte am Abend klar, dass Capital Group weiterhin nicht mehr als fünf Prozent halte. Zuvor hatte es geheißen, die Anteile könnten zusammengerechnet werden. „Auf der Grundlage weiterer Informationen, die wir von unserem Aktionär – The Capital Group – erhalten haben, möchten wir klarstellen: Obwohl die Capital Group ihre Beteiligung an der Deutschen Bank AG erhöht hat, hat die Investition insgesamt die Fünf-Prozent-Schwelle nicht überschritten. Die Beteiligung des Euro Pacific Growth Fund wird der Beteiligung der Capital Group zugerechnet.“

Dennoch wird die Capital Group mit dem Einstieg ihres zweiten Fonds zu einem dominierenden Investor der Deutschen Bank, der mit der Herrscherfamilie aus Katar um die Spitzenposition unter den Großaktionären des Instituts wetteifert. Die Kataris halten nach offiziellen Angaben über zwei Fondsgesellschaften jeweils 3,05 Prozent der Aktien.

Sie sollen aber tatsächlich jeweils knapp fünf Prozent der Anteile kontrollieren, zusammen also knapp zehn Prozent. Investoren müssen eine Veränderung der Beteiligung nur melden, wenn sie bestimmte Meldeschwellen über- oder unterschreiten - etwa bei drei, fünf und zehn Prozent.

Die Capital Group hatte erst vor Kurzem ihre Beteiligung an der Commerzbank von 4,82 Prozent auf mehr als fünf Prozent erhöht. Sie zählt damit auch bei der Commerzbank zu den drei größten Aktionären neben dem Bund mit 15,6 Prozent sowie dem US-Finanzinvestor Cerberus, der zuletzt 5,01 Prozent gemeldet hatte.

Investoren vom Schlag der Capital Group sind prestigeträchtig. Die Kalifornier zählen mit einem verwalteten Vermögen von fast zwei Billionen Dollar zu den weltweit größten Kapitalsammelstellen. Die Gesellschaft bezeichnet sich selbst als langfristig orientiert.

Schon einmal ein- und wieder ausgestiegen

Anders als die meisten anderen Vermögensverwalter bietet die Capital Group außerdem keine börsennotierten Indexfonds, sogenannte ETFs, an, sondern konzentriert sich auf aktiv gemanagte Aktien- und Anleihefonds. Das bedeutet, dass das Fondshaus keine Aktien kauft, nur weil es das wegen des Indexgewichts eines Papiers tun muss.

Der Vermögensverwalter war Bloomberg-Daten zufolge in den Jahren 2011 und 2012 bereits bei der Deutschen Bank ein- und wieder ausgestiegen. Finanzkreisen zufolge soll das Fondshaus auch während der Amtszeit des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs John Cryan kurzzeitig engagiert gewesen sein.

Dabei blieb der Investor aber immer unterhalb der Meldeschwellen. Auch die investierten Summen blieben Finanzkreisen zufolge stets unter dem Niveau der aktuellen Investition.