Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 30 Minuten
  • DAX

    15.497,72
    -25,20 (-0,16%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.156,75
    -15,42 (-0,37%)
     
  • Dow Jones 30

    35.609,34
    +152,03 (+0,43%)
     
  • Gold

    1.786,40
    +1,50 (+0,08%)
     
  • EUR/USD

    1,1646
    -0,0007 (-0,06%)
     
  • BTC-EUR

    56.605,69
    +1.186,40 (+2,14%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.550,31
    +69,51 (+4,69%)
     
  • Öl (Brent)

    82,87
    -0,55 (-0,66%)
     
  • MDAX

    34.579,84
    +39,36 (+0,11%)
     
  • TecDAX

    3.789,06
    +39,83 (+1,06%)
     
  • SDAX

    16.789,94
    +33,10 (+0,20%)
     
  • Nikkei 225

    28.708,58
    -546,97 (-1,87%)
     
  • FTSE 100

    7.200,60
    -22,50 (-0,31%)
     
  • CAC 40

    6.680,62
    -24,99 (-0,37%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.121,68
    -7,41 (-0,05%)
     

Burnout: Als ich mich bei der Arbeit ausgebrannt und nutzlos fühlte, schlug mein Therapeut mir diesen einfachen Trick vor

·Lesedauer: 3 Min.
Anna Codrea-Rado.
Anna Codrea-Rado.

Anfang dieses Jahres bin ich, wie viele in der arbeitenden Bevölkerung, ausgebrannt. Ich war mir mit meiner Selbstdiagnose ziemlich sicher, weil ich gerade sechs Monate damit verbracht hatte, ein Buch über Arbeit zu schreiben, das ein Kapitel über Burnout enthielt. Meine geistige Erschöpfung, mein Zynismus gegenüber meiner Arbeit und das Gefühl der Nutzlosigkeit in meinem Job waren charakteristische Symptome. Ich hatte zunehmend das Vertrauen in die Produktivitäts-Hacks verloren, die meine Generation vor einem Leben voller Überarbeitung und unzureichender Leistung bewahren sollten.

Ich wusste jedoch auch, dass Burnout keine offizielle Diagnose ist und oft einer Depression sehr nahekommt. Also sprach ich mit meinem Arzt, der mich zur kognitiven Verhaltenstherapie überwies. Ich nannte es Burnout, aber der Therapeut identifizierte es als schlechte Stimmung, die durch die Tatsache verschlimmert wurde, dass ich mir keine Zeit für ein Leben außerhalb der Arbeit nahm. Das Heilmittel war ein vorgeschriebener Kurs, bei dem ich meine Hobbys über den Tag verteilte. Der offizielle Begriff dafür ist „Verhaltensaktivierung“, und es bedeutet einfach, den Tag so zu planen, dass er mehr Dinge enthält, die euch Spaß machen.

Der Trick basiert auf der Idee, dass ihr eure Laune heben könnt, indem ihr euer Aktivitätsniveau durch angenehme Tätigkeiten erhöht. „Das bedeutet, dass ihr versucht, euer Leben auf eine Weise wieder aufzunehmen, die euch Vergnügen und Freude bringt“, sagt Athena Robinson, Professorin an der Stanford's School of Medicine und der Chief Clinical Officer bei der Psychiatrie-App Woebot.

Die effektivste Form der kognitiven Verhaltenstherapie

Zuerst war ich skeptisch. Mein Therapeut hatte mich sogar ermutigt, mir ein SMARTes (spezifisches, messbares, erreichbares, relevantes, zeitgebundenes) Ziel zu setzen. Widerstrebend habe ich mir zum Ziel gesetzt, jeden Abend nach getaner Arbeit eine halbe Stunde im Garten zu arbeiten. Meine Zweifel an der Therapie habe ich dann beiseite gelegt, als ich gelesen habe, dass die Verhaltensaktivierung eine der effektivsten Formen der kognitiven Verhaltenstherapie ist.

Während die Verhaltensaktivierung hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, kann sie laut Robinson auch zur Behandlung von Burnout sowie anderer pandemiebedingter psychischer Probleme verwendet werden. „Während der Pandemie haben die Menschen dieses Unwohlsein und die Orientierungslosigkeit gespürt“, sagt sie. „Diese Umstrukturierung wieder zu erleichtern, kann außerordentlich hilfreich sein.“

Es ist eine einfache Technik. Ihr beginnt damit, eure Aufgaben in drei Kategorien einzuteilen. Erstens: Wichtige und notwendige Dinge, die Konsequenzen haben, wenn ihr sie nicht erledigt, wie Arbeitsfristen und Rechnungen bezahlen. Zweitens: Routinemäßige Aktivitäten, die das Leben verbessern, wie Sport und Wäschewaschen. Drittens: Angenehme Dinge, die ihr genießt, wie Hobbys und Freunde.

Dann ordnet ihr sie nach dem Schwierigkeitsgrad. Die einfachsten Aufgaben zuerst, die schwierigsten als Letztes – und erstellt einen Zeitplan. „Es ist wichtig, eine hierarchische Planung zu verwenden, denn Depressionen rauben einem oft die Energie und die Motivation, Dinge selbst zu tun“, sagt Robinson. Wie die meisten Leute wartete ich, bis ich Lust hatte, etwas zu tun, bevor ich mit einer Aufgabe begann. Mein Gedanke war: Wenn es Spaß machen soll, sollte ich gut gelaunt sein, bevor ich damit anfange.

Doch durch diese einfache Methode habe ich gelernt, dass Motivation dem Handeln folgt. Ihr müsst einfach anfangen, dann steigert sich auch eure Laune. Bevor ich die Verhaltensaktivierung ausprobierte, bestand mein Tag darin, tagsüber zu arbeiten und mich danach teils gezwungenermaßen mit meinen Freunden zu treffen, um abends ins Bett zu fallen.

Jetzt nehme ich mir mehr Zeit für die Gartenarbeit, rufe alte Freunde an und lese zum Vergnügen. Wie Robinson betonte, geht es bei der Verhaltensaktivierung nicht darum, sich für die Arbeit zu optimieren. „Es geht darum, herauszufinden, was ihr mit eurer Freizeit machen möchtet“, erklärt sie.

Ich plane meine Hobbys jetzt seit ein paar Monaten und meine Stimmung ist seitdem stetig gestiegen. Sowohl die Arbeit als auch die Freizeit sind etwas, auf das ich mich jetzt eher freue, anstatt mich davor zu fürchten. Ich setze mich nun endlich dafür ein, mir die Zeit für die Steigerung meines psychischen Wohlbefindens zu nehmen.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.