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Bundesverband der Freien Berufe: Fachkräftemangel verschärft sich

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bundesverband der Freien Berufe rechnet damit, dass sich der Fachkräftemangel weiter verschärft. "Freiberuflerinnen und Freiberufler werden irgendwann nicht mehr anständig arbeiten können, wenn es zu wenige Fachkräfte gibt. Und dann fehlt nicht nur ein Produkt im Regal, sondern eine auch gesellschaftlich relevante Dienstleistung", teilte der Verband mit.

Könnten diese nicht erbracht werden, drohe zudem ein Dominoeffekt, der sich auch auf andere Branchen auswirke. "Die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist nur mit möglichst reibungslosen Abläufen stemmbar, die wiederum ein feines Zusammenspiel der Branchen erfordern. Wenn einzelne Zahnräder aufgrund von fehlenden Fachkräften nicht ineinandergreifen können, kommt es zu einer unnötigen Verlangsamung oder gar zum Stillstand des gesamten Prozesses."

Der Verband vertritt unter anderem den heilberuflichen Bereich, Rechts-, Steuer- und Wirtschaftsberater, Notare, Anwälte, Architekten und Ingenieure, Sachverständige, Bildende Künstler, Restauratoren oder Journalisten.

Nach den Ergebnissen einer neuen Freiberufler-Statistik gab es zum Jahresbeginn in der Branche erstmals mehr als vier Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dieses Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zeige einen Nachholeffekt nach einer zurückhaltenden Personalpolitik während der Coronakrise, so Präsident Friedemann Schmidt. Außerdem steuerten die Freien Berufe dem Fachkräftemangel nach Kräften gegen. Die Gründungsdynamik sei aber leicht gedämpft, das zweite Mal in Folge.

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen in Deutschland mehr als eine halbe Million Fachkräfte. Besonders groß ist die Personalnot demnach in der Sozialarbeit, der Erziehung, der Pflege, dem Handwerk und der Informationstechnik. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hatte für das zweite Quartal des Jahres insgesamt 1,93 Millionen offene Stellen in Deutschland gemeldet - so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1992.