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Bundesbank-Präsident warnt vor „grüner“ Geldpolitik

·Lesedauer: 2 Min.

Jens Weidmann setzt sich für eine stärkere Rolle der Notenbanken im Kampf gegen den Klimawandel ein, zieht aber klare Grenzen. Er warnt vor Zielkonflikten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat davor gewarnt, in der Geldpolitik aktiv klimapolitische Ziele zu verfolgen. Die Notenbanken könnten und sollten zwar mehr unternehmen im Hinblick auf den Klimawandel. Dabei müsse es aber klare Grenzen geben.

Aus Weidmanns Sicht können die Notenbanken keine Klimapolitik betreiben, sondern nur die Regierungen in ihren Anstrengungen unterstützen. „Eine aktive Rolle in der Klimapolitik könnte unsere Unabhängigkeit untergraben und letztendlich unsere Fähigkeit gefährden, Preisstabilität aufrechtzuerhalten,“ warnte Weidmann am Freitag auf dem European Banking Congress in Frankfurt, der dieses Mal virtuell stattfand.

Aktuell kauft die Notenbank in großem Umfang Anleihen, um die schwächelnde Inflation in Richtung ihres Ziels von knapp zwei Prozent zu bringen. Laut Weidmann ist jedoch irgendwann damit zu rechnen, dass die Inflation wieder steigt. In diesem Fall wäre es mit Blick auf die Preisstabilität nötig die Käufe zurückzuführen. Verfolgt die EZB mit den Käufen jedoch auch klimapolitische Ziele, also etwa die Förderung umweltfreundlicher Branchen, würde dies hingegen dafür sprechen, sie auch danach weiterlaufen zu lassen. Ein solcher Zielkonflikt solle vermieden werden.

Zuletzt hatte es Vorschläge gegeben, die Europäische Zentralbank (EZB) solle bei ihren Käufen von Firmenanleihen Klimagesichtspunkte stärker beachten. Europa-Abgeordnete fordern das schon länger.

Auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatte jüngst im Handelsblatt-Interview darauf verwiesen, dass die EU derzeit eine Klassifikation für nachhaltige Finanzprodukte (Taxonomie) entwickelt. Auf dieser Basis könnten bei den Käufen von Unternehmensanleihen „Klimakriterien durchaus stärker berücksichtigt werden“, sagte sie. Allerdings betonte auch sie ähnlich wie Weidmann, dass die EZB keine Klimapolitik betreiben könne.

Vorstellen kann sich der Bundesbank-Chef aber, dass die Währungshüter künftig nur solche Wertpapiere kaufen oder als Sicherheiten akzeptieren, bei denen ihre Emittenten bestimmten klimabezogenen Berichtspflichten nachkommen. Zudem könnten sie erwägen, nur Ratings von Agenturen zu verwenden, die klimabedingte Finanzrisiken angemessen berücksichtigen.

Lagarde für stärkere Beteiligung im Kampf gegen Klimawandel

Die Europäische Zentralbank (EZB) überprüft gerade ihre geldpolitische Strategie. Ein wichtiger Diskussionspunkt ist dabei, wie die Währungshüter mit dem Thema Klimawandel umgehen wollen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde möchte erreichen, dass die Notenbank eine stärkere Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielt.

Auf der gleichen Veranstaltung betonte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, dass die Banken den Umbau zu einer ökologischeren Wirtschaft nicht alleine finanzieren könnten.

Auch Unternehmen, Politik und Aufsicht - müssten ihren Teil beitragen. Sewing warnte davor, die Banken zu überlasten, vor all durch zu scharfe Regulierung. Konkret nannte der Vorstandschef die härteren Kapitalvorgaben, die unter dem Stichwort Basel III bekannt sind und die Beiträge der Geldhäuser zum europäischen Bankenrettungsfonds.

„Wir brauchen eine ausbalancierte Regulierung, damit wir nicht nur die Pandemie bekämpfen, sondern auch die künftige Transformation begleiten können“, betonte Sewing.