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Britische Landwirte besorgt: Viehdiebstahl nimmt zu

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Viehdiebstahl ist für Landwirte im Vereinigten Königreich in den vergangenen Jahren zu einem immer größeren Problem geworden. "Es ist immer mehr geworden", sagte Rebecca Davidson von der Agrarversicherung NFU Mutual der Deutschen Presse-Agentur in London. "Vor zehn Jahren wurden selten mehr als zehn Schafe auf einmal gestohlen. Jetzt bekommen wir regelmäßig Berichte, dass 50 bis 100 Tiere betroffen sind."

2020 machten Farmer landesweit einen Schaden von 2,3 Millionen Pfund (2,66 Mio Euro) geltend. Das ist zwar ein deutliches Minus im Vergleich zum Vorjahr, als Tiere im Wert von 3 Millionen Pfund gestohlen wurden. Das liege aber daran, dass während des Corona-Lockdowns mit weitreichenden Ausgangsbeschränkungen die Kriminalität allgemein gesunken sei, sagte Davidson.

"Vor allem für kleinere Landwirte ist es katastrophal", sagte die Expertin. "Sie arbeiten mit kleinen Gewinnspannen, die geschäftlichen Auswirkungen sind enorm, und es kann viele Jahre dauern, bis die Auswirkungen auf Zuchtprogramme überwunden sind." Vor allem Rasseschafe würden gestohlen, auch Rinder und Schweine. "Einige betroffene Landwirte sind gezwungen, ihre Herde zu verkleinern. Einige verzichten darauf, das beste Weideland zu nutzen, weil sie sich Sorgen um den Zugang zu Straßen machen", sagte Davidson.

Mit Besorgnis sieht die Versicherungsexpertin den Trend, auch Hütehunde zu stehlen. "Um ein Verbrechen in dieser Größenordnung zu begehen, benötigt man zweifellos einen guten Schäferhund, um zu helfen."

In Deutschland sind keine Zahlen bekannt. Vieh- beziehungsweise Nutztierdiebstähle würden nicht gesondert in der Kriminalstatistik erfasst, teilte das Bundeskriminalamt auf Anfrage mit. "Ein Bedarf, diese künftig zu erfassen, wurde von den zuständigen Ländern bisher nicht vermeldet", teilte die Bundesregierung im August 2019 auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mit. Im juristischen Sinne gelten Tiere in Deutschland als Sache.

Der FDP-Agrarexperte Frank Sitta sagte, oftmals würden nur Anzeigen erfasst, nicht jedoch die Anzahl der gestohlenen Tiere. "Diebstähle von ganzen Zuchtherden, die für die Landwirte erhebliche Schäden bedeuten und betriebliche Existenzen bedrohen, lassen auf bandenmäßig kriminelles Vorgehen schließen", sagte Sitta der dpa. Er forderte, zur Vorbeugung die nationalen Herkunftssicherungs- und Informationssysteme für Tiere - in Deutschland die HIT-Datenbank - auf europäischer Ebene besser zu vernetzen.