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Blackrock sammelt so viel Geld ein wie noch nie

Der Vermögensverwalter hat im vergangenen Jahr eine Rekordsumme von den Anlegern eingesammelt. Den Erfolg verdankt Blackrock einem systematischen Ansatz.

Der Vermögensverwalter verwaltete Ende Dezember insgesamt 7,4 Billionen Dollar. Foto: dpa
Der Vermögensverwalter verwaltete Ende Dezember insgesamt 7,4 Billionen Dollar. Foto: dpa

Der US-Vermögensverwalter Blackrock hat seine Position als weltweiter Marktführer noch einmal deutlich gestärkt. Er sammelte im abgelaufenen Jahr nach eigener Aussage per saldo mit 429 Milliarden Dollar eine Rekordsumme an frischem Geld von den Anlegern ein. Das verwaltete Vermögen wuchs seit Ende 2018 um 24 Prozent auf 7,4 Billionen Dollar.

Dabei spielten auch die Kapitalmärkte mit: Befeuert von niedrigen Zinsen stiegen die Kurse der Aktien weltweit ebenso wie die der meisten Anleihen. „Die Kunden sehen Blackrock immer mehr als strategischen Partner, der mehr leistet, als nur Produkte zu liefern“, ließ Blackrock-Chef Larry Fink als Zitat verbreiten.

Fink hatte vor Kurzem in einem offenen Brief Investoren aufgefordert, stärker auf Nachhaltigkeit zu achten. Der Konzernchef, der das Unternehmen 1988 zusammen mit Robert Kapito gegründet hatte, profiliert sich über die Jahre immer mehr als Person des öffentlichen Lebens, als Mahner und Vordenker auch in globalen Fragen. Kapito führt das operative Geschäft.

Baukastenprinzip

Blackrock verdankt den Erfolg weniger einzelnen Fondsmanagern, sondern mehr einem systematischen Ansatz. Die Firma bietet Fonds aller Art an. Damit können Kunden sich wie aus einem Baukasten bedienen und zum Beispiel aktiv gemanagte ebenso wie kostengünstige passive Produkte gemäß ihrer jeweiligen Strategie zusammenfügen. Zusätzlich bietet Blackrock – zum Teil auch Konkurrenten – technische Unterstützung bei der Risikokontrolle an.

Trotz des gestiegenen Anlagevolumens lagen die Einnahmen des Konzerns mit 14,5 Milliarden Dollar im Jahr nur geringfügig über dem Wert des Vorjahrs. Das meiste Geld brachte die Marke I-Shares ein, die für börsengehandelte Fonds (ETFs) steht, die im Geschäft mit passiver Anlage die Hauptrolle spielen. Aktien-ETFs lieferten 3,5 Milliarden Dollar ab, die entsprechenden Anleiheprodukte knapp eine Milliarde.

Deutlich gestiegen von 785 Millionen auf 974 Millionen ist der Posten „Technischer Service“ – dahinter verbirgt sich im Wesentlichen das System „Aladdin“ zum Risikomanagement. Ebenso wie die Einnahmen blieb das operative Ergebnis fast unverändert – es wuchs von 5,5 Milliarden auf 5,6 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben 4,5 Milliarden Nettogewinn, 171 Millionen mehr als im Jahr 2018.

Die Branche der Vermögensverwalter spürt seit Jahren einen deutlichen Strukturwandel. Als Gewinner gelten sehr große Gesellschaften, die Kostenvorteile, gerade auch in der Technik, ausspielen können. Chancen haben kleinere Anbieter, wenn sie besondere Kompetenz in speziellen Märkten oder Anlagestilen haben. Mittlere Anbieter ohne ausgeprägtes Profil drohen dagegen den Anschluss zu verlieren, betonen Beratungsgesellschaften wie BCG immer wieder.