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Biontech, Moderna, AstraZeneca: Wie es gegen Mutanten helfen könnte, Impfstoffe zu kombinieren

Seit Beginn der Impfkampagne gibt es eine Sorge: dass Mutationen des Virus dafür sorgen könnten, dass die Impfungen keinen Schutz mehr bieten. Auch wenn dies bisher nicht der Fall ist – gegen die bisher aufgetretenen Genvarianten wirken die Impfstoffe nach wie vor, wenn auch etwas abgeschwächt – so wäre eine solche Mutation dennoch denkbar. Andererseits gibt es auch Hinweise der Hoffnung: dass die Kombination verschiedener Impfstoffe uns in diesem Szenario weiterhelfen könnte.

Denn verschiedene Impfstoffe rufen im Körper auch verschiedene Immunantworten hervor. Vektorimpfstoffe wie die von AstraZeneca oder Johnson & Johnson stimulieren etwa besonders die T-Zellen des Immunsystems, während mRNA-Impfstoffe wie die von Biontech/Pfizer und Moderna mehr auf Antikörper fokussieren. Aus diesen beiden Bausteinen, den T-Zellen und den Antikörpern, besteht im Wesentlichen die Immunreaktion, die das Virus bekämpfen soll.

Antikörper setzen sich auf eindringende Viruszellen: Sie verhindern so, dass diese in menschliche Zellen eindringen. Dabei sind sie passgenau auf die Stelle des Virus angepasst, mit der dieses an menschliche Zellen andockt.

Antikörper sind spezifisch auf das Virus abgestimmt, T-Zellen dagegen unspezifischer

Darin liegt aber auch ihre Schwäche: Sie wirken nur dann richtig, wenn sie exakt auf die Viruszelle passen. Verändert diese sich durch eine Mutation, dann können die Antikörper die Ausbreitung des Virus im Körper nur noch weniger gut oder schlimmstenfalls nicht mehr stoppen.

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Die zweite Säule der Immunantwort, die T-Zellen, gehen anders vor. Sie zerstören aktiv eindringende Viren und sind nicht auf eine gleichbleibende Virusoberfläche angewiesen. Sie erkennen die zu bekämpfenden Viren also nicht anhand von Details, sondern anhand allgemeiner Kriterien. So können sie gegen viele verschiedene Genvarianten wirksam sein.

Und vermutlich nicht nur das. Eine Untersuchung aus Harvard zeigte etwa, dass eine Impfung gegen eine Art von Viren auch für einen besseren Immunschutz gegenüber anderen Viren sorgen kann – dank der T-Zellen. Die Studie ergab, dass Covid-Patienten etwa 35 Prozent seltener schwer erkrankten, wenn diese schon einmal in ihren Leben einen kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff erhalten hatten. Die dabei gebildeten T-Zellen helfen also vermutlich auch im Kampf gegen Corona.

Eine Kombination von Impfstoffen könnte eine verbesserte Schutzwirkung hervorrufen

Wichtig für eine langfristige Schutzwirkung ist die Kombination aus beiden Immunantworten. Zwar rufen alle Impfstoffe beides hervor, jedoch nicht gleichermaßen stark. Vektorimpfstoffe wie AstraZeneca und Johnson & Johnson etwa regen den Körper zur Produktion durchaus auch zur Produktion von Antikörpern an, die Mutanten aber relativ leicht umgehen können – aber dafür rufen sie aber eine besonders starke T-Zellen-Antwort hervor.

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen erzeugen eine effektivere, und wohl auch gegenüber Mutanten stabilere Antikörperantwort. Dafür fällt hier allerdings die T-Zellen-Produktion schwächer aus. Die Hoffnung ist nun, dass die Kombination von einer Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff und einer mit einem Vektorimpfstoff aus diesen Gründen eine effektivere Immunantwort hervorruft als zwei Impfdosen desselben Typs.

Dass eine Kombination der Impfstoffe für ein höheres Antikörper-Niveau sorgt, wissen Experten bereits. Doch alleine dadurch wird der Kampf gegen zukünftige Mutanten nicht zu gewinnen sein. Denn diese Antikörper sind wiederum wenig hilfreich, sobald das Virus mutiert.

Sorgt eine Impfstoffkombination für vermehrte T-Zellen-Bildung?

Die Hoffnung der Wissenschaft ist nun, dass eine Impfstoff-Kombination auch für eine stärke T-Zellen-Antwort sorgen könnte. Dies könnte deshalb der Fall sein, da zwei verschiedene Impfstoffe den Körper mit zwei leicht unterschiedlichen Varianten des Erregers konfrontieren. Dadurch könnte der Körper zur Bildung verschiedener T-Zellen angeregt werden, welche aufgrund ihrer unspezifischen Eigenschaften auch gegen zukünftige Mutationen wirksam sein könnten – dann, wenn Antikörper versagen.

Die Forschung steht dabei jedoch noch am Anfang. Forscher aus Oxford veröffentlichten nun im renommierten Fachjournal "Nature" eine Vorstudie mit Mäusen dazu: Den Tieren wurden verschiedene Kombinationen von Vektorimpfstoffen und mRNA-Impfstoffen verabreicht. Das Ergebnis: Unabhängig von der Reihenfolge der Impfung ergab sich, dass durch die Kombination der Impfstoffe mehr T-Zellen entstanden als bei Impfungen mit jeweils dem gleichen Impfstoff zur ersten und zweiten Impfung.

An der Berliner Charité ist gerade ebenfalls eine Studie in Arbeit. Sie soll zeigen, ob dieser Befund so auch für Menschen gilt. Sollte sich die Vermutung bestätigen, würde dies neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen – um auch mit neuen Mutanten langfristig effektiv umzugehen.

tf