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Biontech, Moderna, AstraZeneca: Bund muss tausende Dosen Corona-Impfstoff vernichten – trotzdem reichen Mengen bis September

In einem Plastikbeutel liegen verschiedene Injektionsflaschen mit Covid-19-Impfstoff. Trotz der gekühlten Lagerung verfallen die Dosen irgendwann.
In einem Plastikbeutel liegen verschiedene Injektionsflaschen mit Covid-19-Impfstoff. Trotz der gekühlten Lagerung verfallen die Dosen irgendwann.

Noch vor wenigen Monaten standen die Deutschen Schlange, jetzt herrscht fast Langeweile bei so manchem Beschäftigten in den Impfzentren. Das liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) daran, dass das Interesse an den Covid-19-Impfstoffen immer weiter abnimmt. Demnach wurden am Montag 106.000 Impfdosen verabreicht. Das ist ein klarer Rückgang, denn Montag vor einer Woche waren es noch 149.000 Dosen. Das Problem: Der zum Teil teuer im Ausland eingekaufte Corona-Impfstoff verfällt.

Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, sind bis zum 7. Februar insgesamt 11.530 Impfdosen im zentralen Lager des Bundes vernichtet worden. Bis Ende 2021 sind in Apotheken und im pharmazeutischen Großhandel weitere 15.500 Dosen im Müll gelandet. Auch hier war das Verfallsdatum abgelaufen. Möglicherweise liegt die Anzahl vernichteter Impfstoffdosen aber noch wesentlich höher: Denn das Ministerium gibt an, dass es kaum Informationen dazu hat, wie viele der Fläschchen Moderna, Biontech und Astrazeneca entsorgt wurden: „Ab dem Zeitpunkt der Übergabe (an Apotheken und Großhandel) liegen dem Bund nur insoweit Informationen vor, wie diese an den Großhandel zurückgemeldet werden.“ Heißt also: Eine einheitliche Übersicht, wie viele der Fläschchen ungenutzt abgelaufen sind, gibt es nicht. Keine der Stellen ist verpflichtet, den Impfstoff-Müll zu erfassen.

Vorhandener Impfstoff würde bis in den Herbst reichen

Von den derzeit in den Kühllagern des Bundes gelagerten Impfstoffdosen laufen etwa 2,9 Millionen bis Ende Mai ab. Bleibt die Nachfrage aber weiterhin so niedrig, würden allein diese Vorräte bis in den September reichen, um alle Impfwilligen mit Vakzin zu versorgen. Dabei sind nach wie vor 19,9 Millionen Menschen im Land ungeimpft. Das entspricht 23,9 Prozent der Bevölkerung. Für vier Millionen von ihnen (4,8 Prozent) ist bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Damit die Fläschchen eben nicht verfallen, will die Regierung die Covid-Impfstoffe an andere EU-Länder verteilen oder an ärmere Staaten spenden. Aber: Verträge mit den Impfstoff-Herstellern verpflichten Deutschland weiterhin zur Abnahme der bestellten Mengen. Somit bleibt es womöglich vorerst bei dem Überschuss ...

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16. Februar 2022 aktualisiert. Er wurde am 15. Februar 2022 veröffentlicht.