Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 29 Minuten
  • Nikkei 225

    39.084,14
    +467,04 (+1,21%)
     
  • Dow Jones 30

    39.671,04
    -201,95 (-0,51%)
     
  • Bitcoin EUR

    64.144,50
    -281,25 (-0,44%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.511,69
    -14,72 (-0,96%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.801,54
    -31,08 (-0,18%)
     
  • S&P 500

    5.307,01
    -14,40 (-0,27%)
     

Früher Investmentbanker, heute Reichenberater: Was ihr von Peter Brock für eure Karriere in der Finanzbranche lernen könnt

Peter Brock hat mit der Investmentbanking-Szene für sich persönlich abgeschlossen.  - Copyright: Lisa Kempke für Business Insider
Peter Brock hat mit der Investmentbanking-Szene für sich persönlich abgeschlossen. - Copyright: Lisa Kempke für Business Insider

Peter Brock habe die „dunkle Seite“ verlassen, wie er scherzhaft Business Insider verrät: War er früher Investmentbanker, Teil des sogenannten Finanz-Haifischbeckens, ist er heute Gründer und Co-Chef von BeeWyzer, einer Video-Lernplattform für nachhaltiges Investieren.

Seine Karriere begann Brock bei der Commerzbank, wo er sich zum Bankkaufmann ausbilden ließ. Doch den Job fand er langweilig, begann an der FH Münster BWL zu studieren. „Ich habe im Studium sehr konsequent versucht, Finance zu studieren, aber in Kombination mit Marketing", erzählt er uns. Brock wollte immer ein Generalist sein, sagt er.

Ihr wollt im Consulting arbeiten? Diese Frage solltet ihr euch stellen

Deshalb startete er nach der Uni bei dem Beratungsunternehmen Deloitte in London als Corporate Finance Manager. „Solche Consulting-Firmen vermitteln einem jungen Menschen einen riesigen Werkzeugkasten“, sagt Brock. Da lerne man viel. Ein perfekter Ort also für Brock, der ein Alleskönner in der Wirtschaftswelt werden wollte.

WERBUNG

Die Frage, die sich aber jeder stellen sollte, der überlegt bei großen Beratungsunternehmen oder Banken zu arbeiten: Wie „eng und kleinteilig“ ist dort die Arbeit? Eventuell lernt ihr in einer kleinen Firma mehr, weil ihr leichter einen Blick außerhalb eurer eigenen Aufgaben erhalten könnt. Zudem müsst ihr bei solchen Beratungsfirmen schauen, ob ihr dafür gebaut seid – gesundheitlich und psychisch. All Nighter, Überstunden und Wochenende-Arbeiten gehören dazu.

Das hat sich auch nicht geändert, als Brock zur Bank HSBC wechselte und dort als Investmentbanker anfing. Es habe ständig Deadlines gegeben, die Nachtschichten notwendig machten, erinnert sich Brock. Als junger Mensch störte ihn das nicht. „Würde ich aber heute, mit 57 Jahren, bis 3:00 Uhr morgens arbeiten müssen und um 6:00 Uhr schon wieder beginnen, wäre das ein Problem“. Was ihn nervte: „Besonders bei Projekten für große Konzerne erstellte man häufig 100-seitige Präsentationen in letzter Minute, die dann letztendlich wenig Bedeutung hatten.“

Brock musste auch mehrmals Urlaube absagen, obwohl er wusste, dass er für einen Bieter arbeite, der gar nicht durchkommen wird, weil andere höher bieten werden. Oft habe man beim Investmentbanking „für die Tonne gearbeitet“. „Da fragt man sich irgendwann: Was mache ich hier eigentlich? Und das war so mit einer der Gründe, warum ich aus dem ganzen Zirkus letztendlich raus bin.“

Mehr als zehn Jahre arbeitet er bei der Bank, verdiente ein „gutes“ Gehalt, wie er sagt. Das Gehalt sei sechsstellig, mit einem Bonus gewesen, der entsprechend der Transaktionserfolge ausgeschüttet wurde.

Nach kürzeren Stationen bei der Bank Sal. Oppenheim und der M&A-Firma IMAP ging er zu EY, wo er den Family-Office-Bereich leitete. Große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie EY fungieren oftmals als Steuerberater, Rechtsberater oder auch Wirtschaftsprüfer von Unternehmen. Sein Job war es, die Kunden nicht auf der Unternehmensseite, sondern auch auf der privaten Seite zu betreuen. Beispiel: EY prüft die Bilanzen eines Familienunternehmens und Brock verwaltet mit seinem Team das private Geld der Familie. Mehr als sechs Jahre baute er diesen Bereich bei EY auf, bis er die Seiten wechselte.

Brock berät wohlhabende Menschen bei Geld-Themen

Als strategischer Berater und Family Officer machte er sich selbstständig und beriet eine deutsche und eine arabische Familie bei ihrem Vermögen. Welche Familien das genau waren, verrät er nicht. Er half beim Entwerfen der Familienverfassung und sorgte dafür, dass das Familienvermögen reibungslos an die nächste Generation weitergegeben wurde. Außerdem kümmerte er sich um die Bewertung und Umsetzung von M&A-Geschäften sowie um alle direkten Beteiligungen.

2018 gründete er mit Christian Stadermann, dem ehemaligen Geschäftsführer des Multi-Family-Office der Quandt-Schwestern, das Startup BeeWyzer. Das ist eine Video-Lernplattform für junge und wohlhabende Menschen, die sich mehr Finanzwissen aneignen wollen. Einfach gesagt, sollen hier die Menschen erreicht werden, die Geld haben, aber keine Lust haben selbst Investmentexperten zu werden, gleichzeitig aber Interesse haben, grundlegende Vermögensfragen zu verstehen, um nicht von Bankern über den Tisch gezogen zu werden. Denn auch hier gilt: ein wenig Generalist sein, schadet nie.