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In Bankenkrisen zählen Gesetze wenig: Der Tag mit Bloomberg

(Bloomberg) -- “Souverän”, so das bekannte Diktum des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt aus den 1920er Jahren, “ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.” Nicht, wer die Gesetze in Kraft setzt, sondern wer sie außer Kraft setzen kann. Das gilt nicht nur in Fällen wie Krieg, Terrorismus oder Pandemie, wo es um Leib und Leben geht, sondern im Wirtschaftsleben vor allem immer wieder dann, wenn Banken krachen. Nun also in der Schweiz.

Weitere Artikel von Bloomberg auf Deutsch:

Gleich in mehrfacher Hinsicht haben die Eidgenossen am Wochenende die Finanzstabilität angerufen, um grundlegende Regeln des zeitgenössischen Kapitalismus einfach außer Kraft zu setzen, wie Bloomberg-Kollege Hugo Miller aus Genf berichtet. Wettbewerbsrechtliche Bedenken, wenn die mit Abstand größten Banken auf dem Heimatmarkt zusammengehen? Werden “überschrieben” durch die Notwendigkeit der Finanzstabilität, wie Finma-Präsidentin Marlene Amstad es formulierte. Aktionärsrechte? Durch Notgesetz außer Kraft gesetzt. Und der feste Glaube der Investoren, dass Bonds, selbst tief nachrangige, in der Hackordnung vor Aktien rangieren? Makulatur. (Wobei man der Gerechtigkeit halber hier sagen muss, dass der Glaube der Investoren in diesem Fall nicht auf den Buchstaben der Prospekte beruhte.)

Einerseits sollte das niemanden überraschen, weil es bisher noch in jeder Bankenkrise, ob national oder global, genau so abgelaufen ist. Und immerhin geht es im Fall Credit Suisse — bislang jedenfalls — nicht auf Kosten der Steuerzahler, sondern eher auf Kosten von Investoren, die ziemlich risikofreudig waren. Im Kopf behalten kann man diese Fälle aber doch, wenn es wieder einmal heißt, der Staat könne doch nicht in Eigentumsrechte eingreifen.

AKTUELLE MELDUNGEN:

  • Notfall-Vorsorge: Die USA prüfen informierten Kreisen zufolge, wie sie die Abdeckung der Einlagensicherung vorübergehend auf alle Einlagen ausweiten können.

  • Personalvermittler auf der ganzen Welt erhalten eine beispiellose Flut von Anrufen von Bankern der Credit Suisse, die einen neuen Job suchen.

  • Die Allianz-Fondstochter Pimco und der US-Vermögensverwalter Invesco gehören zu den Investoren mit den größten Beständen an Nachranganleihen der Credit Suisse, die mit der Übernahme der Bank wertlos werden.

  • Während der Untergang der Credit Suisse am Montag von Sydney bis New York widerhallte, bekamen die Mitarbeiter der Bank die klare Ansage: Zurück an die Arbeit.

  • Die BayernLB hat schon Dutzende Anträge für ein Homeoffice im Ausland erhalten.

  • Das Finanzministerium in Berlin warnt die Länder, dass die Tage der sprudelnden Bundeskassen vorüber sind.

ANALYSEN:

  • JPMorgan und BNP sehen den Wert der AT1-Papiere der Credit Suisse nur hauchdünn über null.

AKTIENMÄRKTE | Während der Handel in Tokio heute wegen eines Börsenfeiertags ruht, tendieren die Märkte in Hongkong und auf dem chinesischen Festland freundlich. Da die akute Sorge um die Stärke des globalen Finanzsystem schwindet, schloss bereits der S&P 500 in New York 0,9% im Plus. “Weitere Zinserhöhungen sind unserer Meinung nach nicht mehr gerechtfertigt”, schrieb Ed Yardeni von Yardeni Research in einer Analyse. Fed-Chef Powell müsse anerkennen, dass “die Krise bestätigt, dass die Zinsen ausreichend restriktiv sind und dass Finanzumfeld schnell straffer wird.” Für Europa signalisieren die Futures einen etwas festeren Handelsauftakt.

RENTENMÄRKTE | Bunds gaben am Montag frühe Zuwächse ab, nachdem die europäischen Aufsichtsbehörden den Status von AT1-Anleihen klar gestellt haben. Zuvor hatte die Suche nach Sicherheit dazu geführt, dass der Schatz-Swap-Spread erstmals seit Anfang November über die Marke von 100 Basispunkten wuchs. Heute beschafft Deutschland 1,5 Milliarden Euro über 2027-Papiere. Finnland gibt Anleihen mit Fälligkeit 2028 und 2036 aus. Im Fokus stehen zudem die ZEW-Zahlen zu den Konjunkurerwartungen. EZB-Präsidentin Lagarde nimmt an einer BIZ-Veranstaltung zu digitalem Zentralbankgeld teil. In den USA beginnen die Beratungen der Fed zur morgigen Zinsentscheidung.

ROHSTOFFMÄRKTE | Der Ölmarkt büßt am Dienstag den Großteil der Vortagesgewinne ein. “Der Rohölpreis ist nach wie vor eng mit den Turbulenzen in der Bankenwelt verknüpft: Wenn sich diese abschwächen, können wir davon ausgehen, dass sich die Ölpreise stabilisieren werden”, erklärte Vandana Hari vom Analysehaus Vanda Insights in Singapur. Im Fokus stehe zudem die Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch. Der Goldpreis weitet die Korrektur vom Wochenstart noch etwas aus, da die Sorge vor einer eskalierenden Bankenkrise abnimmt.

TERMINE AM DIENSTAG

  • Quartalszahlen/Geschäftsberichte Europa: Hella, RWE, Amadeus Fire, Pfeiffer Vacuum, Deutsche Euroshop

  • 08:00 Acea berichtet Pkw-Neuzulassungen im Februar

  • Konjunkturdaten Europa: Handelsbilanz Schweiz, Erzeugerpreise Deutschland, ZWE-Index Konjunkturerwartungen

  • EZB-Präsidentin Lagarde und Ratsmitglied Villeroy bei BIZ-Panel zu Digitalem Zentralbankgeld (13:30), EZB-Direktor Panetta im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments (14:30)

  • 16:30 EZB-Bankenaufsichtschef Enria und Eba-Chef Campa, Gedankenaustausch mit Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments

  • Chinas Staatspräsident Xi Jinping zu Gesprächen mit Präsident Putin in Moskau

  • Federal Reserve, Beginn der zweitägigen FOMC-Sitzung

  • Börsenfeiertag Japan

  • Bundesfinanzministerium veröffentlicht Monatsbericht

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