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BaFin: Absprachen können strafbaren Marktmissbrauch darstellen

Littmann, Saskia
·Lesedauer: 2 Min.

Weil tausende Kleinanleger zusammen die Gamestop-Aktie nach oben getrieben haben, beobachtet die Finanzaufsicht BaFin den Markt auch in Deutschland. Es geht um die Frage, ob Absprachen Marktmissbrauch sind.

Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC bereits erklärt hat, die Vorgänge rund um die von Kleinanlegern befeuerte Aktie des US-Videospielehändlers Gamestop genauer zu beobachten, wird nun auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin aktiv.

„Wir beobachten den Markt selbstverständlich auch daraufhin“, erklärt die Aufsicht auf Anfrage der WirtschaftsWoche, auch wenn man solche Entwicklungen wie in den USA in Deutschland noch nicht gesehen habe.

Auf Twitter und in Foren finden sich aber durchaus Hinweise auf weitere, stark geshortete Aktien, die sich für eine ähnliche Vorgehensweise eignen. Immer wieder genannt werden Varta und der Biotechwert Evotec.

Insbesondere geht die Aufsicht offenbar der Frage nach, inwiefern Absprachen mit konkreten Manipulationsabsichten getroffen wurden. „Absprachen können auch einen strafbaren Marktmissbrauch darstellen“, erklärt die Aufsicht. „Darüber, ob und welche Marktmissbrauchskonstellationen ganz grundsätzlich in Frage kommen könnten, verschaffen wir uns gerade ein Bild.“

Die Frage nach den Absprachen dürfte nicht ganz einfach zu beantworten sein. Im Fall der Gamestop-Aktie begann der Hype in Onlineforen, insbesondere bei Reddit im Forum wallstreetbets. Hier motivierten sich zahllose Kleinanleger gegenseitig zum Kauf der Gamestop-Aktie.

Ziel war es, Hedgefonds, die die Aktie leer verkauft und auf sinkende Gamestop-Kurse gesetzt hatten, aus dem Papier raus zu drängen. Das hat auch funktioniert, am Ende provozierten die Retail Bros, wie Kleinanleger an der Wall Street genannt werden, einen sogenannten Short Squeeze, Shortseller mussten ihre Wetten abbrechen.

Der Grund: wer Aktien leer verkauft, leiht sich die Papiere, und muss sie zu einem späteren Zeitpunkt zurückgeben. Geht die Wette schief und die Kurse steigen, statt zu sinken, müssen sich Shortseller schnell mit neuen Papieren eindecken, der Kaufdruck steigt, der Shortseller verliert viel Geld.

Nicht nur bei Reddit gibt es zahlreiche Anlegerforen, in dem Kleinanleger ihre nächsten Deals besprechen, sondern auch in anderen sozialen Netzwerken wie Telegram oder Facebook. Die zu überwachen und auf Marktmanipulation zu überprüfen, dürfte für die Finanzaufsichten schwierig werden.

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