Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 48 Minuten
  • DAX

    13.863,06
    +14,71 (+0,11%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.602,59
    -0,08 (-0,00%)
     
  • Dow Jones 30

    30.814,26
    -177,24 (-0,57%)
     
  • Gold

    1.843,00
    +13,10 (+0,72%)
     
  • EUR/USD

    1,2121
    +0,0038 (+0,3152%)
     
  • BTC-EUR

    30.788,33
    +615,34 (+2,04%)
     
  • CMC Crypto 200

    736,14
    +0,99 (+0,14%)
     
  • Öl (Brent)

    52,39
    +0,03 (+0,06%)
     
  • MDAX

    31.377,72
    +171,24 (+0,55%)
     
  • TecDAX

    3.302,88
    +31,44 (+0,96%)
     
  • SDAX

    15.227,62
    +74,36 (+0,49%)
     
  • Nikkei 225

    28.633,46
    +391,25 (+1,39%)
     
  • FTSE 100

    6.730,96
    +10,31 (+0,15%)
     
  • CAC 40

    5.611,67
    -5,60 (-0,10%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.998,50
    -114,10 (-0,87%)
     

Nach Auto1: Das sind die heißesten Börsenkandidaten 2021

Köhler, Peter
·Lesedauer: 4 Min.

Das vergangene Jahr brachte nur wenige spektakuläre IPOs in Deutschland. Der Börsengang der Autohandelsplattform Auto1 könnte zum Eisbrecher werden.

Der angekündigte Börsengang von Auto 1 ist der Startschuss für eine ganze Reihe nennenswerter Kandidaten für das Frankfurter Parkett. Nach den eher enttäuschenden zurückliegenden zwölf Monaten könnte die Onlineplattform für Gebrauchtwagen nach Einschätzung von Investmentbankern zum „Eisbrecher“ bei den Initial Public Offerings (IPOs) für das erste Quartal werden.

Es gebe schon jetzt starke Nachfrage von Hedgefonds, klassischen Fondshäusern und Technologiespezialisten nach möglichen IPOs, sagte ein Berater in London. Man sei so früh wie möglich gestartet, um das Momentum im Markt zu nutzen. Die Portfoliomanager bei den Profi-Investoren seien bereit für neue Aktien, sagte ein Insider.

Auto 1 sei ein Wachstumswert, mittelfristig gehe man von Umsatzzuwächsen von rund 30 Prozent pro Jahr aus. Der Anteil der Kleinanleger könnte beim IPO bis zu fünf Prozent der Emission umfassen – was relativ viel wäre.

Trotz kleinerer Kurskorrekturen sind die Aktienkurse weiter auf Rekordkurs, die Bewertungen damit vergleichsweise hoch. „Die Voraussetzungen für einen guten IPO-Jahrgang 2021 sind aus heutiger Sicht vorhanden. Es dürfte beispielsweise deutlich mehr Börsengänge von Unternehmen in Private-Equity-Hand geben“, sagt Joachim von der Goltz, Leiter Equity Capital Markets Nordeuropa bei der Großbank Credit Suisse.

Und Thomas Thurner, der bei der Investmentbank Morgan Stanley das Geschäft mit Börsengängen verantwortet, rechnet mit rund acht bis zehn IPOs in Deutschland. Interessant ist für die Investoren vor allem der Technologiesektor, weil hier die „Gewinner“ aus der Coronakrise zu finden sind.

Wichtig wird es aber für alle Börsenaspiranten sein, das Wachstum der letzten zwei Quartale auch glaubhaft in einem „Life-after-Covid-Markt“ zu liefern. Das dürfte auch Thema bei den virtuellen Roadshows von Auto 1 werden. Weil die Dienstreisen Corona-bedingt ausfallen, wird die Investorenansprache nur online erfolgen, deshalb könnte es schon in drei bis vier Wochen zur Notierungsaufnahme kommen.

Folgende Kandidaten könnten in diesem Jahr nach Einschätzung von Investmentbankern und Beratern den Kurszettel bereichern:

Suse: Börsengang in den kommenden Monaten

Aus dem Technologiebereich gilt Suse aus dem Portfolio des schwedischen Finanzinvestors EQT als heißer Kandidat für die kommenden Monate. Für das Open-Source-Softwarehaus wird eine Marktkapitalisierung im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich gesehen. Die Finanzinvestoren wollen die momentan hohen Bewertungen für ihre Exits nutzen und werden diese tendenziell zeitlich vorziehen.

Synlab: Börsengang geplant

Laut Finanzkreisen peilt auch das Private-Equity-Haus Cinven für seinen Laborkonzern Synlab einen Börsengang an, auch hier könnte es eine Milliardenemission werden. Das Unternehmen wird dem Healthcare-Segment zugeordnet, wo gegenwärtig reges in- und ausländisches Investoreninteresse herrscht.

About You: Börsengang noch 2021

Der Online-Modehändler und Zalando-Konkurrent About You könnte eine Milliardenbewertung mitbringen. Die Otto-Tochter gewinnt im Lockdown und mit anhaltenden Ladenschließungen an Wert und könnte dieses Jahr an die Börse kommen.

N26: Börsengang zum Ende des Jahres

Die Onlinebank N26 wird ebenfalls als Aspirant für eine Emission gehandelt. Allerdings heißt es jetzt in Finanzkreisen, möglicherweise komme das IPO erst im zweiten Halbjahr oder auch erst Anfang 2022.

Wintershall Dea: Diskussion um ESG-Kriterien zu erwarten

Der mehrheitlich zur BASF gehörende Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea kommt auf eine Bewertung im zweistelligen Milliardenbereich, allerdings dürfte es angesichts der Debatte über den Klimawandel hier auf einen intensiven Dialog mit den großen angelsächsischen Investoren ankommen. Die Diskussion um ESG-Kriterien, also ökologische und soziale Belange sowie die gute Unternehmensführung, werden immer wichtiger, auch bei IPOs.

Vantage Towers: Spannendster Börsengang 2021

Die Funktürme von Vodafone werden wahrscheinlich die spannendste Emission im Jahr 2021. Das Unternehmen will beim Börsengang rund vier Milliarden Euro erlösen und wird auf eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Euro geschätzt. Die Kursfantasie kommt dabei hauptsächlich aus dem Ausbau der 5G-Netze. Der Anteil der 5G-Verbindungen in Europa wird von aktuell rund zwei Prozent bis 2024 auf voraussichtlich 42 Prozent steigen.

Novem: Börsengang noch unbestätigt

Das Private-Equity-Haus Bregal will Novem voraussichtlich 2021 an die Börse bringen, heißt es in Finanzkreisen. Der Auto-Innenraumdesigner beliefert unter anderem die Hersteller BMW und Porsche. Angestrebt wird laut Bloomberg eine Bewertung von 1,3 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro.

2020 ging es auf dem deutschen IPO-Markt ruhig zu. Neun Unternehmen gingen in Frankfurt an die Börse und erlösten insgesamt nur 1,1 Milliarden Euro – wenn man nur die klassischen IPOs und nicht die Spin-offs wie etwa Siemens Energy berücksichtigt.

Zu den Newcomern zählten der Ladestationen-Spezialist Compleo, die Rüstungselektronikfirma Hensoldt, der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert, das Beteiligungsunternehmen Brockhaus Capital Management und Pharma SGP.

Jens Kengelbach, Senior Partner bei Boston Consulting Group, glaubt, dass die IPOs in Zukunft generell von der anhaltenden Nullzinspolitik der Notenbanken und dem Anlagedruck der Investoren profitieren: „Das wird den Boom weiter anheizen.“