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ANALYSE/DZ Bank: Dax droht Knick bis auf 8000 Punkte - Erholung im 2. Halbjahr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine absehbare Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie könnte den Dax laut der DZ Bank bis auf 8000 Punkte absacken lassen. Die weltweiten Quarantänemaßnahmen zur Bekämpfung der Virusausbreitung belasteten Versorgungs- und Lieferketten, die Reisebranche und drückten auf die Ausgaben der Konsumenten, erklärte DZ-Bank-Analyst Christian Kahler in einer Studie vom Donnerstag. Daher dürfte die europäische Wirtschaft im ersten Halbjahr schrumpfen.

Kahler sieht zudem weitere Risiken. So halte sich der chinesische Aktienmarkt noch vergleichsweise gut, könnte aber jederzeit stark fallen. Hinzu kämen die aufkeimende Krise der (amerikanischen) Ölindustrie sowie drohende Unternehmenspleiten in der Luftfahrt- und Touristikindustrie. Dem stünden Entlastungen durch den stark gefallenen Rohölpreis für energieintensive Unternehmen sowie Verbraucher gegenüber.

Vor diesem Hintergrund könnten die Dax-Unternehmensgewinne laut Kahler 2020 um 10 bis 20 Prozent sinken. Würde der Dax dann seinem historischen Muster folgen, drohe ein Rezessionstief von 8000 bis 8500 Punkten.

Der Analyst gibt sich aber auch zuversichtlich, dass "wirtschaftliche Aktivitäten, privates Leben und Medieninteresse im Frühjahr zur Normalität

zurückkehren". Für das zweite Halbjahr rechnet er dann mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft. Dann dürften Investoren auch wieder optimistischer für die Unternehmensgewinne werden und die Aktienkurse sollten sich erholen.

Vor diesem Hintergrund hält der DZ-Bank-Stratege eine Erholung des Dax bis zum Jahresende auf 11 500 Punkte für möglich. Zum Vergleich: Vor der Viruskrise lautete das Ziel 13 200 Punkte.

Im ersten Halbjahr 2021 sollte sich die positive Entwicklung der Aktienmärkte fortsetzen und den Dax bis auf 12 300 Punkte treiben, glaubt Kahler. Damit bliebe das Börsenbarometer aber immer noch deutlich unter seinem Rekordhoch von 13 795 Punkten aus dem Februar 2020.