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AMS verschafft sich Durchgriff bei Osram – höhere Abfindung für Aktionäre

·Lesedauer: 2 Min.

AMS schließt einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Osram ab – und lässt sich das noch einmal bis zu 1,2 Milliarden Euro kosten.

Osram-Anteilseigner, die auch zum höheren Preis nicht verkaufen wollen, bekommen künftig nach dem Beherrschungsvertrag eine jährliche Garantiedividende von netto 2,24 Euro. Foto: dpa
Osram-Anteilseigner, die auch zum höheren Preis nicht verkaufen wollen, bekommen künftig nach dem Beherrschungsvertrag eine jährliche Garantiedividende von netto 2,24 Euro. Foto: dpa

Der neue österreichische Eigentümer AMS verstärkt seinen Durchgriff beim Lichtkonzern Osram. Die beiden Unternehmen einigten sich am Dienstagabend auf einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Der Vertrag werde die „schnelle und erfolgreiche Integration von AMS und Osram in ein zusammengeführtes Unternehmen ermöglichen, das profitables Wachstum auf langfristiger Basis bietet“, sagte AMS-Chef Alexander Everke.

Für die verbliebenen freien Aktionäre von Osram hat sich damit das Warten gelohnt. Denn AMS bietet ihnen auf Basis eines Wertgutachtens eine Abfindung von 44,65 Euro. Das sind deutlich mehr als die 41 Euro, mit denen AMS sich bisher 71 Prozent an Osram gesichert hatte. Am Dienstag schlossen Osram-Aktien bei 43,40 Euro.

Eine außerordentliche Hauptversammlung von Osram soll dem Vertrag am 3. November zustimmen. Dabei ist eine 75-Prozent-Mehrheit des anwesenden Kapitals notwendig. Doch die Drei-Viertel-Mehrheit dürfte AMS sicher sein, da in der Regel bei weitem nicht alle Aktionäre präsent sind. „Dieser wichtige Schritt macht uns zuversichtlich, unsere Strategie, einen weltweit führenden Anbieter von Sensorlösungen und Photonik mit europäischen Wurzeln zu schaffen, erfolgreich umzusetzen“, sagte Everke.

Sollten alle verbliebenen Aktionäre die Offerte annehmen, müsste AMS nochmal mehr als 1,2 Milliarden Euro zahlen. Mit dem Vertrag können die Österreicher nach Zustimmung der Hauptversammlung bei Osram durchregieren und die Gewinne der Münchner Tochter abschöpfen, müssen aber auch deren Verluste ausgleichen.

Osram-Anteilseigner, die auch zum höheren Preis nicht verkaufen wollen, bekommen künftig nach dem Beherrschungsvertrag eine jährliche Garantiedividende von netto 2,24 Euro.

Die Abfindung war mit Hilfe eines Wertgutachtens von PwC ermittelt worden, das Osram mit 4,3 Milliarden Euro bewertete. Damit sei seit dem Börsengang eine Wertsteigerung von mehr als 1,8 Milliarden Euro erzielt worden, sagte Osram-Chef Olaf Berlien. „Die Gutachter bestätigen uns in dem Kurs, mit dem wir seit langem die Transformation und jüngst auch die Flaute in der Autokonjunktur sowie die Coronakrise gemeistert haben.“

Allerdings war die Übernahme durch AMS in München lange Zeit nur auf wenig Gegenliebe gestoßen. Bis heute sehen viele bei Osram die neuen Eigentümer aus Österreich skeptisch. Der neue Konzern ist hoch verschuldet. Die IG Metall fürchtet, dass die versprochenen Synergien vor allem bei Osram geborgen werden könnten.

Osram hatte in den vergangenen Quartalen unter dem schwierigen Umfeld gelitten. Allerdings lief es zuletzt wieder besser. Vor wenigen Wochen schraubte Berlien die Erwartungen für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2019/20 wieder nach oben.

Bei einem Umsatzrückgang um 14 Prozent auf rund drei Milliarden Euro rechnet Osram mit einem bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von etwa 240 Millionen Euro. 2020/21 soll der Umsatz wieder um sechs bis zehn Prozent steigen, die operative Rendite soll bei neun bis elf Prozent liegen.