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Amazon testet humanoide Roboter in seinen Lagern. Doch eignet sich die menschliche Form überhaupt für solche Arbeit?

Agility Robotics' Digit, links, ein zweibeiniger humanoider Roboter, und Boston Dynamics' Stretch, rechts, sind beide in der Lage, Kisten in Lagern zu heben. - Copyright: Matt Freed/AP and Boston Dynamics
Agility Robotics' Digit, links, ein zweibeiniger humanoider Roboter, und Boston Dynamics' Stretch, rechts, sind beide in der Lage, Kisten in Lagern zu heben. - Copyright: Matt Freed/AP and Boston Dynamics

Die menschliche Belegschaft von Amazon lernt aktuell ihre Roboter-Kollegen kennen, denn das Unternehmen beginnt damit, Agility Robotics' Digit in seinen Lagern in den USA zu testen. Digit ist der neueste in einer Reihe von Lagerrobotern, die Amazon in den letzten Jahren eingeführt hat. Er ist humanoid und hat nicht, wie die meisten anderen Lagerroboter, die Form eines Wagens.

Der zweibeinige Roboter kann gehen und Kisten heben. Laut Damion Shelton, dem CEO von Agility Robotics, fallen für den Betrieb des Roboters nur 9 bis 11 Euro pro Stunde an. Aber das Unternehmen prognostiziert, dass die Kosten auf 2 bis 3 Euro pro Stunde plus Softwarekosten für den Betrieb sinken werden, wenn die Produktion hochgefahren wird. Doch macht Amazon einen Fehler, wenn es in humanoide Roboter für seine Lageraufgaben investiert?

Aaron Saunders, CTO von Boston Dynamics, sagte in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit TechCrunch, dass humanoide Roboter zwar ein "großes Potenzial" haben, um die "Technologielücke" zu schließen, und dass sie im Bereich der "Allzweckrobotik" von entscheidender Bedeutung sein werden, dass aber die menschliche Form nicht immer die ideale Form für bestimmte Aufgaben ist - wie zum Beispiel für das Manövrieren von Kisten.

"Humanoide sind nicht unbedingt der beste Formfaktor für alle Aufgaben ... Nur, weil Menschen Kisten bewegen können, heißt das nicht, dass wir der beste Formfaktor für diese Aufgabe sind", sagte Saunders. Der Roboter Stretch von Boston Dynamics, der einen kranähnlichen Arm hat und sich auf Rädern bewegt, ist nicht humanoid. Daher könne er "Kisten effizienter und effektiver bewegen als ein Mensch", so Saunders.

Das sind die Vorteile der humanoiden Form

Eines der Verkaufsargumente von Agility Robotics für Digit ist die Fähigkeit des Roboters, sich an bestehende Lagerinfrastrukturen und Grundrisse anzupassen, die nicht unbedingt für Roboter und Automatisierung konzipiert wurden. Nach Angaben des Unternehmens kann er auch Objekte verschiedener Größen und Gewichte heben.

"Stelle dir sich vor, dass Roboter in Räumen arbeiten, die für Menschen gebaut wurden, und zwar Seite an Seite mit Menschen", sagt ein Sprecher in einer Werbung für Digit. Er beschreibt den 1,80 Meter großen Roboter mit lächelnden Augen außerdem als "ansprechbar".

"Die Mobilität von Digits aufrechtem, zweibeinigem Design erlaubt es ihm, sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur zu integrieren. Es sind keine Baugenehmigungen, Stromabschaltungen oder Grundrissänderungen erforderlich", heißt es in dem Video.

Aber Boston Dynamics behauptet auch, etwas Ähnliches mit Stretch erreicht zu haben, einem Roboter mit einem kranähnlichen Arm, der sich auf Rädern bewegt.

Mike Fair, leitender Produktmanager für Lagerroboter bei Boston Dynamics, erklärte, dass einige der Vorteile von Stretch in seiner Mobilität und Flexibilität liegen.

Diese Aufgaben könnten Roboter bald übernehmen

"Er ist ein mobiler Roboter, der überall dort eingesetzt werden kann, wo Arbeit anfällt, und er ist flexibel. Er kann sich in bestehende Einrichtungen oder bestehende Infrastrukturen einfügen und innerhalb weniger Tage mit der Arbeit beginnen", sagte Fair.

Boston Dynamics wirbt auch damit, dass Stretch das Potenzial hat, ein "Mehrzweckroboter" zu sein, der verschiedene Aufgaben im Lager übernehmen kann, einschließlich der Depalettierung von Artikeln und der Beladung von Lastwagen.

Ein Sprecher von Boston Dynamics reagierte nicht sofort auf eine Anfrage, die am Wochenende verschickt wurde.

Die Vision von Agility Robotics für seinen humanoiden Roboter ist jedoch wohl ehrgeiziger.

Während sich die aktuelle Anwendung von Digit nur auf den Transport von Paketen konzentriert, gibt das Unternehmen auf seiner Website an, dass die nächste Anwendung des Roboters das Entladen von Anhängern und später auch die Zustellung der letzten Meile zu den Häusern der Menschen sein wird. Im Vergleich dazu scheinen die aktuellen und zukünftigen Anwendungen von Stretch auf Lagerräume beschränkt zu sein.

Ford war einer der ersten Kunden von Digit im Jahr 2020 und kündigte Pläne an, den zweibeinigen Roboter für die Auslieferung von Paketen auf der letzten Meile einzusetzen, da sich die Automobilunternehmen auf eine Zukunft vorbereiten, in der selbstfahrende Autos Hauslieferungen durchführen können.

Sprecher von Amazon und Agility Robotics reagierten nicht auf eine Anfrage, die am Wochenende verschickt wurde.

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