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Allianz sieht IPOs von Beteiligungen - vorsichtig bei Spacs

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Allianz X, die Venture-Kapital-Sparte von Europas größtem Versicherer, sieht bei einigen ihrer Portfolio-Firmen einen Börsengang noch vor Jahresende. Zu den Beteiligungen zählen auch die mit Milliardensummen bewerteten Stripe, Gojek, Wealthsimple, WeLab und N26. Gegenüber Spacs, die zuletzt einen Siegeszug angetreten hatten, herrscht Zurückhaltung.

„Mehrere Unternehmen in unserem Portfolio bereiten ein IPO bis Ende dieses Jahres vor, spätestens aber bis zum Ende des 1. Halbjahrs 2022”, sagte Nazim Cetin, Chef von Allianz X, im Interview mit Bloomberg, ohne konkrete Firmen zu nennen. “Der genaue Zeitpunkt hängt von den Marktbedingungen ab.”

Mit der Smartphone-Bank N26 hatte eine der Beteiligungen zuletzt selbst erklärt, einen Börsengang in Erwägung zu ziehen. Cetin: „Sollte N26 einen IPO planen, würden wir das unterstützen”. Allianz X war 2018 bei dem Berliner Fintech eingestiegen.

Insgesamt ist Allianz X derzeit an 23 Firmen direkt beteiligt. Hinzu kommen zwei Komplettübernahmen sowie Investments in fünf Private-Equity-Fonds. Das verwaltete Vermögen liegt bei 1,5 Milliarden Dollar, wovon 550 Millionen Dollar für weitere Anlagen zur Verfügung stehen.

Laut Cetin werden die Portfolio-Firmen verstärkt von leeren Börsenmänteln angesprochen, was er mit Skepsis beobachtet. “Einigen unserer Unternehmen haben wir empfohlen, Gespräche mit Spacs abzumoderieren, weil das zu sehr ablenkt”, erklärte er. Solch eine Transaktion mache nur dann Sinn, wenn das Management des Spacs über Erfahrungen in der jeweiligen Branche und ein entsprechendes Netzwerk verfüge.

„Bei den Spacs gibt es natürlich einen gewissen Druck, Zielunternehmen zu finden”, sagte Cetin. „Glücklicherweise sind unsere Portfolio-Unternehmen so stark, dass sie den Weg an die Börse auch alleine schaffen.“

Nach einem Strategiewechsel 2017 investiert Allianz X nur noch in Late-Stage-Firmen. Diese müssen eine gewisse Nähe zum Geschäft der Allianz haben. Die Untergrenze für ein anfängliches Investment liegt bei etwa 20 Millionen Dollar, es kann aber auch das Fünffache sein. “Starre Vorgaben sind das nicht und wir können jederzeit mit unserer Mutter reden, sollte es um größere finanzielle Engagements gehen”, sagte Cetin.

Keine Renditevorgaben

Profitabel müssen Zielunternehmen seinen Worten zufolge nicht sein, aber nachhaltige finanzielle Renditen erwirtschaften können. “Es muss erkennbar sein, wie das Unternehmen Geld verdienen wird und der Weg dorthin muss absehbar sein”, sagte er.

Die Strategie macht sich bezahlt. Seit 2017 hat Allianz X nach eigenen Angaben durch Verkäufe von Investments einen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag erzielt. Die sogenannte Internal Rate of Return, mit der die Entwicklung der Anlagen gemessen wird, betrage deutlich mehr als 20%.

Cetin zufolge liegt Allianz X damit im Vergleich zu ähnlichen Venture-Kapital-Fonds am oberen Ende. „Unsere Mutter macht uns keine Renditevorgaben”, sagte er, “aber natürlich will kein Unternehmen Geld verlieren”.

(Neu: Beschreibung von Zielunternehmen im drittletzten Absatz)

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©2021 Bloomberg L.P.