Deutsche Märkte geschlossen

Aktien New York: Zahlenvorlagen und Ölpreiserholung treiben den Dow an

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Donnerstag wieder auf dem Vormarsch. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> glich sein Vortagsminus mehr als aus und orientierte sich erneut an der zuletzt umkämpften Marke von 24 000 Punkten. Zwei Stunden vor Schluss stieg das Kursbarometer der Wall Street um 1,36 Prozent auf 23 985,77 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 <US78378X1072> folgte dem um 1,50 Prozent auf 2891,01 Punkte nach oben.

Positive Impulse lieferten einige gut ankommende Unternehmensberichte und wieder gestiegene Ölpreise, worin am Markt Anzeichen für eine steigende Nachfrage im Zuge der Corona-Lockerungen gesehen wurden. Außerdem wurde von Händlern eine Meldung als Kurstreiber genannt, wonach führende Verhandlungsführer der USA und Chinas bereits nächste Woche über den gegenseitigen Handel sprechen wollten.

Nicht zu Ende ist auch die jüngste Rally bei den Technologiewerten: Deren Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> setzte seinen guten Lauf in dieser Woche mit einem Anstieg um 1,43 Prozent auf 9113,78 Zähler fort. Den Dow hängt er schon länger ab: Während der große US-Leitindex im bisherigen Jahresverlauf wegen der Viruskrise gut 16 Prozent verloren hat, hat der Nasdaq 100 mit plus vier Prozent in diesem Jahr eine positive Bilanz.

Wenig erfreulich fielen am Donnerstag wieder die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten aus, was die Anleger nach den vergangenen Wochen aber nicht mehr schockierte. Erneut stellten infolge der Corona-Pandemie Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. 3,2 Millionen kamen hinzu, nachdem in den sechs Wochen zuvor schon 30,2 Millionen Menschen einen solchen Antrag gestellt hatten - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Die Erholungsrally beim Ölpreis wurde am Donnerstag wieder angefeuert, weil der saudische Staatskonzern Saudi Aramco <SA14TG012N13> Preisnachlässe reduzieren will. Dies leistete den Aktien aus dem Ölsektor wieder Beistand. Chevron <US1667641005> und ExxonMobil <US30231G1022> gehörten mit 3,5 beziehungsweise 0,8 Prozent im Dow zu den Gewinnern, am breiteren Markt zogen die Papiere von ConocoPhillips <US20825C1045> und Occidental Petroleum <US6745991058> mit bis zu fünf Prozent noch stärker an.

Im Dow zeigten sich die Aktien von Raytheon Technologies <US75513E1010> von ihrer schwankenden Seite, zuletzt tauchten sie mit 1,2 Prozent ins Minus ab. Der aus Raytheon und Teilen des Industriekonzerns United Technologies geformte Rüstungs-, Luftfahrt- und Technologiekonzern präsentierte für das erste Quartal einen höher als erwarteten Gewinn. Allerdings traut er sich wegen der Corona-Krise keinen Jahresausblick zu.

Unter den Nebenwerten sorgte ViacomCBS <US92556H2067> im Mediensektor für prächtige Stimmung. Die Aktien des Fernseh- und Kabelnetzkonzerns setzten dank einer anziehender Abonnentenzahl für Streaming-Angebote zu einer 11-prozentigen Rally an. Davon profitierten auch andere Branchenunternehmen wie etwa Fox <US35137L1052> oder Liberty Global <GB00B8W67B19> mit Anstiegen um bis zu 5,8 Prozent.

Der größte Kurssprung im Nasdaq 100 gelang am Donnerstag den fast 14 Prozent höheren Paypal-Aktien <US70450Y1038>. Der Online-Bezahldienst erlitt im ersten Quartal zwar einen Gewinneinbruch und erhöhte die Rückstellungen für Kreditausfälle. Die Erlöse stiegen jedoch um 12 Prozent. Zudem stellte Paypal ein noch stärkeres Wachstum für das laufende Vierteljahr in Aussicht.

Quartalsmeldungen gab es auch aus dem Pharmasektor: Bristol-Myers Squibb <US1101221083> tauchten zuletzt mit 0,3 Prozent ins Minus ab, auch wenn der Konzern im ersten Quartal die durchschnittlichen Markterwartungen übertroffen hatte. Deutlich besser als prognostiziert fielen die Resultate des Generikakonzerns Teva <US8816242098> aus: Entsprechend schnellten die Aktien hier um mehr als zehn Prozent nach oben.

Eine Entscheidung über den Chefsessel bescherte ansonsten den Harley-Davidson <US4128221086>-Aktien <US4128221086> einen Kurssprung um mehr als fünf Prozent. Der frühere Puma-Chef Jochen Zeitz soll seine ursprünglich nur übergangsweise vorgesehene Rolle an der Führungsspitze nun dauerhaft übernehmen.