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Aktien Frankfurt: Stabilisierung nach Kursrutsch - Schnäppchenjäger unterwegs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schnäppchenjäger haben am Dienstag nach dem Kursrutsch am Vortag für eine Stabilisierung gesorgt. Der Dax <DE0008469008> legte bis zum Mittag um 0,94 Prozent auf 12 880,48Punkte zu. Die Käufer langten vor allem bei jenen Papieren zu, die zuletzt besonders unter der verschlechterten Börsenstimmung gelitten hätten, schrieb Marktbeobachter Andreas Lipkow. Rückenwind deutet sich zudem von der Wall Street an, die nach einem Feiertag mit Gewinnen erwartet wird.

Noch deutlicher als der Dax erholte sich der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte mit plus 1,80 Prozent auf 25 114,48 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um ein halbes Prozent nach oben.

Der Dax halte sich "erstaunlich stabil" angesichts des mutmaßlich länger dauernden Aus der Gaspipeline Nord Stream 1 und vor der wahrscheinlich historischen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB), kommentierte Experte Jürgen Molnar von Robomarkets.

Am Vortag hatte der wohl längerfristige Stopp russischer Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 für tiefrote Kurse an der Frankfurter Börse gesorgt. Fest im Blick bleibt der Zinsentscheid der EZB an diesem Donnerstag. Beobachter halten angesichts der rasanten Teuerung einen Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte für möglich.

Leitzinserhöhungen der Notenbanken sollen die rasante Inflation eindämmen, doch Börsianer befürchten im Gegenzug Bremsspuren in der Wirtschaft. Allerdings wäre eine dauerhaft hohe Inflation noch schädlicher.

Auf Unternehmensseite zählten zu den großen Gewinnern im Dax Volkswagen-Vorzüge <DE0007664039> mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent. Hier gibt es endlich Klarheit beim Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche AG. So soll vorbehaltlich weiterer Kapitalmarktentwicklungen Ende September oder Anfang Oktober ein erster Teil der Aktien in Frankfurt gehandelt werden. Vollständig umgesetzt sein könnte die Neuemission bis zum Jahresende. Generell waren Autowerte in Europa gefragt, die Aktien der Porsche Automobil Holding verloren jedoch rund ein halbes Prozent.

Positive Analystenaussagen zu Internetwerten beflügelten unterdessen den Modehändler Zalando <DE000ZAL1111> mit mehr als viereinhalb Prozent Plus, für Delivery Hero <DE000A2E4K43> im MDax ging es um mehr als neun Prozent nach oben, nach einer Empfehlung durch Morgan Stanley.

Die Papiere von Hellofresh <DE000A161408> waren nach einer bekräftigten Kaufempfehlung durch die Privatbank Berenberg mit 4,8 Prozent Plus Dax-Favorit. Dass der Abstieg des Kochboxenversenders aus der ersten Börsenliga zum 19. September besiegelt ist, störte kaum. Dies sei so erwartet worden, hieß es am Markt. Im Gegenzug kommt die erst im Frühjahr abgestiegene Siemens Energy <DE000ENER6Y0> wieder in den Dax zurück - die Papiere legten um mehr als zwei Prozent zu.

Ebenfalls im MDax stemmten sich Lufthansa <DE0008232125> mit einem Aufschlag von rund eineinhalb Prozent gegen die womöglich drohende nächste Streikrunde der Piloten.

Aktien des angeschlagenen Uniper <DE000UNSE018>-Konzerns setzten nach anfänglicher Stabilisierung ihren Kursrutsch fort und fielen auf ein weiteres Rekordttief. Hier spekulieren die Investoren, wann der Konzern weitere Staatshilfen braucht, nachdem Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nach einer angeblichen Wartungspause nicht wieder aufgenommen hatte. So muss Uniper nun noch mehr teures Gas am Markt zukaufen, um seine Lieferverpflichtungen erfüllen zu können.

In den hinteren Börsenreihen gehörten Aktien der Optikerkette Fielmann <DE0005772206> mit einem moderaten Minus zu den wenigen Verlierern im Kleinwerteindex SDax <DE0009653386>. Die Papiere gerieten damit nur wenig in den Sog der gekappten Prognose des Konkurrenten Mister Spex, dessen Kurs um mehr als neun Prozent nachgab./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---