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Aktien Frankfurt: Inflationssorgen dämpfen Laune nach Erholungsrally

FRANKFURT (dpa-AFX) - Belastet von steigenden Ölpreisen und EU-Inflationsdaten hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag nachgegeben. Allerdings war er zuletzt auch stark gestiegen. Der Dax <DE0008469008> fiel gegen Mittag auf sein Tagestief und notierte zuletzt 0,91 Prozent niedriger bei 14 443,61 Punkten. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,49 Prozent auf 30 039,87 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> büßte rund 0,9 Prozent ein.

"Der jüngste Anstieg im Ölpreis bringt die Inflationsangst durch steigende Energiepreise wieder zurück auf die Agenda", konstatierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Ölpreise sind am Dienstag auf den höchsten Stand seit gut zwei Monaten geklettert.

Unterdessen ist die Inflationsrate in der Eurozone erneut auf einen Rekordstand gestiegen. Im Mai legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 8,1 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 7,8 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 7,4 Prozent gelegen.

Die Aussicht auf eine staatliche Verkaufsförderung für bestimmte Autos in China stützte die Aktien der deutschen Autobauer. Mercedes-Benz <DE0007100000> und Volkswagen <DE0007664039> schafften den Sprung in die Gewinnzone, BWM verringerte das Minus auf zuletzt 0,4 Prozent. Zuvor hatte das chinesische Finanzministerium angekündigt, die Mehrwertsteuern auf bestimmte Fahrzeuge mit niedrigen Emissionen zu halbieren.

Unter den Einzelwerten schnellten die Aktien von Lanxess <DE0005470405> um mehr als 10 Prozent nach oben. Der Chemiekonzern gründet mit der Beteiligungsgesellschaft Advent ein Gemeinschaftsunternehmen für Hochleistungs-Polymere, in das die Engineering-Materials-Sparte des niederländischen Konzerns DSM <NL0000009827> eingebracht werden soll. Lanxess steuert seinen Geschäftsbereich High Performance Materials bei und soll eine erste Zahlung von mindestens 1,1 Milliarden Euro sowie einen Anteil von bis zu 40 Prozent am Joint Venture erhalten.

Die Sorge um wachsenden Konkurrenzdruck drückte die Titel des Aromen- und Duftstoffherstellers Symrise <DE000SYM9999> um 3,1 Prozent ins Minus, was einen der letzten Plätze im Dax bedeutete. Der Genfer Aromen- und Duftstoffproduzent Firmenich und DSM <NL0000009827> aus den Niederlanden schließen sich zusammen.

Für die Papiere der Deutsche-Bank-Fondstochter ging es um gut zwei Prozent abwärts. Sie weiteten ihr Minus etwas aus nach Bekanntwerden von Durchsuchungen durch Einsatzkräfte von Staatsanwaltschaft, Finanzaufsicht Bafin und Bundeskriminalamt (BKA). Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt geht es um den Vorwurf des Kapitalanlagebetrugs, konkrete Beschuldigte gebe es bislang nicht. Die Ermittler nahmen demnach sowohl Räumlichkeiten der DWS als auch der Deutschen Bank in Augenschein.

Der angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group <LU1250154413> schnitt im ersten Quartal nach eigener Einschätzung im Tagesgeschäft solide ab. Die Nettomieterträge gingen im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um knapp 16 Prozent zurück. Das operative Ergebnis (FFO1) lag acht Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Adler führte die Rückgänge vorwiegend auf den Verkauf eines Immobilienportfolios zurück. Die zuletzt schwer unter Druck stehende Adler-Aktie stieg nach starken Schwankungen als SDax-Spitzenreiter zuletzt um 6,5 Prozent./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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