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Aktien Frankfurt: Dax nach Schwarzem Montag etwas erholt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein erwartetes Hilfspaket in den USA gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise haben am Dienstag auch dem deutschen Aktienmarkt geholfen. Nach dem Schwarzen Montag gelang dem Dax <DE0008469008> zeitweise wieder der Sprung über die Marke von 11 000 Punkte. Nach dem sehr schwachen Wochenstart, an dem der deutsche Leitindex um fast 8 Prozent abgesackt war, ging es am Nachmittag dann aber wieder etwas verhaltener um 2,00 Prozent auf 10 837,11 Punkte aufwärts.

Der MDax <DE0008467416> rückte um 2,30 Prozent auf 23 622,82 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 1,91 Prozent und auch die US-Börsen starteten mit Erholungsgewinnen.

Tags zuvor hatte das deutsche Börsenbarometer einen der schwärzesten Tage seiner mehr als 30 Jahre alten Geschichte erlebt. Wegen wachsender, durch das Virus ausgelöster Rezessionssorgen und der zusätzlichen Gefahr eines Ölpreiskrieges stießen Anleger panikartig Aktien ab. Sie flüchteten in sicherere Häfen wie Staatsanleihen. Der Dax erlitt den größten prozentualen Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001. Die Gewinne des vergangenen Jahres hatten sich zum Handelsschluss nahezu aufgelöst.

Als auch in den USA die Börse am Montag dann crashte, reagierte US-Präsident Donald Trump rasch. Er stellte Lohnsteuer-Erleichterungen sowie Kredite für Kleinunternehmen in Aussicht. Auch Hilfen für jene, die nach Stundenlohn bezahlt werden, könnte es geben. Eine Pressekonferenz ist am Dienstag anberaumt.

Analyst Pierre Veyret vom britischen Makler ActivTrades sprach angesichts der Ankündigungen Trumps vom "erneut erwachten Vertrauen in das Finanzsystem". Zudem begrüßten die Investoren das zweite milliardenschwere Konjunkturpaket Japans und hofften auch auf Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Auch der Ölmarkt erholte sich etwas. Tags zuvor noch waren dort die Preise um rund 30 Prozent eingebrochen und damit so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Gescheiterte Verhandlungen über eine Drosselung der Fördermenge waren der Grund gewesen.

Die Viruskrise blieb zugleich weiter Thema. So wurde ganz Italien von der Regierung mittlerweile zur Sperrzone erklärt. Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben bis April geschlossen. Sportveranstaltungen wurden ausgesetzt. Für internationale Zug- und Flugverbindungen sowie den öffentlichen Nahverkehr gibt es indes keine Beschränkungen. In China, wo das neuartige Coronavirus ausbrach, meldeten die Behörden dagegen mit nur noch 19 neu nachgewiesenen Fällen den niedrigsten Anstieg der Infektionen seit Beginn der täglichen Epidemie-Berichte vor sieben Wochen.

Am deutschen Aktienmarkt zeigte sich die große Mehrheit der Dax-Familie auf Erholungskurs. Zu den größten Gewinnern zählten die am Vortag größten Verlierer: So erholten sich die auf Rekordtiefs gesackten Papiere der Deutschen Bank <DE0005140008> und der Commerzbank <DE000CBK1001> mit plus 7,2 Prozent und plus 9,3 Prozent. Informierten Kreisen zufolge prüft die deutsche Bankenaufsicht Erleichterungen. Die Aktien der Deutschen Post <DE0005552004> gewannen 5,9 Prozent, nach allerdings fast minus 9 Prozent am Montag. Der Logistikkonzern verdiente 2019 unterm Strich mehr und hob die Dividende an.

Die Anteile des Chipherstellers Infineon <DE0006231004> gewannen 3,6 Prozent und machten einen Teil ihrer Verluste vom Wochenstart wieder wett. Die Münchener nahmen für ihre geplante rund milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor <US2328061096> eine wichtige Hürde in den USA.

Mit Ausnahme der Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co <DE000KC01000> und Rational <DE0007010803> erholten sich an diesem Tag auch alle weiteren Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte vorlegten. Im MDax stiegen Symrise <DE000SYM9999> um 6,2 Prozent und Uniper <DE000UNSE018> um 1,2 Prozent.

Im SDax <DE0009653386> rückten Schaeffler <DE000SHA0159> nach 12 Prozent Minus am Vortag nun wieder um 11,2 Prozent vor. Wie der Industrie- und Autozulieferer zur Zahlenvorlage mitteilte, laufen alle chinesischen Fabriken wieder. Die Kapazitätsauslastung in China liege bei 80 Prozent.

Die Titel des Stahlhändlers KlöCo <DE000KC01000> indes sackten nach der für 2019 gestrichenen Dividende zeitweise auf ein Rekordtief bei 4,088 Euro. Zuletzt legten sie um moderate 0,3 Prozent zu. Die Aktien des Herstellers von Großküchengeräten Rational büßten nach einem vorsichtigeren Ausblick auf 2020 nun 2,1 Prozent ein.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite nach ihrem Rekordtief von minus 0,82 Prozent am Montag nun auf minus 0,75 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel deutlich um 0,34 Prozent auf 146,99 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> fiel deutlich um 0,98 Prozent auf 176,56 Punkte.

Der Euro <EU0009652759> gab nach den starken Kursgewinnen am Vortag nach und wurde am frühen Nachmittag mit 1,1378 US-Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1456 (Freitag: 1,1336) Dollar festgesetzt./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---