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AKTIEN IM FOKUS: Airbus-Kursrutsch nach Gewinnwarnung - Branche leidet mit

FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) -Eine gekappte Prognose hat den Papieren von Airbus NL0000235190 am Dienstag einen deutlichen Kursrutsch eingebrockt. Dies zog die ganze Branche sowie den gesamten Markt nach unten. Der Flugzeugbauer rechnet wegen einer Abschreibung in der Raumfahrtsparte und anhaltenden Problemen in der Lieferkette mit einem geringeren operativen Gewinn als bisher. Die Anlaufphase in den Lieferketten nehme nicht so schnell Tempo auf wie erhofft, erklärte Konzernchef Guillaume FauryFaury in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Vor allem die Situation bei den Triebwerken bleibe herausfordernd.

Zudem senkte Airbus das Jahresziel für die Auslieferung von Verkehrsflugzeugen und verschob das Ziel, bis 2026 monatlich 75 Flugzeuge aus der A320-Familie zu produzieren, um ein Jahr.

Die Anleger zeigten sich schockiert und schickten die Aktien auf Talfahrt. Mit einem Kursverlust von 11 Prozent auf 132,52 Euro waren sie am frühen Nachmittag abgeschlagenes Dax DE0008469008-Schlusslicht und markierten den tiefsten Stand seit November. Die Gewinne seit Jahresbeginn, die sich beim Ende März erreichten Rekordhoch von 172,82 Euro noch auf gut 23 Prozent belaufen hatten, sind damit endgültig dahin.

Das Chartbild sieht ebenfalls trübe aus. Der nur von einigen Konsolidierungsphasen unterbrochene Sinkflug seit dem Rekordhoch hatte die Aktien bereits unter die 21-, 50- und 100-Tage-Durchschnittslinien gedrückt und mit dem nun erfolgten Kursrutsch auch unter die 200-Tage-Linie, die als Trendlinie für den langfristigen Verlauf herangezogen wird.

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Die Papiere des Triebwerksbauers MTU DE000A0D9PT0 reihten sich am Dienstag mit minus 5,6 Prozent auch weit hinten im Dax ein. Sie trugen mit Airbus dazu bei, dass der deutsche Leitindex gut ein Prozent einbüßte. Im schwächelnden Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 EU0009658145, wo Airbus ebenfalls den letzten Platz belegte, verloren die zuletzt erholten Anteilsscheine des Triebwerksherstellers und Technologiekonzerns Safran FR0000073272 4,4 Prozent. Die in London gelisteten Aktien von MTU-Konkurrent Rolls-Royce GB00B63H8491 verbilligten sich um 3,8 Prozent.

In einer Studie der Investmentbank Stifel hieß es, es lasse negative Rückschlüsse auf MTU und Safran zu, dass Airbus den Zulieferern vorgeworfen habe, nicht genügend Triebwerke zu liefern.

Die deutliche Gewinnwarnung für 2024 dürfte auch die Markterwartungen an Airbus für etliche weitere Jahre beeinträchtigen, befürchtet Philip Buller von der Privatbank Berenberg. Sein Kursziel von 119 Euro ist von den Analysten, die sich bislang zu den jüngsten Nachrichten geäußert haben, allerdings das einzige, das vom aktuellen Bewertungsniveau aus weitere Verluste impliziert. Buller rät auch als einziger zum Verkauf der Aktie.

Mehrere andere Experten senkten hingegen nur ihre Kursziele, blieben aber bei ihren neutralen bis positiven Anlage-Empfehlungen - wie etwa David Perry von der US-Bank JPMorgan, der mit einem auf 172 Euro reduzierten Ziel weiter eine "Overweight"-Empfehlung ausspricht. Er kürzte zwar seine Gewinnprognosen je Aktie bis 2027, sieht die neuen Unternehmensziele angesichts des Kursrückgangs seit März aber schon großteils eingepreist. Für langfristig orientierte Investoren könnte sich nun sogar eine günstige Einstiegsgelegenheit eröffnen. Denn an der hohen Nachfrage für Flugzeuge habe sich nichts geändert, die Probleme seien die Produktion.

Auch Milene Kerner von der britischen Investmentbank Barclays blieb trotz ihrer Kurszielsenkung bei ihrem "Overweight"-Votum. Sie betonte indes, dass das Ausmaß, in dem das Unternehmen seine Ziele gesenkt habe, überrascht habe. Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Aktie ist die Expertin vorsichtig. Angesichts der anhaltenden Probleme dürfte sich eine Kurserholung trotz der bereits niedrigen Bewertung nur langsam vollziehen.

Es sei noch zu früh, auf eine Trendwende bei der Aktie zu setzen, glauben auch die Analysten von UBS und Deutsche Bank. Dass Airbus die neuen Auslieferungsziele für 2024 locker erreiche, sei nicht garantiert, warnte Deutsche-Bank-Experte Christophe Menard, der seine Kaufempfehlung strich und eine neutrale Position einnimmt.