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AKTIE IM FOKUS: Gestrichene Jahresziele belasten HeidelbergCement schwer

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der virusbedingt ausgesetzte Ausblick des Baustoffherstellers HeidelbergCement <DE0006047004> hat am Donnerstag die Anleger weiter verschreckt. Die Aktien brachen am Dax <DE0008469008>-Ende um 8,19 Prozent auf 29,48 Euro ein. Der Leitindex selbst drehte ins Minus und gab um 1,4 Prozent nach. Seit im Februar die Ängste vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie zunahmen, haben die Papiere von HeidelbergCement bereits etwas mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt. Der Dax verlor nicht ganz so stark.

Unisono verweisen Analysten mit Blick auf den Baustoff-Konzern auf die hohe Unsicherheit wegen des neuartigen Coronavirus. Das schicke die Aktie in den Keller, erklärte etwa Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe. Die endgültigen Jahreszahlen indes sind laut Robert Gardinier vom irischen Analysehaus Davy "wie bereits im Februar umrissen ausgefallen". Doch dies und der gute Start in dieses Jahr erschienen angesichts der Viruskrise inzwischen "Lichtjahre entfernt". Nun werde - wenig überraschend - kein Ausblick mehr gegeben. Dabei hatten die Heidelberger gerade einmal vor einem Monat auch für 2020 eine weiter gute Nachfrage nach Baustoffen prognostiziert.

"Der Fokus hat mittlerweile gewechselt", schreibt Gardinier. Inzwischen liege er auf dem Gewinn, der in verfügbares Barvermögen umgewandelt werden könne. "Alle nicht unbedingt notwendigen Investitionsausgaben wurden gestoppt und Sparmaßnahmen eingeführt. Sie werden wichtig, wenn sich die Arbeit am Bau im zweiten Quartal rapide verlangsamt."

Commerzbank-Analyst Norbert Kretlow erwartet ebenfalls massive nachteilige Nachfrageeffekte, vor allem in Europa. Eine weitere Unsicherheit sei die mögliche Schließung von Produktionsstätten. Daher will er seine Schätzungen überarbeiten.

Positiv hebt Lampe-Experte Gabriel jedoch hervor, dass der Baustoffkonzern in einer deutlich besseren Finanzsituation sei als während der Finanzmarktkrise 2008/09. Zudem verweist er auf Vertrauen signalisierende umfangreiche Aktienkäufe durch Großaktionär Ludwig Merckle. Dieser hat vor Bekanntgabe der endgültigen Jahreszahlen seinen Anteil um 1,9 Millionen Aktien aufgestockt.