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AKTIE IM FOKUS: Charttechnik hilft Rational - Analysten bleiben aber skeptisch

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rational <DE0007010803> haben am Dienstag eher vorsichtigen Aussagen des Managements zu den Geschäftsperspektiven getrotzt. Sie legten am Vormittag unter den Favoriten im MDax <DE0008467416> zuletzt um 4,34 Prozent auf 672,50 Euro zu.

Dabei kamen jüngste Aussagen der Konzernführung, wonach eine seriöse Geschäftsprognose für 2020 weiter nicht möglich ist, zunächst nicht gut an. Denn: Börsianer mögen Unsicherheit nicht. Im vorbörslichen Handel am Morgen reagierten einige Anleger denn auch fast schon panisch und verkauften ihre Aktien, der Kurs fiel deutlich. Die 50-Tage-Durchschnittslinie als Indikator für den mittelfristigen Trend hielt den vorbörslichen Abschlägen aber Stand. Der jüngste Kursrutsch reichte offenbar schon aus, neue Käufer anzulocken. Der Kurs drehte bei 620 Euro nach oben.

Die vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal nannte ein Händler besser als erwartet. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank zeigte sich überrascht von den starken Margen. Allerdings dürfte das Schlussquartal herausfordernd werden. Rothenaicher blieb bei seinem "Reduce"-Votum mit Kursziel 420 Euro.

In den kommenden Monaten drohe angesichts der Auswirkungen von Lockdown-Maßnahmen auf die Restaurants in Europa noch mehr Gegenwind, erläuterte Commerzbank-Analyst Michael Junghans. Auch er stuft die Anteile weiter mit "Reduce" ein mit einem Kursziel von 410 Euro.

RBC-Analyst Sebastian Kuenne bleibt mit seinem "Underperform"-Votum" und Kursziel 400 Euro ebenfalls skeptisch: Trotz starker Quartalszahlen dürften die Rational-Aktien in den kommenden Monaten stark unter Druck geraten, da die Investoren ihre Erwartung an eine Erholung drosseln und neue Annahmen für die Restaurant- und Hotelbranche berücksichtigen dürften.

Mit ihren Kurszielen liegen die Analysten deutlich unter dem aktuellen Kurs. Anfang Oktober hatten die Rational-Papiere noch zeitweise 719,50 Euro gekostet und waren damit nicht allzu weit weg von ihrem Rekordhoch von 740 Euro aus dem Januar. Mitte März waren sie im Zuge des Corona-Börsencrashs bis auf 377,20 Euro abgesackt.