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Agnelli-Holding verkauft Rückversicherer Partner-Re für neun Milliarden Dollar

In in der Rückversicherungsbranche kommt es zu einer milliardenschweren Übernahme. Käufer ist der französische Versicherungskonzern Covéa.

Die italienische Unternehmerfamilie Agnelli verkauft die auf Bermuda ansässige Partner-Re an den französischen Versicherungskonzern Covéa. Die Franzosen zahlen der börsennotierten Agnelli-Holding Exor der vorläufigen Einigung zufolge neun Milliarden Dollar, wie beide Seiten in der Nacht zum Mittwoch mitteilten.

Für Exor war die Beteiligung an Partner-Re ein sehr lukratives Geschäft: Die Italiener hatten den Rückversicherer erst 2016 für 6,72 Milliarden Dollar gekauft und sich damals in einer Bieterschlacht durchgesetzt. Einschließlich der Dividenden – darunter 50 Millionen Dollar für 2019 – ergebe sich aus dem Verkauf ein Gewinn von drei Milliarden Dollar.

Exor-Chef John Elkann zog dementsprechend ein positives Fazit: Der Verkauf sei eine einmalige Gelegenheit. „Partner-Re ist heute ein stärkeres Unternehmen, mit einem kompletteren und effizienten Geschäft.“ Doch mit Covéa als Eigentümer habe der Rückversicherer neue Möglichkeiten.

Die Franzosen erklärten, sie wollten mit der Übernahme von Partner-Re internationaler werden und in Europa als Versicherer und Rückversicherer eine führende Rolle spielen. Bisher erwirtschaftet Covéa fast 90 Prozent seines Prämienvolumens von 17 Milliarden Euro auf dem heimischen Markt. Das Unternehmen ist als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert.

Beim Investorentag im November in Turin hatte FCA-Chef John Elkann bereits zur Strategie der Gruppe erklärt, man wolle „mit Ruhe“ Gelegenheiten für Übernahmen und Verkäufe prüfen und „große globale Unternehmen“ schaffen.

Jetzt hat er neue Ressourcen dafür. Der Verkauf des Rückversicherers ist ein weiteres Puzzleteil für Exor, das größte Unternehmen in Italien mit einem Marktwert von 21,6 Milliarden Euro und Verwaltungssitz in den Niederlanden.

Vor dem Deal mit PSA hatte Elkann, der seit 2009 an der Spitze der Familienholding der Agnellis und von FCA steht, 2019 den Komponentenhersteller Magneti Marelli an das japanische Unternehmen Calsonic Kansei verkauft, der zu KKR gehört.

Die Diversifizierung ist bereits eingeleitet: Ebenfalls 2019 kaufte er in Italien die Medienholding Gedi und ist jetzt Besitzer der Tageszeitungen La Repubblica und La Stampa sowie des Magazins L’Espresso. Exor ist auch Hauptaktionär von The Economist. Der Familienholding gehört außerdem der börsennotierte Fußballclub Juventus Turin.

Den größten Zuwachs für die Familienkasse der Agnellis wird die Fusion mit PSA bringen, die Ende des Jahres durchgeplant sein soll.