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Ade Lightning? Bitcoin kehrt der zweiten Schicht den Rücken

Moritz Draht
·Lesedauer: 3 Min.
Hände stecken im Türrahmen
Hände stecken im Türrahmen

Während das DeFi-Ökosystem immer mehr Bitcoin frisst, könnte das Lightning Network bald mit leeren Händen dastehen.

Mit einem verkraftbaren Minus von 0,3 Prozent in den letzten 24 Stunden wird die Kryptowährung Nr. 1 zu Redaktionsschluss bei 10.283 US-Dollar gehandelt und tritt somit wie am Vortag auf der Stelle. Auch wenn das Asset auf Tagessicht nicht so recht vom Fleck kommt, legt Bitcoin im Wochenvergleich um 0,9 Prozent zu.

Mit einer 24-stündigen Schwankungsbreite von knapp 250 US-Dollar zeigte das Asset keine nennbaren Ausbruchsversuche, den Widerstand bei 10.396 anzugreifen. Unterstützung erhält der Kurs bei 10.054 US-Dollar. Diese gilt es zu verteidigen, andernfalls droht ein Kursabschlag unter de fünfstelligen Bereich. Nachdem Bitcoin noch vergangene Woche ein Auge auf die 12.000-Marke warf, deutet sich erneut ein zäher Grabenkampf zwischen Bären und Bullen um die symbolisch wichtige 10.000-Marke an.

Bitcoin und DeFi: Eine neue Liaison

Kaum ein Schlagwort sorgt derzeit für so viel Furore wie DeFi. Noch in den Kinderschuhen steckend, sind Dezentrale Finanzen schon nicht mehr aus dem Krypto-Ökosystem wegzudenken und deuten dabei erst ihr enormes Wachstumspotenzial an.

Die Erfolgsstory fußt im Kern auf der Ethereum Blockchain. Doch auch Bitcoin hinterlässt einen immer größer werdenden Fußabdruck im DeFi-Sektor.

Über Wrapped Bitcoin (WBTC), einen 1 zu 1 durch Bitcoin gedeckten ERC20-Token, findet das Asset immer häufiger seinen Weg auf die Ethereum Blockchain. Mittlerweile sind laut Defipulse über 520 Millionen US-Dollar in Wrapped Bitcoin in DeFi-Anwendungen beheimatet. Damit platziert sich das Asset hinter yearn.finance auf Platz zwei der nach Volumen meist verwendesten Assets.

Goodbye Lightning Network?

Das Lightning Network ist als Second-Layer-Lösung mit seinen verzweigten Zahlungskanälen der Idee nach eine Art DeFi-Version des Bitcoin-Netzwerks. Angetreten die Bitcoin-Skalierungsprobleme zu lösen, blieb der Erfolg im Sinne von Nutzung und Handelsvolumen jedoch eher auf der Strecke liegen. Das Lightning Network sieht aktuell nur die Rücklichter des DeFi-Ökosystems, das auf der Überholspur vorbeizieht.

DeFi spielt mit über einer halben Milliarde US-Dollar an tokenisierten Bitcoin bereits in einer ganz anderen Liga als das Lighning Network mit seinen vergleichsweise „mickrigen“ 11 Millionen US-Dollar.

Ob der aktuelle Abzug an Bitcoin aus dem Lightning Network auf das DeFi-Konto fließt, lässt sich nicht genau feststellen. Aber auffällig ist, dass sich das Wachstum von WBTC im Gleichschritt mit sinkenden BTC-Beständen im Lightning Network vollzieht.

Handelsvolumen auf Jahreshoch

Das Gesamtvolumen von On-Chain-Transaktionen hat am 9. September einen diesjährigen Spitzenwert aufgestellt. Der Anstieg der On-Chain-Transaktionen seit Ende August gipfelte schließlich im Jahreshoch von rund 3,2 Millionen transferierten Bitcoin, bei aktuellem Wechselkurs über 32 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig sind die die On-Chain-Transaktionen von Bitcoin-Börsen auf ein Jahrestief geschrumpft, wie die Blockchain-Analysten von CryptoQuant zu Bedenken geben. Lediglich 115.000 Bitcoin beziehungsweise 3,6 Prozent des gesamten Handelsvolumens vom 9. September sind auf Handelsplattformen zurückzuleiten.

Laut CryptoQuant-CEO Ki Young Ju könnte das Wachstum des Transfervolumens auf OTC-Deals, also außerbörsiliche Direktverkäufe zurückzuführen sein:

Irgendwas passiert. Möglicherweise OTC-Geschäfte.

 

Source: BTC-ECHO

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