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Neun neue Mogelpackungen

·Freiberufliche Journalistin

Auf der Mogelpackungs-Liste der Verbraucherzentrale gibt’s neue Kandidaten. Darunter finden sich Produkte von Haribo, Dr. Oetker sowie Eigenmarken von Lidl und dm.

Neue Mogelpackungen im Lebensmittelhandel. (Bild: Getty Images)
Neue Mogelpackungen im Lebensmittelhandel. (Bild: Getty Images)

Wenn Kunden nicht merken sollen, dass Produkte teurer werden, greifen viele Hersteller in die Trickkiste. Meist wird dann der Inhalt geschrumpft, aber die Verpackungen und Preise bleiben gleich. Solches Vorgehen rügt die Verbraucherzentrale Hamburg regelmäßig und veröffentlicht entsprechende Waren dann auf ihrer Mogelpackungs-Liste.

Vier Produkte von Haribo

Im August sind gleich neun neue Kandidaten dort gelandet, darunter auch vier Produkte von Haribo. Der Süßwarenhersteller feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum und hat die Inhalte seiner Tüten mit Fruchtgummis reduziert.

Allerdings ist das im Falle von Haribo nicht klammheimlich geschehen, das Unternehmen hat zum einen die Verpackungen entsprechend verkleinert und den Preisanstieg auch offen kommuniziert. "Die Preise für hochwertige Zutaten sind in den vergangenen 6-12 Monaten enorm gestiegen. Hinzu kommen immense Kostensteigerungen bei Energie und Logistik. Wir informieren auf unserer Webseite transparent über die Anpassung in unseren FAQs und äußern uns auch offen zum Thema in der Öffentlichkeit. (…)", so Haribo in einer Stellungnahme gegenüber der Verbraucherzentrale.

Auf ihrer Facebook-Seite stellt die Verbraucherzentrale die Preiserhöhung zum runden Geburtstag von Haribo zur Diskussion:

Bei den Beuteln von Haribo Tropifrutti, Haribo Color-Radound Haribo Goldbären wurden die Füllmengen von 200 Gramm auf 175 Gramm reduziert. Bei jeweils gleichen Preisen von 99 Cent zahlen Kunden nun 14 Prozent mehr für die Produkte. Bei der Sorte Haribo Pico-Balla bekommen Kunden nun nur noch 160 Gramm statt 175 Gramm. Der Preis liegt nach wie vor bei 99 Cent, die Preissteigerung bei diesem Produkt beträgt neun Prozent.

Erdnüsse von Ültje

Auch bei Erdnüssen der Ültje GmbH müssen Kunden nun tiefer in die Tasche greifen. Die Dose des Produkts Ültje Erdnüsse geröstet & gesalzen sieht nahezu so aus wie vorher, enthält aber nur noch 180 Gramm statt 200 Gramm. Das macht bei gleichem Preis von 1,99 Euro eine Preiserhöhung von 11 Prozent.

Auch dieser Hersteller begründet den Preisanstieg mit "enormen Kostensteigerungen" in allen Bereichen, deshalb habe man sich entschieden, "den Kostenanstieg über eine Anpassung der Grammatur auszugleichen".

Pudding von Dr. Oetker

Während sich die Preissteigerungen bei Haribo und Ültje noch in einem relativ moderaten Bereich bewegen, langt Dr. Oetker sehr viel kräftiger zu. Der Dr. Oetker Original Pudding Vanille-Geschmack kostet nun 48 Prozent mehr.

Bislang wurden die Päckchen im Viererpack für 89 Cent verkauft, nun bekommen Kunden für 99 Cent nur noch drei Tüten mit Puddingpulver. Auch hier geht’s um gestiegene Produktionskosten.

Inhalt geschrumpft, Preis erhöht: Dieses Puddingpulver kostet nun 48 Prozent mehr. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Inhalt geschrumpft, Preis erhöht: Dieses Puddingpulver kostet nun 48 Prozent mehr. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

"Vor dem Hintergrund dieser ungewöhnlichen weltwirtschaftlichen Lage können wir die massiven Preissteigerungen nicht annähernd durch andere Einsparungsmaßnahmen kompensieren und müssen unsere Kostensteigerungen zumindest teilweise weitergeben. Infolgedessen war es unbedingt erforderlich, die Abgabepreise gegenüber den Handelsunternehmen zu erhöhen", teilt Dr. Oetker mit.

Deshalb habe man sich entschieden, die Vierermehrfachpackung der Sorten Vanille und Sahne aus dem Sortiment zu nehmen und diese durch 3er-Packs zu ersetzen.

Cornflakes von Lidl

18,7 Prozent teuer sind nun die Crownfield Cornflakes von Lidl. Das Produkt wurde mit 850 Gramm Inhalt zum Preis von 1,99 Euro verkauft. In den neuen Packungen stecken nur noch 500 Gramm zum Preis von 1,39 Euro.

In einigen Regionen habe man die Packungen mit weniger Inhalt schon im Sommer 2021 verkauft und seit Ende Mai bundesweit umgestellt, teilt Lidl mit. Eine versteckte Preiserhöhung weist Lidl von sich: "Anhand des Preisschilds können unsere Kunden zu jeder Zeit den aktuellen Verkaufspreis nachvollziehen. Zudem wurde der neue 500-Gramm-Artikel bei Einlistung jeweils mit einem „Neu“-Preisschild versehen. Die Grammaturangabe der „Crownfield Cornflakes“ ist unten links auf der Vorderseite der Verpackung transparent abgebildet und somit für die Kunden gut sichtbar."

Bodylotion von dm

Eine Preissteigerung von 11,8 Prozent gibt es auch bei dem Eigenmarken-Produkt Balea leichte Bodylotion von dm. Der Inhalt wurde von 500 Milliliter auf 400 Milliliter reduziert, der Preis sank nicht proportional von 95 Cent auf 85 Cent. dm teilte dazu mit: " (...) Alle Standardbodylotions unserer dm-Marke Balea werden aktuell auf eine Flasche mit mindestens 96 Prozent Recyclingmaterial, ohne Verschluss und Etikett, umgestellt. So auch die Balea leichte Bodylotion, die im Rahmen dieser Umstellung ebenfalls auf das einheitliche Format von 400 ml für alle Standardbodylotions angepasst wurde.(...)"

Fisch von Escal

50 Gramm weniger Fisch bekommen Kunden bereits seit Anfang Mai, die sich für Escal Kaltwasser Wildkabeljau entscheiden. Die Packung enthält nur noch 200 Gramm, wird aber zum gleichen Preis von 5,99 Euro verkauft. Die Preiserhöhung beträgt in diesem Fall 25 Prozent. Der Hersteller gibt die Senkung der Fangquoten als Grund an und teilt mit: "Um eine ausreichende Warenversorgung zu gewährleisten, hat sich der Fang in kältere Gewässer im Nordatlantik verlagert. Die Fische sind hier etwas kleiner, daher sind auch die Rückenfilets jeweils statt 125 g lediglich 100 g schwer. (…)" Gleichzeitig liege der Einkaufspreis für die neue Rohware der 200-g-Packung sogar über dem Preis der ehemaligen 250 g Variante. Deshalb sei es im Sinne des Verbrauchers zu begrüßen, dass der Preis gleich geblieben sei.

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

VIDEO: Diese Süßigkeit wurde zur Mogelpackung des Monats gekürt