Deutsche Märkte geschlossen
  • Nikkei 225

    29.639,40
    -200,31 (-0,67%)
     
  • Dow Jones 30

    34.764,82
    +506,50 (+1,48%)
     
  • BTC-EUR

    38.115,11
    +868,25 (+2,33%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.119,18
    +10,26 (+0,92%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.052,24
    +155,40 (+1,04%)
     
  • S&P 500

    4.448,98
    +53,34 (+1,21%)
     

40 Jahre MTV: Das sind die einflussreichsten Musikvideos seit 1981

·Lesedauer: 7 Min.
Michael Jackson auf Dauerschleife: 1983 war für den King of Pop das Jahr der ikonischen Musikvideos. Auf "Billie Jean" und "Beat It" - für dessen Clip Jacko hier das Tanzbein schwingt - folgte mit "Thriller" der wohl beste Musicclip aller Zeiten. (Bild: Chris Walter/Chris Walter)
Michael Jackson auf Dauerschleife: 1983 war für den King of Pop das Jahr der ikonischen Musikvideos. Auf "Billie Jean" und "Beat It" - für dessen Clip Jacko hier das Tanzbein schwingt - folgte mit "Thriller" der wohl beste Musicclip aller Zeiten. (Bild: Chris Walter/Chris Walter)

Herzlichen Glückwunsch MTV! Vor genau 40 Jahren wurde der erste Musiksender der Welt ins US-Kabelfernsehen eingespeist. Grund genug, auf die einflussreichsten Musikvideos seit dem Start 1981 zurückzublicken.

Mit den Worten "Ladies and gentlemen, rock and roll" begrüßte John Lack am 1. August 1981 die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Start des Musikfernsehens. Ein Tag, der die Musiklandschaft nachhaltig veränderte und die Art, wie wir Musik konsumieren, revolutionierte. 40 Jahre sind inzwischen vergangen, seit MTV in New York City das Licht der Welt erblickte und Songs auch visuell erlebbar machte. Zeit also, auf die einflussreichsten Musikvideos dieser Zeit zurückzublicken. Insbesondere im ersten Jahrzehnt des Bestehens setzten zahlreiche Clips auf MTV filmisch, dramaturgisch oder inhaltlich neue Maßstäbe und wurden so zu einer Inspiration für nachfolgende Videos. Hier kommen die zehn einflussreichsten Musikvideos seit 1981.

Madonna wusste schon immer wie Popularität durch Provokation funktioniert. Ein Paradebeispiel lieferte die Pop-Ikone 1989 mit dem Video zu "Like a Prayer". (Bild: Getty / Duncan Raban / Popperfoto)
Madonna wusste schon immer wie Popularität durch Provokation funktioniert. Ein Paradebeispiel lieferte die Pop-Ikone 1989 mit dem Video zu "Like a Prayer". (Bild: Getty / Duncan Raban / Popperfoto)

Duran Duran - Hungry like the Wolf (1982)

Das wohl erste Beispiel dafür, wie eine Band durch ein Musikvideo durch die Decke gehen kann, ist Duran Duran. Bis 1982 waren die Briten in den Vereinigten Staaten kein großes Thema, dann profitierten sie durch das mit dem Grammy ausgezeichnete Video zu "Hungry like the Wolf" von den Mechanismen der neuen MTV-Maschinerie. Plötzlich wurden die Vorreiter der New Romantics international populär und die Bandmitglieder von Mädchen rund um den Globus umschwärmt. Dies lag nicht zuletzt an den zahlreichen sexuellen Untertönen, mit denen der Clip spielte.

Einflussreich ist das Musikvideo zu "Hungry like the Wolf" jedoch vor allem deshalb, weil es verdeutlichte, wie wichtig es war und ist, eine Geschichte zu erzählen. In diesem Fall ist die Inspiration durch "Indiana Jones" unübersehbar. Die exotische Darstellung der Einheimischen wirft jedoch aus heutiger Sicht einen düsteren Schatten auf das Dschungelabenteuer.

Michael Jackson - Thriller (1983)

Vorhang auf für das großartigste Musikvideo aller Zeiten! Klar, der Superlativ ist in solchen Fällen immer subjektiv, aber es herrscht ein breiter Konsens darüber, dass es sich bei Michael Jacksons "Thriller" um die Nummer eins handelt. Egal, ob es um Beliebtheit, Qualität oder Bekanntheit geht, die tanzenden Zombies faszinieren Musikfans. Nachdem der King of Pop im Jahr 1983 mit den Videos zu "Billie Jean" und "Beat It" bereits zwei ikonische Clips veröffentlichte, setzte "Thriller" nochmal einen drauf. Im Wesentlichen handelt es sich bei der Originalversion des Werks von John Landis ("Blues Brothers") um einen Kurzfilm, nicht weniger als 13 Minuten lang.

Und die haben es in sich: In den USA durfte das Video aufgrund seines "gruseligen" Inhalts erst nach 22 Uhr gezeigt werden. Inspiration für das Horror-Thema lieferte Landis' Film "Ein amerikanischer Werwolf in London". Neben beeindruckenden Choreografien wartet Jacko samt untoter Tanzpartner und Tanzpartnerinnen auch mit dem ein oder anderen Überraschungseffekt auf.

A-ha - Take On Me (1985)

Innovation lautet das Stichwort bei diesem Clip (bei dem es sich tatsächlich um die zweite Version handelt): Im Musikvideo zu A-has "Take On Me" kommen Bleistiftskizzen-Animationen und Rotoskopie zum Einsatz. Im Jahr 1985 konnten diese Techniken in einem Musikclip mit Fug und Recht als bahnbrechend bezeichnet werden. Erzählt wird die Romanze zwischen einer realen Frau, die in einem Restaurant sitzt und einem gezeichneten Mann, der sie in seine Zeichentrick-Welt entführt. Realität und fremde Welten auf diese Art verschmelzen zu lassen, ist es, was das Video zu einem ganz besonderen und oft gezeigten Video der MTV-Geschichte werden lässt. Dass die Bilder auch in der heutigen Zeit nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, beweisen über eine Milliarde Views bei YouTube. Auf der Plattform steht der Clip in einer remasterten Version zum Abruf bereit.

Peter Gabriel - Sledgehammer (1986)

Das spektakuläre Video zu Peter Gabriels "Sledgehammer" - der meistgespielte Clip auf MTV aller Zeiten - ist eine einzige Flut an Einfallsreichtum und ermutigte zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Nie zuvor wurden in einem Musik-Clip die Stop-Motion-Technik sowie diverse andere visuelle Effekte so brillant in Szene gesetzt. Für solch ein Werk gilt es, Opfer zu bringen: Insgesamt 16 Stunden soll Gabriel unter einer Glasdecke verbracht haben, um die Idee zufriedenstellend umzusetzen. Es hat sich gelohnt: Bei den "MTV Europe Music Awards" 1987 war das Video zu "Sledgehammer" in zehn Kategorien nominiert und staubte schließlich neun davon ab. Diesen Rekord dürfte dem ehemaligen Genesis-Sänger so schnell niemand streitig machen.

Madonna - Like a Prayer (1989)

Natürlich darf Madonna in dieser Liste nicht fehlen, und dieses Musikvideo ist schließlich eine bildgewordene Kontroverse. "Like a Prayer" von 1989 vereint mit Rassismus, Religion und Sexualität gleich drei Aufregerthemen. Dies schmeckte wenig überraschend längst nicht allen Zuschauerinnen und Zuschauern und sogar im Vatikan schrillten die Alarmglocken. Papst Johannes Paul II war not amused und rief sogar zum Boykott des Musikvideos auf, der Vorwurf der Blasphemie stand im Raum.

Klar, dass der berühmt-berüchtigte Clip der globalen Pop-Ikone daraufhin bei jungen Leuten einmal mehr an Reiz und Popularität gewann. Bei all der Aufregung soll jedoch nicht unter den Tisch fallen, dass es sich bei "Like a Prayer" auch um eines der besten und kreativsten Musikvideos der 80er-Jahre handelt.

Sinéad O'Connor - Nothing Compares 2 U (1990)

So viel Gefühl in der Stimme, so viel Gefühl im Video: "Nothing Compares 2 U" aus der Feder von Meister Prince ist das perfekte Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr ist. Der Minimalismus des Musikvideos unterstreicht den emotionalen Text von Sinéad O'Connor umso mehr. In erster Linie wird das Gesicht der Künstlerin in Nahaufnahme gezeigt: Blass und mit Kurzhaarschnitt singt die Sängerin die eindringlichen Zeilen in Richtung der Kamera - eine Gänsehaut-Symbiose aus Bild und Ton, die ihresgleichen sucht. Nach eigener Aussage sind O'Connors Tränen am Ende des Videos echt. Nach dem Tod ihrer Mutter verarbeitete sie den Trennungsschmerz auch mit diesem ausdrucksstarken Song.

Nirvana - Smells Like Teen Spirit (1991)

Mit diesem Video wurde die Grunge-Bewegung mit Nachdruck in den Mainstream katapultiert und ganz nebenbei Rockvideos eine Frischzellenkur verpasst. Der Clip zu Nirvanas wohl größtem Hit "Smells Like Teen Spirit" war ein einziger Kontrast zu den Videos, die ansonsten das erweiterte Genre Rock repräsentierten und transportierte mit jedem einzelnen Pixel die Wut des Songs in düstere Bilder. Mit einem gewohnt entrückt wirkenden Frontmann Kurt Cobain performt Nirvana vor einer Meute aus nach und nach ausrastender Jugendlicher. Inmitten des durch Rauch verhüllten Highschool-Settings tanzen schwarz gekleidete Cheerleader mit Anarchie-Symbol auf den Kostümen. Das Video lief auf MTV rauf und runter.

Dr. Dre feat. Snnop Doggy Dogg - Nuthin' but a 'G' Thang (1992)

Im Jahr 1992 brachten Dr. Dre und Snoop Dogg - der durch diesen Song zum HipHop-Star aufstieg - über MTV schwarzen Lifestyle und US-amerikanischen Gangsta-Rap in die Kinderzimmer Jugendlicher. Was sich heutzutage in Form diverser Klischees verselbstständigt hat, übte damals noch eine ganz andere Faszination aus und war die Inspiration für unzählige Rapper, die es Dre und Snoop in ihren Videos gleichtaten. Im Clip zum ikonischen "Nuthin' but a 'G' Thang" von 1992 wird das Rapper Leben zelebriert: lässig mit dem Lowrider gecruist, auf Hauspartys getanzt und mit der Fingerpistole in die Kamera gezielt. Nicht zuletzt aufgrund des stilprägenden Videos avancierte der Song auf MTV zum Dauerbrenner.

Beastie Boys - Sabotage (1994)

Regisseur und Oscar-Preisträger Spike Jonze gilt als ein Guru der Musikvideos. Beispiel gefällig? Der Clip zu "Sabotage" von den Beastie Boys, der eine witzige Hommage an die Polizei- und Detektivserien der 1970er-Jahre darstellt. Der solide Song würde in der Diskographie der HipHop- und Punk-Rock-Kombo wohl ohne dieses Parodie-Meisterwerk nicht als Hit durchgehen. Im durch die schnellen Schnitte regelrecht rastlos wirkenden Video rasen die New Yorker mit Blaulicht durch die Straßen, jagen Verbrecher durch Treppenhäuser und beweisen, dass große Sonnenbrillen und Oberlippenbärte auch Mitte der 90-er noch auf coole Weise getragen werden konnten. "Starsky und Hutch" lassen grüßen.

Spice Girls - Wannabe (1996)

Es ist das vielleicht bekannteste Musikvideo der 90er-Jahre und der Clip, den die bestverkaufte Girlband-Single aller Zeiten verdient hat. Im Juli dieses Jahres feierten die Spice Girls 25 Jahre "Wannabe" und damit den Startschuss in eine beispiellose Pop-Karriere. Das lebendig-bunte wie aufwendige Video aus dem Jahr 1996 diente vielen Mädchen und jungen Frauen als Beispiel für weibliche Selbstermächtigung. Die Tanzperformance der fünf Mitglieder durch ein schickes Hotel ist perfekt choreografiert, besonders hervorzuheben ist allerdings die Kameraarbeit. Wer braucht da noch Schnitte?

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.