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Ein 29-jähriger Milliardär erklärt, wie er mit ausgeklügelten Krypto-Deals reich wurde

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 5 Min.

In gerade mal dreieinhalb Jahren hat sich Sam Bankman-Fried von einem ETF-Händler zu einer Kryptowährungslegende und zu einem der jüngsten Milliardäre der Welt verwandelt. Er besitzt ein geschätztes Nettovermögen in Höhe von fast neun Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2017 gründete Bankman-Fried, ein ehemaliger Händler bei der schwer zugänglichen Quantenhandelsfirma Jane Street, eine Krypto-Handelsfirma namens Alameda Research, die über 100 Millionen US-Dollar an digitalen Vermögenswerten verwaltet. Aufgrund der großen Schritte, die die Firma auf dem Krypto-Markt macht, ist Bankman-Fired mittlerweile als der "Moby Dick der Krypto-Wale" bekannt.

Die millionen- und milliardenschweren Trades der Firma machten Bankman-Fried zu einem Selfmade-Milliardär im Alter von nur 29 Jahren, wie das Magazin "Forbes" berichtete. Er plant allerdings, so viel wie möglich von seinem Reichtum zu spenden und zu verschenken.

Bankman-Fried: In der Krypto-Welt gibt es nicht genug Zeit für Institutionen

Für den "Odd Lots"-Podcast des US-Nachrichtenunternehmens Bloomberg setzte sich Bankman-Fried mit Tracy Alloway und Joe Weisenthal zusammen, um seine Reise in die Kryptowelt, die lukrativen Arbitragemöglichkeiten, die er auf dem Weg gefunden hat, sowie die Entwicklung seiner Kryptowährungsbörse FTX zu erklären.

Bankman-Fried beschrieb, wie er in die Welt der Kryptowährung stolperte, als er nach einer beruflichen Veränderung suchte. Was er fand, war ein Kryptomarkt, der reif für Arbitragemöglichkeiten war — das Ausnutzen der Preisunterschiede in einem einzelnen Vermögenswert — zu einer Zeit, als sich Bitcoin Ende 2017 inmitten eines rasenden Bullenzyklus befand.

"Es gab eine Menge der Kennzeichen von einem wirklich ineffizienten System mit einem großen Bedarf an Liquidität, was im Grunde eine gigantische Nachfrage auf einmal ist," sagte Bankman-Fried im Podcast. "Es wächst wirklich schnell — viel Umsatz, viele Retail-Nutzer, und nicht viel Zeit, um Institutionen und Liquidität aufzubauen oder ein System, das nahtlos funktioniert." Bankman-Fried sah, dass der Bitcoin-Markt wahrscheinlich sehr große Volumina haben würde, und daher Preisdiskrepanzen.

Die Kimchi-Prämie

Während dieser Zeit gab es eine gut publizierte Bitcoin-Arbitrage-Möglichkeit in Korea, die als Kimchi-Prämie bekannt wurde.

In den USA lag der Preis für Bitcoin bei etwa 10.000 US-Dollar. An koreanischen Börsen lag der Preis allerdings bei etwa 15.000 US-Dollar. Laut Bankman-Fried lag das vor allem an einer riesigen Netto-Nachfrage nach Bitcoin in Korea. An der Spitze gab es eine riesige Spanne von etwa 50 Prozent, sagte er, aber das Problem war, dass es im Grunde unmöglich war, die Gelegenheit in großem Umfang zu nutzen, weil der koreanische Won eine regulierte Währung ist.

"Man kann diese Arbitrage nicht so einfach durchführen. Man bleibt an einem Ende stecken", sagte Bankman-Fried. "Und eine Menge Leute haben versucht, diesen Handel umzusetzen. Viele fanden einen Weg, es für kleine Größen zu tun. Es ist aber sehr, sehr schwer, es für große Größen zu tun, obwohl es Milliarden von Dollar pro Tag Umsatz in diesem Handel gibt, weil man den koreanischen Won nicht einfach für Nicht-Krypto ausladen konnte." Die Prämie gibt es auch heute noch, allerdings ist sie nicht mehr wirklich bedeutend. CryptoQuant listete die Prämie am 06. April bei 18 Prozent auf.

Tägliche Renditen von 10 Prozent

Bankman-Fried suchte nach einer ähnlichen Gelegenheit in anderen Märkten und fand sie in Japan. Er beschrieb den japanischen Handel gegenüber der Website "Finance Magnates" als "einen absurd guten Handel", den besten Handel, den er je gesehen habe.

"Es war nicht ganz die gleiche Handelsprämie, aber der Handel war mit einer 15 Prozent Prämie oder so auf dem Gipfel, anstelle von 50 Prozent" so Bankman-Fried im Podcast "Odd Lots".

Investoren konnten Bitcoin für 10.000 US-Dollar in den USA kaufen, es zu einer japanischen Börse schicken, es für 11.500 US-Dollar in japanischen Yen verkaufen und es dann wieder in Dollar umtauschen. "Es dauerte ungefähr einen Tag, um diesen Handel abzuwickeln, wenn man bedenkt, welche Überweisungen damit verbunden sind. Aber es war machbar, und man konnte es skalieren und buchstäblich 10 Prozent pro Wochentag machen, was einfach absolut verrückt ist", sagte Bankman-Fried.

Der schwierigste Teil sei es, Investoren zu finden

Er fügte hinzu, dass der Handel das Tausendfache dessen war, was mit traditionellen Finanzspreads gemacht werden konnte, und dass der Handel in großem Maßstab mit Hunderten Millionen US-Dollarn pro Tag durchgeführt werden konnte.

Weshalb aber haben andere diese Handelsmöglichkeit vorher nicht verstanden und umgesetzt? Das liegt vor allem an der Komplexität. Händler stehen vor einer Hürde nach der anderen, wenn sie diese Art von Handel versuchen — von der Suche nach der richtigen Plattform, um Bitcoin in großem Umfang zu kaufen, über die Genehmigung, japanische Börsen und Bankkonten zu nutzen, bis hin zum Transport von Millionen von US-Dollarn aus Japan in die USA jeden Tag.

"Man muss dieses unglaublich ausgeklügelte globale Unternehmensgerüst zusammenstellen, um diesen Handel tatsächlich durchführen zu können", sagte Bankman-Fried im Gespräch mit "Finance Magnates". Investoren zu finden, die bereit sind, das Kapital dafür bereitzustellen, sei der schwierige Teil, aber es zahle sich aus. "Irgendwie bekommt man seine 200 Millionen US-Dollar an Kapital", sagte Bankman-Fried im Podcast.

Risiko versus Chance

Die Streuung des Krypto-Ökosystems ist das, was hilft, die großen Arbitrage-Prämien gegenüber dem traditionellen Finanzmodell zu generieren. Es gibt keine Verschmelzung zwischen Börsen und keine zentralen Clearing-Firmen oder Makler, so Bankman-Fried. "Es ist also wirklich kapitalintensiv, und ihr müsst euch um Kontrahentenrisiken sorgen," fügte er hinzu.

Aber dieses Risiko schaffe auch Chancen. Mit so vielen unregulierten und unterregulierten Spielern im Krypto-Raum, scheine es vor allem für einen Anleger, der relativ uninformiert in Sachen Krypto ist, riskant, ins Geschäft einzusteigen, sagte Bankman-Fried. Aber sobald Investoren und Händler den Handel etwas tiefergehend verstünden, und dass das Kontrahentenrisiko nahe bei Null liegt, sei der Vorteil immer noch hoch.

"Ihr könnt eine Menge Geld verdienen, wenn ihr wirklich herausfinden könnt, wann es eine Menge Vorteile gibt und wann nicht und wann es eine Menge tatsächliches Gegenparteirisiko gibt und wann nicht", sagte Bankman-Fried.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.