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Ich bin 22 Elektroautos gefahren – von diesen drei würde ich die Finger lassen

Diagonal wie ein Krebs kann sich der GMC Hummer dank seiner Crabwalk-Funktion bewegen.  - Copyright: Tim Levin/Insider
Diagonal wie ein Krebs kann sich der GMC Hummer dank seiner Crabwalk-Funktion bewegen. - Copyright: Tim Levin/Insider

Im Laufe der letzten Jahre habe ich 22 Elektroautos getestet und dabei einige Schmuckstücke kennengelernt – Fahrzeuge, die ich sofort kaufen würde, wenn ich die Chance dazu hätte.

Ein 200.000 US-Dollar (187.300 Euro) teurer Porsche-Kombi, der in 2,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt? Ja, bitte. Ein luxuriöser SUV mit Allradantrieb von Rivian, der Off-Road-Pisten zum Frühstück verspeist? Ich melde mich freiwillig.

Obwohl meine Erfahrungen insgesamt positiv waren, gibt es drei Modelle, von denen ich die Finger lassen würde. Damit will ich nicht sagen, dass niemand diese Autos kaufen sollte – natürlich könnt ihr das tun. Aber für meinen persönlichen Geschmack und meine Bedürfnisse überwiegen ihre Nachteile gegenüber ihren Vorteilen.

ElectraMeccanica Solo

Ein Dreirad für 15.500 Dollar: Der ElectraMeccanica Solo aus Kanada. - Copyright: Tim Levin/Insider
Ein Dreirad für 15.500 Dollar: Der ElectraMeccanica Solo aus Kanada. - Copyright: Tim Levin/Insider

Nein, vielleicht bin ich auch nur 21,5 Elektroautos gefahren, wenn man bedenkt, dass der ElectraMeccanica Solo auf dieser Liste steht.

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Das Einsitzer-Dreirad widersetzt sich dem Trend zu immer größeren Fahrzeugen, was ich super finde. Denn viele brauchen mehr Platz und stoßen mehr Emissionen aus als wirklich nötig.

 - Copyright: Tim Levin/Insider
- Copyright: Tim Levin/Insider

Der Solo wirkt wie ein Geheimtipp für die Fortbewegung in so manchen Städten. Er hat einen kleinen Kofferraum für den Einkauf, eine winzige Grundfläche, die praktisch in jede Parklücke passt und er ist geschlossen, was ihn bequemer macht als ein E-Bike oder Motorrad. Allerdings passt er nicht ganz zu meinen Fahrbedürfnissen.

Meine Fahrten führen mich normalerweise weit weg von der Stadt, oft mit einer weiteren Person oder ein paar Fahrrädern im Schlepptau. Der Solo und seine angebliche Reichweite von 160 Kilometern passen da nicht ganz ins Schema. Außerdem fühlte ich mich während meiner 20-minütigen Testfahrt in der Innenstadt von Manhattan zwischen all den großen SUVs und Lastwagen ziemlich ungeschützt und unsichtbar. Potenzielle Käufer in Europa schauen außerdem bislang in die Röhre: Das Modell kommt so schnell nicht auf den europäischen Markt.

GMC Hummer EV

Der GMC Hummer EV wird im US-Bundesstaat Michigan gefertigt.  - Copyright: Tim Levin/Insider
Der GMC Hummer EV wird im US-Bundesstaat Michigan gefertigt. - Copyright: Tim Levin/Insider

Der neue 113.000 Dollar (106.000 Euro) teure Hummer Pickup macht durch seine schiere Größe und Maßlosigkeit Spaß, wenn man ihn ein Wochenende lang fährt. Er fühlt sich an wie ein lächerlich großes und teures Spielzeug.

Aber es ist viel, viel mehr Auto, als ich (oder die meisten Leute) brauchen. Obwohl die Hinterradlenkung die Wendigkeit verbessert, machen die vielen toten Winkel und die Größe eines Panzers das Fahren in der Stadt nervenaufreibend. Selbst wenn man auf der Autobahn unterwegs ist, wirkt der Hummer beunruhigend groß. Mehr als einmal blickte ich auf eine mickrige Limousine, die mich überholte, und fragte mich, wie lange sie wohl schon in meinem toten Winkel unterwegs gewesen war.

Die erste Version des elektrischen XXL-Pick-ups wurde 2020 vorgestellt. - Copyright: Tim Levin/Insider
Die erste Version des elektrischen XXL-Pick-ups wurde 2020 vorgestellt. - Copyright: Tim Levin/Insider

Außerdem ist er das wohl ineffizienteste Elektroauto zur Zeit, was den Sinn und Zweck der Abkehr vom Benziner in gewisser Weise untergräbt. Andere elektrische Pick-ups – der Rivian R1T und der Ford F-150 Lightning zum Beispiel – haben eine vernünftigere Größe, sind weniger aufdringlich und genauso funktional. Und auch hier haben europäische Käufer das Nachsehen: Das Fahrzeug gibt es bisher nur für den US-amerikanischen Markt.

Nissan Leaf

Im Frühjahr 2020 überholte Teslas Model 3 den Nissan Leaf als meistverkauftestes Elektroauto. - Copyright: Tim Levin/Insider
Im Frühjahr 2020 überholte Teslas Model 3 den Nissan Leaf als meistverkauftestes Elektroauto. - Copyright: Tim Levin/Insider

Der Nissan Leaf ist eins der Urgesteine der Elektromobilität. Obwohl er ein Pionier war, als er vor mehr als einem Jahrzehnt auf den Markt kam und nach wie vor eines der günstigsten Elektroautos auf dem Markt ist, kann er modernen Angeboten nicht das Wasser reichen.

Das Basismodell, der 27.800 Dollar (26.000 Euro) teure Leaf, hat laut EPA, der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde, nur eine Reichweite von 240 Kilometern, deutlich weniger als andere Modelle. Der 43.000 Dollar (40.200 Euro) teure Tesla Model 3 bietet eine Reichweite von knapp 440 Kilometern, während der 26.500 Dollar (24.800 Euro) teure Chevrolet Bolt EV auf ungefähr 415 Kilometer kommt. Der teurere Leaf SV Plus kommt immer noch auf nur etwa 345 Kilometer.

Erstmals erschienen 2011, wurde das Design des Leaf ständig weiterentwickelt. Hier zu sehen ein Leaf aus diesem Jahr. - Copyright: Nissan
Erstmals erschienen 2011, wurde das Design des Leaf ständig weiterentwickelt. Hier zu sehen ein Leaf aus diesem Jahr. - Copyright: Nissan

Außerdem verwendet der Leaf einen anderen Schnellladeanschluss als der Rest der Konkurrenz, was die Zahl der Ladestationen, an denen er aufgeladen werden kann, einschränkt. Angesichts des kläglichen Zustands der Ladeinfrastruktur für Elektroautos hätte ich lieber Zugang zu allen möglichen Lademöglichkeiten.

Dennoch ist der Leaf eine solide, kostengünstige Wahl für jemanden, der nicht so weit fahren muss und hauptsächlich zuhause aufladen kann.

Dieser Artikel wurde von Jannik Rade aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.